Diese Entwicklungen sind an den Rohstoffmärkten 2026 wichtig
BloombergNEF veröffentlichte diese Woche einen Ausblick auf wichtige Entwicklungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten 2026 und darüber hinaus.
Kupfermarkt kippt um 1 Million Tonnen ins Defizit
Ganz oben in der Liste: Das Kupferdefizit. Die Kupferbilanz kippt demnach um 1 Million Tonnen ins Defizit. "Das Kupferangebot steht langfristig unter starkem Druck, da der Boom kupferintensiver Rechenzentren mit Produktionsausfällen im Bergbau und schleppenden Genehmigungsverfahren zusammenfällt", notieren die Analysten. Die Folgen: Wachsende Preisrisiken und potenzielle Lieferkettenengpässe für Elektrifizierungsprojekte.
Dem Ölmarkt sagen die Analysten 2026 einen Überschuss voraus. Deshalb werde der Anstieg der US-Ölproduktion zu Ende gehen, "da Investoren Kapitaldisziplin dem Produktionswachstum vorziehen" und der Überschuss am Markt die Preise belaste.
US-Produktion: Weniger Öl, mehr Gas
Anders sieht es auf dem Gasmarkt aus. "Die USA müssen ihre Gasversorgung ausweiten, um die wachsende Zahl von LNG-Exportterminals an der Golfküste zu versorgen und den steigenden Strombedarf von Rechenzentren zu decken", heißt es in dem Bericht. Vor allem das Haynesville-Schieferbecken könne zum Wachstum beisteuern.
Demnach sind steigende Gaspreise zu erwarten: Die Grenzkosten der nordamerikanischen Gasproduktion schätzt BNEF auf rund 4 USD. Aktuell kostet Erdgas am Knotenpunkt Henry Hub lediglich 3,12 USD pro MMBtu. "Um die steigende Nachfrage zu decken und das Angebotswachstum aufrechtzuerhalten, sind möglicherweise höhere US-Gaspreise oder weitere Verbesserungen bei der Bohrlochproduktivität sowie den Bohr- und Fertigstellungskosten erforderlich."
Neue LNG-Kapazitäten landen auf dem Spotmarkt
Den globalen LNG Markt sehen die Analysten aufgrund neu hinzukommender Kapazitäten aus den USA, Katar, Australien, Mexiko und Afrika im Überangebot. 8 Millionen Tonnen Exportkapazität kommen mit dem katarischen North Field Expansion-Projekt hinzu, 10,4 Millionen Tonnen entfallen auf Golden Pass in Texas. Insgesamt schätzt der Bericht die neuen Kapazitäten 2026 auf 29 Millionen Tonnen.
"Ein Großteil dieser neuen Kapazität ist nicht direkt an langfristige LNG-Verträge gebunden und könnte auf dem Spotmarkt landen", heißt es in dem Bericht. Dieser Effekt spiegelt sich bereits jetzt in den Terminpreiskurven in Europa und Asien.
Im Flugverkehr gibt es zusätzliches Kraftstoffangebot: China wird voraussichtlich ein Ziel für die Beimischung von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) ausrufen. Die für 2026 angekündigte Produktionskapazität liegt bei mehr als 1 Mrd. Gallonen. "Chinas Vorstoß hin zu einer nationalen SAF-Vorgabe positioniert das Land als dominierenden Akteur in der globalen Produktion erneuerbarer Kraftstoffe. Dies könnte Lieferketten verändern, die SAF-Kosten weltweit senken und den Wettbewerbsdruck auf westliche Produzenten verstärken", glauben die BNEF-Analysten.
Strompreise sinken in Japan und steigen in den USA
Gute Nachrichten gibt es für japanische Stromverbraucher: Die Strompreise dürften auf Jahre hinaus sinken. BNEF rechnet im kommenden Jahr mit einem durchschnittlichen Strompreis von 11,4 Yen pro Kilowattstunde, was einem Rückgang von 5,1 % gegenüber 2025 entspricht. Der Grund: Stagnierende Nachfrage bei steigendem Angebot.
Anders in den USA: Das Wachstum der Rechenzentren wird im Jahr 2026 zu einem Anstieg des durchschnittlichen Strombedarfs dieses Sektors um 7,7 GW führen. Damit steigt der Strombedarf der Rechenzentren auf 48,3 GW. Das Wachstum kommt an seine Grenzen: So sind in wichtigen Strommarktregionen bereits Kipppunkte im Netz aufgetreten. Die Folge: Kapazitätsengpässe und Preisrisiken.

