Washington investiert Milliarden in Rohstoffe zur Absicherung der Industrie

Washington investiert Milliarden in Rohstoffe zur Absicherung der Industrie Gunnison Copper

Die USA starten ein 12 Mrd. USD schweres Projekt zur Sicherung kritischer Rohstoffe. Unter dem Namen "Project Vault" soll eine nationale Lagerstätte für Mineralien wie Kupfer, Lithium und Seltene Erden aufgebaut werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit von China zu verringern und heimische Hersteller im Fall von Versorgungsengpässen abzusichern.

10 Mrd. USD der Gesamtsumme werden durch die US-Exportkreditagentur Exim als Fremdfinanzierung bereitgestellt. Weitere 2 Mrd. USD stammen von privaten Investoren. Beschafft werden die Rohstoffe über die Handelsunternehmen Traxys, Mercuria und Hartree Partners. Mehr als ein Dutzend Konzerne, darunter Lockheed Martin, General Motors, Clarios sowie Alphabet-Tochter Google, haben sich bereits als Vault-Mitglieder angemeldet. Sie erhalten im Notfall Zugriff auf die Lagerbestände gegen eine Gebühr.

China denkt über strategische Kupferreserven nach

Nur einen Tag nach Bekanntwerden von Project Vault hat die chinesische Metallindustrie reagiert. Der staatlich gestützte Branchenverband China Nonferrous Metals Industry Association fordert eine Ausweitung der nationalen Kupferreserven. Auch der Ausbau kommerzieller Lagerbestände in Zusammenarbeit mit Staatskonzernen sowie die Aufnahme von Kupferkonzentrat in die strategische Liste werden diskutiert.

China gilt als dominanter Akteur auf den globalen Märkten für Seltene Erden und andere Schlüsselrohstoffe. Der Ruf nach mehr Kupfer im Lager kommt nicht überraschend: Die USA haben Kupfer im vergangenen Jahr offiziell als "kritisch für Wirtschaft und nationale Sicherheit" eingestuft. Zudem droht Washington derzeit mit Importzöllen.

Seltene Erden und Kupferpreise im geopolitischen Spannungsfeld

Die Initiative der USA folgt einer klaren geopolitischen Linie. Seit Jahren wächst in Washington der Druck, sich von chinesischen Lieferketten unabhängiger zu machen. Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden im Vorjahr gelten in westlichen Hauptstädten als Weckruf. Project Vault soll als nationale Sicherheitsreserve wirken, vergleichbar mit der bestehenden Verteidigungsreserve für Metalle, die 2025 bereits um Rohstoffe im Wert von 1 Mrd. USD aufgestockt wurde.

Parallel treiben globale Marktunsicherheiten die Rohstoffpreise in die Höhe. Kupfer, das unter anderem in Infrastruktur, Elektrotechnik und erneuerbaren Energien eingesetzt wird, notierte zuletzt bei 14.500 USD pro Tonne – ein Rekordwert. Trotz eines jüngsten Rücksetzers liegt der Preis immer noch 40 % über dem Vorjahreswert.

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Analysten sehen langfristiges Stabilisierungspotenzial

Trotz der Größenordnung ist das US-Vorhaben laut Tim Puko, Analyst bei der Eurasia Group, kein unmittelbarer Gamechanger. "Das ist ein guter Anfang, solange es Nachverfolgung gibt und die USA ihre Glaubwürdigkeit als Rohstoffakteur unter Beweis stellen", sagte er gegenüber der Financial Times. Exim selbst betont, dass Vault keine Gewinne erzielen werde, sondern lediglich eine geringe Betriebsgebühr verlange.

Die Vereinigten Staaten planen eine Mindestmenge von 60 Tagen Bedarf für bestimmte Metalle zu bevorraten. Welche Rohstoffe konkret eingelagert werden, entscheidet Vault. Die Handelsunternehmen erhalten für ihre Rolle in der Materialbeschaffung ebenfalls eine geringe Marge. Die Lagerstruktur selbst bleibt vorerst dezentral.