Peking signalisiert Entspannung im Rohstoffstreit mit Washington

Peking signalisiert Entspannung im Rohstoffstreit mit Washington picture alliance / Zoonar / Maksym Yemelyanov

China hat sein Exportverbot für die strategischen Rohstoffe Gallium, Germanium und Antimon in die Vereinigten Staaten aufgehoben. Das Handelsministerium in Peking teilte mit, die Aussetzung der Beschränkungen gelte für rund ein Jahr bis zum 27. November 2026. Der Schritt gilt als weiteres Signal der Entspannung im angespannten Handelsverhältnis zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

Die Exportkontrollen waren im Dezember 2024 eingeführt worden. Damals reagierte China auf US-Maßnahmen, die den Verkauf von Hochleistungs-Halbleiterspeichern – sogenannten High-Bandwidth Memory Chips – an chinesische Unternehmen stark einschränkten. Mit der jetzigen Entscheidung setzt Peking die Regelungen vorübergehend aus und erlaubt wieder den Handel mit den betroffenen Metallen und deren Endprodukten.

Kritische Rohstoffe mit strategischer Bedeutung

Die drei Metalle stehen auf der Liste der "kritischen Mineralien" des US-Innenministeriums. Gallium ist ein Nebenprodukt der Aluminiumverhüttung und wird in der Halbleiterfertigung, für Radarsysteme und Hochfrequenzkomponenten genutzt. Germanium findet Anwendung in Glasfaserkabeln, Infrarottechnik und Solarzellen. Antimon wird in Legierungen für Munition, Batterien und als Flammschutzmittel verwendet.

Nach Angaben der Beratungsfirma Project Blue entfallen auf China rund 99 % der weltweiten Raffinerieproduktion von Gallium, knapp 60 % bei Germanium und etwa 50 % bei Antimon. Die USA betrachten diese Abhängigkeit als sicherheitspolitisches Risiko. Eine anhaltende Blockade hätte laut Schätzungen des US Geological Survey wirtschaftliche Verluste von rund 3,4 Mrd. USD verursacht, wovon etwa die Hälfte auf den Halbleitersektor entfallen wäre.

Peking setzt auf kontrollierte Entspannung

Das Handelsministerium erklärte, die Suspendierung der Exportbeschränkungen sei zunächst befristet und könne je nach Marktlage erneut überprüft werden. Weitere Details wurden nicht genannt. Der Schritt folgt kurz nach der Entscheidung, auch Exportkontrollen für seltene Erden und Batteriemineralien temporär auszusetzen.

Analysten sehen darin eine strategische Geste Pekings, um den internationalen Druck zu mindern und den Zugang zu westlicher Spitzentechnologie offenzuhalten. Gleichzeitig signalisiert China, dass es seine Dominanz über die globalen Lieferketten gezielt einsetzen kann.

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Chinas dominierende Rolle auf den Rohstoffmärkten

Eine Übersicht von Visual Capitalist zeigt, dass China bei zahlreichen kritischen Mineralien der weltweit führende Produzent ist. Bei Gallium kontrolliert das Land 98,7 % der globalen Förderung, bei Magnesium 95 % und bei Antimon rund 60 %. Auch bei Graphit, Wolfram und Silizium dominiert China die Produktion.

China kontrolliert bei vielen kritischen Mineralien den Großteil der weltweiten Förderung – bei Gallium fast 99 %, bei Antimon rund 60 %. Quelle: Visual Capitalist / White & Case LLP, Stand 2024.
China kontrolliert bei vielen kritischen Mineralien den Großteil der weltweiten Förderung – bei Gallium fast 99 %, bei Antimon rund 60 %. Quelle: Visual Capitalist / White & Case LLP, Stand 2024.