Die Notierungen für Kupfer haben sich während der vergangenen Wochen wieder stabilisiert. Das Industriemetall handelt zwar immer noch unterhalb des Niveaus von Anfang März, doch sehen  Marktbeobachter Licht am Ende des Tunnels. Hoffnung auf ein Ende der Kupfer-Flaute macht auch der mögliche Einsatz des Metalls zur hygienischen Gestaltung von Oberflächen. Studien haben gezeigt: Während bestimmte Bakterien und Viren auf harten Oberflächen oftmals Tage überleben können, sterben die Krankheitserreger ab, sobald sie mit Kupfer in Berührung kommen.

Nicht umsonst ist Kupfer in vielen historischen Hochkulturen ein Synonym für Gesundheit. In China wird es „qi“ genannt, was ein Symbol für körperliches Wohlergehen ist. In Indien trinken die Menschen auch heute noch aus Kupfertassen. Noch während der Industriellen Revolution fand sich Kupfer auch hierzulande in vielen Haushalten und öffentlichen Gebäuden. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde es dagegen von Plastik und anderen Materialien verdrängt.

Robert-Koch-Institut: Bis zu 20.000 Tote durch Krankenhauskeime

Ein neuer Blickwinkel auf die Gesundheit und die Eindämmung von Krankheiten könnte Kupfer aber zu einer Renaissance verhelfen. Beispielsweise könnten Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Türklinken in öffentlichen Gebäuden mit Kupfer ummantelt sein. Die Wirkung gegen Krankheitserreger ist nachgewiesen und die Eindämmung von Krankheiten erscheint auch abseits der Corona-Pandemie sinnvoll. Im Jahr 2018 kletterte die Zahl der Infektionen der oberen Atemwege bei Arbeitnehmern laut einer Studie der Krankenkasse AOK um 10,5 Prozent. Noch immer schleppen sich Arbeitnehmer aus falscher Motivation erkältet zur Arbeit und stecken so potenziell weitere Kollegen an. Zwar dürfte das Bewusstsein für Ansteckungen nach Corona größer sein, doch könnte der Einsatz von Kupfer in bestimmten Oberflächen das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten und Fehltagen reduzieren.

Dass dem so ist, haben in der Vergangenheit Studien im Labor und konkrete Untersuchungen in der Praxis gezeigt. Beispielsweise zeigte 2015 eine Untersuchung im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums einen positiven Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Kupfer-Legierungen und sinkenden Infektionszahlen in Krankenhäusern. Experten verweisen darauf, dass Kupfer zwar teurer sei als beispielsweise Aluminium, mögliche Kosten für das Gesundheitssystem aber gegengerechnet werden müssten. Wie das Robert-Koch-Institut Ende 2019 meldete, sterben jedes Jahr in Deutschland bis zu 20.000 Menschen durch Krankenhausinfektionen – eine Zahl, die sich möglicherweise durch den Einsatz von Kupfer-Legierungen senken ließe.

Oroco Resource sitzt auf einem Kupfer-Schatz

Der potenzielle Einsatz von Kupfer zur Senkung von Infektionen macht auch Unternehmen aus der Kupfer-Branche Hoffnung auf neue Absatzmärkte. Das kanadische Rohstoffunternehmen Oroco Resource Corp. (TSX-V: OCO, WKN: A0Q2HB, ISIN: CA6870331007) betreibt in Mexiko das Santo-Tomás-Projekt. Nach Ansicht der Branchenexperten von RFC Ambrian ist Santo Tomás vielversprechend und ein potenzielles Übernahmeziel. Neben attraktiven Kupfergehalten, welche auf eine rentable künftige Förderung hindeuten, betonen die Analysten auch Vorzüge durch die bereits bestehende Infrastruktur aus Straßen, Eisenbahn, einem Tiefseehafen und der Energieversorgung. Das Projekt wurde in der Vergangenheit bereits exploriert. Dabei ermittelte Daten dienen dem Unternehmen zur Steuerung aktueller Explorationsarbeiten und stellen einen Zeit- und Kostenvorteil dar. Sollte Kupfer im Zuge der Corona-Krise verstärkt auch wieder auf Oberflächen zum Einsatz kommen, könnte Oroco Resource mit seinem vielversprechenden Kupfer-Projekt in Mexiko davon profitieren.