Die USA stopfen die Lücke aus dem Persischen Golf nur teilweise
Der Krieg im Nahen Osten verschiebt die globalen Energieströme spürbar zugunsten der USA. Wie das Wall Street Journal berichtet, stiegen die US-Exporte von Rohöl und Mineralölprodukten in der vergangenen Woche auf den Rekordwert von 12,9 Mio. Barrel pro Tag. Auch Flüssigerdgas, kurz LNG, wird verstärkt exportiert. Der Schub zeigt, wie schnell sich die Vereinigten Staaten in einer Versorgungskrise als Ersatzlieferant für Asien und Europa etablieren.
Besonders deutlich wird das an den Tankerbewegungen. Mehr als 60 leere Supertanker steuerten zuletzt die US-Golfküste an, also vor allem die Exportregionen in Texas und Louisiana. Das sind etwa dreimal so viele wie vor Kriegsbeginn. Alles deutet darauf hin, dass die Ausfuhren in den kommenden Monaten hoch bleiben. Präsident Donald Trump stellt diese Entwicklung offen in den Dienst seiner Strategie der amerikanischen "energy dominance", also der energiepolitischen Vormachtstellung. Die USA helfen damit, die Lücke zu verkleinern, schließen können sie sie jedoch nicht. Trotzdem werden amerikanisches Rohöl, LNG sowie Produkte wie Kerosin und Heizöl für viele Abnehmer plötzlich unverzichtbar.
Die blockierte Route zwingt Europa und Asien zum Umdenken
Durch die Drosselung des Transports durch die Straße von Hormus stecken mehr als 10 Mio. Barrel Öl und Ölprodukte pro Tag fest. Das sind rund 10 % des weltweiten Angebots.
Vor allem in Asien steigt der Druck, neue Bezugsquellen zu erschließen. Japan etwa bezieht dem Bericht zufolge fast 95 % seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten. Entsprechend groß ist nun das Interesse an amerikanischen Lieferungen. Im März schlossen US-Unternehmen bei einem Forum in Tokio Energieabkommen mit asiatischen Investoren im Volumen von 56 Mrd. USD. Nach Daten des Analysehauses Kpler legten die US-Exporte von Rohöl und LNG nach Asien im März und April um rund 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.
Die neue Nachfrage stößt rasch an technische Grenzen. So eindeutig der kurzfristige Schub ausfällt, so wenig nachhaltig ist er. Viele asiatische Raffinerien sind auf schwereres und schwefelreicheres Öl aus dem Nahen Osten ausgelegt. Das leichtere US-Rohöl lässt sich zwar verarbeiten, aber oft weniger effizient und weniger profitabel. Parul Bakshi vom Oxford Institute for Energy Studies erklärte, ein Umbau solcher Anlagen brauche Monate in der Planung und Jahre in der Umsetzung.
Auch in den USA selbst stößt der Boom an Grenzen. Große Exportanlagen in Texas und Louisiana nähern sich laut Bericht ihrer Kapazitätsgrenze. Ein neues LNG-Terminal hat zwar in dieser Woche seine erste Ladung nach Belgien verschifft, voll ausgelastet sein dürfte die Anlage aber erst 2027. Der Markt gewinnt also Zeit, aber keine unbegrenzte neue Lieferkapazität.
Europa braucht US-Gas und fürchtet neue Abhängigkeit
In Europa verschärft der Krieg ein bekanntes Dilemma. Die Europäische Union hat sich nach dem Wegfall russischer Gaslieferungen verstärkt dem US-LNG zugewandt. Nach Angaben der Europäischen Kommission stammen inzwischen rund 60 % der LNG-Importe der EU aus den USA. Bezogen auf alle Gasimporte liegt der Anteil bei etwa 25 %. Das macht amerikanische Lieferungen kurzfristig wichtig, politisch aber heikel.
Kurzfristig hat Europa wenig Spielraum. Die Gasspeicher müssen vor dem nächsten Winter aufgefüllt werden, zugleich fallen Lieferungen aus dem Nahen Osten aus oder sind unsicher. Das stärkt die Rolle der USA weiter. Auf Dauer aber dürfte entscheidend sein, ob aus dem Krisengeschäft verlässliche Handelsbeziehungen werden. Denn sobald die Straße von Hormus wieder normal passierbar ist und die Preise aus dem Nahen Osten nachgeben, verliert amerikanische Energie für viele Käufer wieder einen Teil ihres Kostenvorteils.
Vor diesem Hintergrund gewinnen kleinere und mittlere Projekte innerhalb Europas oder in unmittelbarer Marktnähe an Aufmerksamkeit. Dazu zählt CanCambria Energy Corp. CA13740E1079 A3EKUB, das sich mit dem Kiskunhalas-Projekt in Südungarn als Anbieter einer künftigen regionalen Gasversorgung positioniert.
CanCambria konkretisiert seine Pläne
CanCambria ist ein kanadisches Explorations- und Entwicklungsunternehmen mit Fokus auf Tight Gas, also Erdgas aus dichtem Gestein, das technisch aufwendiger erschlossen werden muss. Kern des Portfolios ist das zu 100 % unternehmenseigene Kiskunhalas-Projekt in Südungarn, eine zusammenhängende Fläche von rund 1.080 km². Die Projektkennzahlen sind attraktiv: Beziffert sind netto nach Risiko 2C-Contingent-Ressourcen von 1.116,4 Mrd. Standardkubikfuß Erdgas und 116,6 Mio. Barrel Kondensat beziehungsweise NGLs. Ein großer Teil davon ist bereits als Development Pending eingestuft. Damit gilt er als grundsätzlich entwicklungsbereit.
Die Aktivitäten in Ungarn schreiten gut voran. Erst kürzlich meldete CanCambria, dass ein technischer Betriebsplan für das Konzessionsgebiet genehmigt wurde. 2026 will man nun geologische, geophysikalische und ingenieurtechnische Arbeiten vorantreiben, darunter ein Bewertungsprogramm mit drei vertikalen Bohrungen bis 4.000 Meter Tiefe. Der Beginn der Erdgasproduktion wird für Ende 2026 anvisiert.
CanCambria hat überdies im Projektgebiet einen flacheren Explorationsabschnitt mit einer Fläche von rund 350 km² identifiziert, der sich als potenziell schnellere und kostengünstigere zweite Entwicklungsschiene anbietet.
Projekte wie Kiskunhalas stehen beispielhaft für die Suche nach einer zweiten Antwort auf die Krise: mehr Versorgung aus politisch stabileren regionalen Quellen und weniger Anfälligkeit für den nächsten geopolitischen Schock. Aktuell profitieren vor allem die USA mit Rekordexporten. Für Europa wächst zugleich der Druck, aus dem Krisengeschäft eine dauerhaftere Versorgungspolitik zu machen.

