Das staatliche Bergbaumonopol schafft es vorerst nicht in den Entwurf für die chilenische Verfassung. Die verfassungsgebende Versammlung lehnte es ab, dem Staat exklusive Abbaurechte für Lithium und andere Rohstoffe einzuräumen. Verschärfte Regeln gibt es jedoch trotzdem.

103 Stimmen wäre notwendig gewesen, am Ende waren es 66: Die verfassungsgebende Versammlung Chiles hat am vergangenen Wochenende einen Vorschlag abgelehnt, der dem Staat exklusive Abbaurechte für Lithium, Kohlenwasserstoffe und Seltene Erden einräumen sollte. Der Vorschlag sah zudem vor, die Kupferminen des Landes mehrheitlich in staatliche Hand zu bringen.

Verschärfter Umweltschutz, aber keine Verstaatlichung

Am selben Tag wurden verschiedene Vorschläge für verstärkten Umweltschutz angenommen. Der abgelehnte Vorschlag wird nun zurück an die Umweltkommission verwiesen. Dann stehen Neuverhandlungen an – und im Anschluss eine zweite Abstimmung.

Zu den verabschiedeten Maßnahmen im Bereich Umweltschutz gehört ein Artikel, der vorschreibt, Umweltschutz und natürliche Ressourcen beim Bergbau zu berücksichtigen. Dieser Artikel war von der Bergbaubranche ebenfalls abgelehnt worden.

Das Institute of Mining Engineers hat wenige Tage vor der Abstimmung vor „potentieller Willkür“ gewarnt, die durch „vorübergehende Genehmigungen“ entstehen könne. Unternehmen könnten sich durch die Maßnahmen zum Ausweichen in andere Länder gezwungen sehen.

Angenommen wurde auch ein Artikel zur Verwaltung der Wasservorkommen des Landes. Die Verwaltung solle sich fortan auf die Verfügbarkeit von Wasser fokussieren und Wasservorkommen in indigenen Gebieten besonders schützen. Auch der Schutz der Feuchtgebiete, Wälder und anderer für den Wasserkreislauf wichtiger Flächen soll ausgeweitet werden.

Chile ist die Nummer 1 auf dem globalen Kupfermarkt

In Chile wird derzeit wie auch in vielen anderen Ländern Südamerikas über den Bergbau diskutiert. Umweltschützer verlangen eine strengere staatliche Regulierung bis hin zur Verstaatlichung und rennen damit auf Regierungsebene mitunter weit geöffnete Türen ein.

Die verfassungsgebende Versammlung Chiles erarbeitet derzeit eine neue Verfassung für das Land. Über diese soll am 4. September abgestimmt werden. Erhält ein vorgeschlagener Artikel keine Zweidrittelmehrheit, schafft er es nicht in die Verfassung. Stimmen mehr als ein Viertel der Delegierten in der ersten Abstimmung für einen Artikel, erfolgt nach einer neuerlichen Beratung jedoch eine zweite Abstimmung.

Chile ist das mit großem Abstand wichtigste Abbauland für Kupfer weltweit. Im Jahr 2021 wurden 5,6 Millionen t gefördert. Auf Platz zwei folgt Peru mit 2,2 Millionen t vor China und Kongo (Kinshasa) mit jeweils 1,8 Millionen t. Die chilenischen Kupferreserven werden auf 200 Millionen t geschätzt. Der Großteil davon befindet sich im Norden des Landes.

So kann es nicht verwundern, dass viele Bergbauunternehmen in Chile aktiv sind. Die größte Kupfermine der Welt – Escondida- ist im Besitz von BHP – 57,5 % – (WKN: 850524, ISIN: AU000000BHP4), Rio Tinto – 30 % – (WKN: 852147, ISIN: GB0007188757) und einem japanischen Konsortium unter Führung von Mitsubishi (JECO Corp, 12,5 %).

Die Mine wurde 1981 entdeckt und umfasst vier Kupfer- Porphyr-Lagerstätten. Die Fertigstellung der Mine folgte 1990. Die BHP Group teilt auf ihrer Homepage mit, dass die Betreiber zehn Jahre früher als geplant die Grundwasserentnahme für den Betrieb eingestellt hätten. Zudem soll der Betrieb ab der Mitte des Jahrzehnts zu 100 % mit erneuerbaren Energien möglich sein.

Explorer suchen im Kupfergürtel nach neuen Vorkommen

Auch junge Bergbauunternehmen – sogenannte Explorer – sind in Chile aktiv und auf der Suche nach neuen Kupfervorkommen. Ein Beispiel dafür ist kanadische Explorationsunternehmen Pampa Metals Corp. (CSE: PM, WKN: A2QK6Q, ISIN: CA6976701079).

Dieses Unternehmen fokussiert die Entwicklung von kombinierten Kupfer-Gold-Lagerstätten und arbeite derzeit an nicht weniger als acht Projekten in an Vorkommen reichen Nordchile. Die acht Projekte umfassen rund 62.000 ha Gesamtgröße. Der Erwerb eines weiteren Projekts mit 14.000 ha Größe wurde offenbar bereits abgeschlossen.

Chile ist ein geologischer Hotspot für Kupfer und andere Edelmetalle. Durch tektonische Begebenheiten haben sich mehrere metallogene Gürtel entwickelt, die noch für viele Jahrzehnte ein großes Potenzial an Vorkommen versprechen.