Nickel: Quasi-Monopolist Indonesien maximiert Profit durch Verknappung

Nickel: Quasi-Monopolist Indonesien maximiert Profit durch Verknappung picture alliance / ZUMAPRESS.com / Hariandi Hafid

Der Nickelpreis stieg am Mittwoch um fast 3 % auf 17.960 USD pro Tonne. Damit wurden die Kursgewinne der vergangenen Tage fortgesetzt. Zum Wochenauftakt lag der Preis noch bei gut 17.100 USD pro Tonne.

Weda Bay Nickelmine muss Output um 70 % kürzen

Der Preissprung am Mittwoch war auf eine Mitteilung der indonesischen Regierung zurückzuführen. Diese hat eine drastische Produktionskürzung in der weltgrößten Nickelmine verfügt. Weda Bay, die durch das französische Unternehmen Eramet und den chinesischen Konzern Tsingshan Holding betrieben wird, darf in diesem Jahr nur 12 Millionen Tonnen Nickelerz produzieren. 2025 hatte die Regierung in Jakarta noch eine Quote von 42 Millionen Tonnen für die Mine festgelegt.

Von der Produktionskürzung via Quote ist die Nickelindustrie des gesamten Landes betroffen. Die Behörden gaben diese Woche bekannt, dass die gesamte Nickelerz-Produktion in diesem Jahr auf einen Zielwert von 260 bis 270 Millionen Tonnen reduziert werden soll. Dies erklärte Tri Winarno, Generaldirektor für Mineralien und Kohle. Zum Vergleich: 2025 sahen die Quoten 379 Millionen Tonnen Nickelerz vor, wenngleich die tatsächliche Produktion niedriger lag.

Die Behörden regeln die Produktion über jährliche Abbaugenehmigungen, sogenannte RKABs, und können die Mengen unterjährig anpassen.

Indonesien ist in den vergangenen zehn Jahren zum weltweit größten Nickelproduzenten aufgestiegen und stand 2025 für rund zwei Drittel des globalen Angebots. 2015 waren es noch 6 %. Die Ausweitung der Produktion ging jedoch mit einem weitreichenden Preisverfall einher. Diesen beabsichtigt das südostasiatische Land nun im Stil eines Monopolisten zu stoppen und durch eine Verknappung des Angebots die Preise in die Höhe zu treiben.

Der Aufstieg Indonesiens zur dominierenden Nickelmacht geht auf Exportbeschränkungen für Nickelerze zurück. Mit diesen wollte die Regierung ausländische Abnehmer dazu bringen, auch die Weiterverarbeitung in Indonesien vorzunehmen.

Die Downstream-Politik erzwang hohe Investitionen, die in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit im Wesentlichen durch chinesische Unternehmen erbracht werden konnten, die Kapital, Technologie, Abnahmegarantien und integrierte Wertschöpfungsketten stellten.

China kontrolliert 75 % der indonesischen Nickel-Raffineriekapazität

Diese Entwicklung führte zu einer dominierenden Rolle Chinas im indonesischen Nickel-Sektor. Die in Washington ansässige globale Sicherheitsorganisation C4ADS berichtete Anfang 2025, dass chinesische Firmen 2023 rund 75 % der indonesischen Nickel-Raffinerie-Kapazität kontrolliert hatten. Die Raffinerie-Kapazität von 8 Millionen Tonnen verteilte sich demnach auf 33 Unternehmen, bei deren Eigentumsverhältnissen es erhebliche Überschneidungen gab.

Die weitreichende chinesische Präsenz auf dem indonesischen Nickelmarkt ist auch für westliche Konzerne relevant, da im Kontext der geopolitischen Auseinandersetzungen mit dem Reich der Mitte der Zugang etwa von Autobauern zu dem Batteriemetall nicht gewährleistet ist.

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Nickelpreis seit Tief um 27 % gestiegen

Die Preiserholung auf dem Nickelmarkt setzte bereits Mitte Dezember 2025 ein, wodurch ein seit Anfang 2022 laufender Abwärtstrend zunächst durchbrochen wurde. Auf dem Tiefpunkt im Dezember wurden noch 14.060 USD pro Tonne gezahlt. Aktuell liegt der Preis damit um 27 % höher. In den letzten Wochen war allerdings auch die Marke von 18.700 USD bereits überschritten worden.

Während die Meldung zu Weda Bay den Markt bewegte, ist eine deutliche Kürzung der indonesischen Nickelproduktion bereits seit einigen Wochen Thema an den Märkten. Die Macquarie Group hatte bereits Anfang Januar in einem Bericht geschätzt, dass das Land mehr als ein Drittel des weltweiten Angebots vom Markt nehmen könnte.

Fan Jianyuan, Analystin beim in Shanghai ansässigen Beratungsunternehmen Mysteel Global, glaubt, dass die Quotenvergabe bis März abgeschlossen sein wird. Sie sieht indonesische Quoten unterhalb von 270 Millionen Tonnen als positiv für die Nickelpreise an.

Ähnlich wie bei Nickel verfährt das Land auch im Bereich der Kraftwerkskohle, wo Indonesien weltweit größter Exporteur ist. Die Abbauquoten sollen hier im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel reduziert werden.