Australien exportiert mehr Batteriemetalle und Energierohstoffe

Australien rechnet mit deutlich steigenden Exporten von Batteriemetallen, aber auch von Kraftwerkskohle. Überraschenderweise kalkuliert Down Under mit sinkenden Rohstoffpreisen – auch bei kritischen Metallen.

Die australischen Einnahmen aus dem Rohstoffexport werden im laufenden Geschäftsjahr (das am 30. Juni endet) auf den Rekordwert von 315,3 Milliarden USD ansteigen. Davon geht das Büro des Chefökonomen im Ministerium für Industrie, Wissenschaft und Ressourcen in seinem jüngsten Quartalsbericht aus. Dies entspricht einem Anstieg um 10,1 % gegenüber dem Vorjahr, in dem ebenfalls ein Rekord erzielt wurde.

Das Büro ist von der australischen Regierung mit der Prognose von Entwicklungen an den Rohstoffmärkten beauftragt. Die Experten halten rückläufige Zahlen für möglich, sollten die Auswirkungen des Ukrainekrieges nachlassen. So wird für das Geschäftsjahr 2027/2028 ein spürbarer Rückgang der Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft prognostiziert.

Die Prognosen gehen dabei von geringeren Rohstoffpreisen aus. Ursächlich dafür sind ein langsameres Wachstum der Weltwirtschaft und ein wachsendes Angebot an Schlüsselrohstoffen. Dennoch geht die Prognose davon aus, dass Australien mehr Lithium, Nickel, Kupfer und Zink exportieren wird – diese Rohstoffe werden als Batteriemetalle in den kommenden Jahren besonders stark nachgefragt.

Steigende Exportmengen bei Batteriemetallen

So sollen die Exporte von Nickel in den kommenden fünf Jahren von aktuell 164.000 t auf 215.000 t steigen. Die Prognose rechnet jedoch auch hier mit deutlich sinkenden Preisen: Statt aktuell 24.414 USD sollen künftig nur noch 21.313 USD pro Tonne erlöst werden.

Das Exportvolumen bei Lithium soll von 3080 t auf 4.462 t steigen. Auch hier rechnen die australischen Analysten mit deutlich sinkenden Preisen: Statt 4.104 USD im laufenden Geschäftsjahr sollen in fünf Jahren nur noch 2.700 USD pro Tonne erlöst werden.

Auch die australischen Kupferexporte sollen steigen: von 873.000 t auf 970.000 t. Hier rechnen die Ökonomen mit steigenden Preisen. Der Kupferpreis soll von 8.406 USD im laufenden Jahr auf künftig 9.954 USD pro Tonne steigen. Auch andere Marktbeobachter wie etwa Trafigura und Goldman Sachs rechnen mit steigenden Kupferpreisen – rufen aber durchaus Notierungen von 15.000 USD pro Tonne auf.

Nicht nur die Exporte von Batteriemetallen, sondern auch jene von Energierohstoffen wachsen. So wird Down Under der Regierungsabteilung zufolge in fünf Jahren 195 Millionen t Kraftwerkskohle exportieren. Im laufenden Jahr werden es 182 Millionen t sein. Hier rechnen die Analysten mit drastischen Preisrückgängen von 313 USD auf 103 US-Dollar pro Tonne.

Die Exporte von Kokskohle sollen moderat von 164 Mio. t auf 172 Mio. t steigen – bei einem wiederum spürbar sinkenden Preis (184 USD pro Tonne statt 296 USD pro Tonne).

Wachstum auch bei Energierohstoffen

Weitgehend stabil bleiben die Exporte von Flüssiggas (LNG). Hier soll die exportierte Menge in den kommenden fünf Jahren von 80 Millionen t auf 82 Millionen t steigen. Der Preis soll von 21 AUD auf 13 AUD pro Gigajoule fallen.

Die hohen Exporterlöse Australiens gehen maßgeblich auf Eisenerz zurück. 887 Millionen t wurden im laufenden Geschäftsjahr exportiert – zu einem durchschnittlichen Preis von 97 USD pro Tonne. Die Exporte sollen in den kommenden Jahren auf 989 Millionen t steigen, die Preise aber auf 69 USD pro Tonne sinken.

Im Kern rechnen die Analysten der Regierung mit wachsender Nachfrage, aber sinkenden Preisen – auch im Bereich der als besonders knapp und kritisch geltenden Energiewendemetalle. Die Prognosen kommen aus dem direkten Umfeld der Regierung und könnten auch dazu dienen, Ausgabenwünsche in Ministerien mit Verweis auf begrenzte Einnahmen abzubremsen.

Australien ist der weltweit größte Exporteur von Eisenerz, Kokskohle, Flüssigerdgas (LNG) und Lithium. Außerdem ist Down Under der zweitgrößte Exporteur von Kraftwerkskohle sowie der drittgrößte Lieferant von Gold und Kupfer.