Glaubt man dem Analystenteam der dänischen Saxo Bank, dann ist es in diesem Jahr soweit. 2021 werden wir einen Boom an den Rohstoffmärkten erleben. In den 227 Jahren Marktnotierung wäre es erst der siebte.

Siebter Rohstoffbullenmarkt als Reaktion auf die Pandemie

In ihrer Prognose für das erste Quartal 2021 geht das SaxoStrats-Team davon aus, dass uns der Beginn des siebten Rohstoffbullenmarktes bevorsteht. Als Hauptgrund für diese Einschätzung nennt das interne Expertenteam der Saxo Bank die anhaltende Reaktion auf die COVID-Pandemie.

Der durch die Globalisierung gewachsene Ungleichheitstrend habe sich durch die Pandemie beschleunigt. Gleichzeitig sieht Saxo einen großen Paradigmenwechsel, wenn der politische Fokus von einer Gewährleistung der Finanzstabilität hin zu einer sozialen Stabilität schwenkt.

Wenn das Streben nach sozialer Stabilität mit der Realität kollidiert

Für die Experten der Saxo Bank haben drei große Ziele der sozialen Stabilisierung einen besonderen Einfluss auf den Markt: Verringerung der Ungleichheit (und damit Erhöhung der Nachfrage), ein umweltfreundlicher Übergang und die notwendige Verbesserung der Infrastruktur.

Zum Erreichen dieser Ziele müssten staatliche Mittel fließen, außerdem würde eine erhöhte Nachfrage auf Volkswirtschaften treffen, die nach einer langen Zeit der Rezession und der Unterinvestitionen nicht liefern könnten. Eine bevorstehende Inflation und eine Geschäftswelt, die im letzten Jahr die reale Welt zugunsten von Digitalisierung und Virtualisierung aus den Augen verloren hat, gelten für Saxo als weitere Zeichen für eine anstehende Rückbesinnung auf physische Werte.

„Sie können das beste Produkt der Welt online haben und Millionen von Einheiten verkaufen. Wenn Sie es jedoch nicht produzieren, versenden und liefern können, gibt es keinen Gewinn“, bringt Steen Jakobsen, Chefökonom und CIO Saxo Bank die Abhängigkeit der virtuellen von der realen Welt auf den Punkt.

Anzeichen für einen Rohstoff-Boom sind gegeben

Die grüne Transformation, die mit dem Aufbau einer sauberen Infrastruktur viele Rohstoffe verschlingen wird; die steigende Nachfrage bei gleichzeitiger Marktuntersättigung; über Jahre anhaltende Haushaltsdefizite der Regierungen; negative Realzinsen und selbst die Verbreitung des Online-Shoppings, ohne die passende Infrastruktur dahinter – das alles sind für Saxo Gründe, warum der Bedarf an Grundrohstoffe wie Eisenerz, Stahl, Kobalt, Platin, Palladium, Silber, Kupfer und anderen Metallen bereits in diesem Jahr stark ansteigen wird.

Fazit: War für Anleger das Jahr 2020 von einer grünen Transformation und einer digitalen Welt geprägt, so gilt es in diesem Jahr, in die reale Welt zurückzukehren, um alle Projekte und Ideen auch physisch umzusetzen. COVID-19 hat viele Schwächen unserer Wirtschaft aufgedeckt und uns die Möglichkeiten einer digitalen Umgebung aufgezeigt. 2021 wird uns aber daran erinnern, dass wir trotz allem in einer realen Welt leben, arbeiten, produzieren und Geld verdienen. Vor diesem Hintergrund ist ein anstehender Rohstoff-Boom keineswegs eine Utopie.