Was bedeutet die Inaktivität der Schmelzhütten für Kupfer- und Nickelpreise?
Der jüngste Savant Global Copper Smelting Index von Earth-i, einem Dienst, der Daten via Satellit erhebt, zeigt für Januar einen Stillstand von 14,3 % der globalen Schmelzkapazität. Die Aktivität ging gegenüber Dezember um 2,5 % zurück – ein deutlicher Rückgang in der üblicherweise aktivsten Phase der Branche. Zum ersten Mal seit sieben Jahren lag die Inaktivitätsrate im Januar im zweistelligen Bereich. Die Rate liegt 6,8 % über dem Dreijahresdurchschnitt.
Kupferhütten stellen Betrieb ein
Dem Savant-Index zufolge lag das Problem im Januar allerdings vor allem außerhalb Chinas. In der Volksrepublik, wo 45 % der durch den Dienst erfassten Schmelzkapazität angesiedelt sind, lag die Inaktivitätsquote demnach bei moderaten 7,5 %. Im Rest der Welt waren es dagegen 20,9 %.
Noch ein wichtiges Indiz für eine rückläufige Aktivität bei den Hütten: Der aktive Güterumschlag außerhalb Chinas liegt aktuell um 1,2 Millionen Tonnen niedriger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. 0,85 Mio. Tonnen davon entfallen auf die Region Asien und Ozeanien, was unter anderem auf die Schließung der Schmelzhütte Isabel Leyte (PASAR) auf den Philippinen und die vorübergehende Stilllegung der Schmelzhütten Gresik und Manyar in Indonesien zurückzuführen ist.
TC/RC Ausnahmezustand macht sich bemerkbar
Allerdings lässt sich aus einer geringen Aktivität der Schmelzhütten kein Rückgang der Nachfrage nach Kupfer ableiten. Der Kupfermarkt befindet sich seit Jahren in einem Ausnahmezustand. Die Gebühren für Aufbereitung und Raffinierung (TC/RC) sind stark eingebrochen und notieren im negativen Bereich.
Kupferhütten bezahlen also dafür, Erz weiterverarbeiten zu können – weitgehend ohne Gewinnmargen. Diese Entwicklung erklärt die Drosselung der Produktion insbesondere außerhalb Chinas, das Hütten aus strategischen Überlegungen heraus auch defizitär operieren lässt.
Eine geringere Aktivität der Schmelzhütten lässt somit nicht auf eine geringere Nachfrage nach Kupfer schließen, sondern in Kürze ein geringeres Angebot an raffiniertem Kupfer erwarten.
Auch Nickelhütten melden geringere Aktivität
Ein starker Rückgang der Schmelzaktivität ist Earth-i zufolge auch bei Nickel zu beobachten. So ging die Aktivität beim weltgrößten Produzenten Indonesien den vierten Monat in Folge zurück. Die landesweite Quote ungenutzter Kapazitäten stieg um 2 % auf 18,8 % – der höchste Wert seit November 2018. In dem südostasiatischen Land "agieren die Betreiber offenbar mit großer Vorsicht, während sie die endgültige Festlegung der Quotenzuweisungen des Ministeriums für Energie und Bodenschätze (ESDM) für 2026 abwarten", heißt es in dem Bericht des Dienstes.
In China nahm die Schmelzproduktion deutlich zu: Es wurde ein Rückgang der stillgelegten Kapazitäten von 12,9 % auf 8,8 % verzeichnet.
Unter den anderen Regionen fiel besonders Amerika auf, da dort mit 268 kt die höchste aktive Kapazität seit fast drei Jahren verzeichnet wurde. Gleichzeitig sank die inaktive Kapazität in der Region um 3 Prozentpunkte auf 15 %.
Analog zu Kupfer ist mit einem Rückgang des raffinierten Nickelangebots zu rechnen, was tendenziell für steigende Preise spricht.

