Der Euro brach unter der Last hausgemachter Probleme in den vergangenen beiden Wochen ein und fiel auf 1,08 $. Der erfolgreiche Brexit, eine innovations- und unternehmensfeindliche Politik mit immer höheren Steuern sowie die politische Destabilisierung Kerneuropas lassen der europäischen Wirtschaft kaum Chancen im internationalen Wettbewerb. Im ersten Quartal 2018 hatten wir die vom Markt erwarteten Wachstums- und Zukunftsaussichten Europas als völlig überzogen betrachtet und den Euro völlig überbewertet, weshalb wir bei 1,26 $ ein Verkaufssignal mit dem Ziel bei 1,05 $ für den Euro gaben. Seither wiederholten wir unzählige Male diese Prognose und diese hat sich bis zum heutigen Tag, insbesondere angesichts des laufenden QE-Programms der EZB, nicht verkehrt.

Während der Goldpreis in US-Dollar noch 14 % ansteigen muss, um sein Allzeithoch zu erreichen, erstürmte der Goldpreis in Euro aufgrund der Schwäche unserer Gemeinschaftswährung mit 1.462 € bereits ein neues Allzeithoch. Auch wenn der Goldpreis kurzfristig starke Anzeichen einer spekulativen Übertreibung im Rahmen eines extrem bullisches Sentiments aufweist, so zeigt der Euro bis dato kein bärisches Sentiment. Ein großer Teil des Preisanstiegs ist auf die Schwäche des Euros zurückzuführen und noch scheint die Abwertung nicht abgeschlossen zu sein. Sollte es zu einer finalen Verkaufspanik im Euro kommen, dann dürfte der Euro kurzzeitig unter die Parität zum Dollar rutschen.

Für den Goldmarkt bedeutet dies, dass der Terminmarkt zwar für eine kurz- bis mittelfristige Verschnaufpause spricht, bevor der Anstieg weiter gehen kann, doch eine weitere Abwertung des Euros könnte diese Korrektur in Euro gerechnet sehr mild ausfallen lassen. Letztlich dürfte das aktuell bereits herrschende stagflationäre Umfeld den Goldpreis weiter stützen und langfristig weiterhin haussieren lassen.

Der Euro erreichte ein zweieinhalb Jahrestief, während der Goldpreis in Euro auf ein neues Allzeithoch anstieg.
Das Sentiment ist neutral für den Euro und ein weiterer Einbruch des Euros möglich.

Für den Goldmarkt bedeutet dies, dass der Terminmarkt zwar für eine kurz- bis mittelfristige Verschnaufpause spricht, bevor der Anstieg weitergehen würde, doch eine neuerliche Abwertung des Euros könnte diese Korrektur in Euro gerechnet sehr mild ausfallen lassen. Letztlich dürfte das aktuell bereits herrschende stagflationäre Umfeld den Goldpreis weiter stützen und langfristig weiterhin haussieren lassen. Wir hatten in den letzten Jahren stets wiederholt, dass der Goldpreis aufgrund der katastrophalen Geldpolitik in Europa seitens der EZB im Aufwärtstrend verbleiben und weiter ansteigen wird.

Der Aufwärtstrend für Gold in Euro ist völlig intakt.

Allein seit Mitte 2018 wertete der Euro real zur stärksten Währung der Welt, dem Gold, rund 31 % an Kaufkraft ab. Wer sein Vermögen nicht in Gold, sondern in Euro geparkt hatte, der hat einen realen Verlust in dieser Höhe erlitten, den man nur sehr schwer wieder wettmachen kann. Jene können nur hoffen, dass der Goldpreis in Euro noch einmal kurzweilig um einhundert Euro korrigieren mag in den kommenden Monaten, um doch noch einmal zu einem besseren Wechselkurs das Papiergeld in Warengeld zu tauschen. Eine Alternative stellt der Kauf von Silber dar, das diesen Anstieg noch nicht im gleichen Umfang mitgemacht hat und mit einem Ratio von 89 immer noch historisch günstig ist. Wir erwarten, dass der Silberpreis mittel- bis langfristig den Goldpreis mindestens um das 1,5-fache outperformen sollte und im besten Fall sogar um das Dreifache! Damit könnte man die verpasste Rendite im Goldmarkt wieder reinholen, wenn man in einem Edelmetalldepot überproportional stärker auf Silber setzt.

Der Silberpreis ist historisch gesehen immer noch relativ günstig zum Goldpreis.

Coronavirus beeinflusst die Märkte stark

Das Coronavirus droht die Weltkonjunktur abzuwürgen und die Weltwirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Trotz dieser Gefahr erreichen die Aktienmärkte neue Allzeithochs, während der US-Dollar sein aktuelles Preisniveau verteidigen kann. Die chinesische Wirtschaft wird im ersten Quartal voraussichtlich deutlich schrumpfen und im besten Fall wird es in der zweiten Jahreshälfte eine Aufholjagd geben, wenn das Virus eingedämmt werden kann. Die weltweiten Lieferketten drohen zu zerbrechen, nachdem die chinesische Wirtschaft größtenteils still steht und keine Produkte das Land mehr verlassen. Tanker und Frachtschiffe liegen vor Anker, während 780 Millionen Menschen mittlerweile unter Quarantäne stehen.

Das kommunistische Regime hat zur Bekämpfung des Virus die Quarantäne verschärft und revolutionsähnliche Maßnahmen ergriffen.  Scheinbar versucht China durch Mobilisierung maximaler Ressourcen und repressiver Aktionen eine Großkampagne zur sozialen Kontrolle durchzuführen. Neben dem Versuch, den Ausbruch des Coronavirus am weiteren Ausbruch zu hindern, liegt auch das Motiv der proaktiven Verhinderung jeglicher Auflehnung gegen das autoritäre Regime auf der Hand.

Noch ist die Epidemie in China außer Kontrolle.

Es gibt jedoch Hoffnungen, die darauf hindeuten, dass der Ausbruch eingedämmt bzw. die Auswirkungen doch nicht so schlimm sein dürften. Nebst einer Todesrate von real deutlich unter einem Prozent, wenn wirklich alle Fälle gezählt werden, scheint es bei Menschen mit weniger ACE2 Zellen zu einem sehr milden Verlauf der Krankheit zu kommen, während primär Asiaten den schweren Verlauf durchmachen. Diese sogenannten asymptomatischen Verläufe, die wir auch in Deutschland beobachteten, sind jedoch auch eine Gefahr, da diese Menschen als Überträger fungieren und so das Virus unerkannt weiterverbreitet werden kann.

Die Blasenmärkte standen schon vor dem Coronavirus vor dem Zusammenbruch und nur die konsequenten Eingriffe der Notenbanken verhinderten bis dato den Ausbruch einer Rezession. Sollte das Virus zu einem Abbruch der Lieferketten führen und die Lichter in den westlichen Fabriken aufgrund fehlender Teile ebenfalls ausgehen, wird die Rezession sofort ausbrechen und die Notenbanken werden mit viel Geld aus der Druckerpresse reagieren und diesen Unternehmen helfen. Natürlich wird dieses Geld nur aus der Tasche der Sparer gestohlen und umverteilt. Wer sich sein hart erarbeitetes Vermögen nicht stehlen lassen will, der sollte Gold und Silber besitzen, da diese auf die Abwertung des Euros mit weiteren Preisanstiegen reagieren werden. Es bleibt spannend und wir verfolgen täglich die weiteren Entwicklungen rund um das Virus und dem Einfluss dessen auf die Märkte.

Technische Analyse zu Gold – Coronavirus verhinderte bisher Preiskorrektur und schiebt Gold auf ein neues Allzeithoch

Terminmarkt: Gold zeigte zur Vorwoche wieder relative Stärke – folgt nun der bullische Ausbruch aus der Wimpelformation?

Die Netto-Shortposition der Big 4 erhöhte sich von 25 auf 28 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 erhöhte sich von 53 auf 54 Tage der Weltproduktion. Der Preis stieg zum Stichtag der Datenerhebung am 11. Februar um 14,50 USD, während die Spekulanten netto nur 6 Tsd. Kontrakte short gingen. Dies zeigt weiterhin anhaltende relative Stärke.

Auch zum Vormonat zeigt sich noch leichte relative Stärke. Die Daten der BIG4 lassen eine leichte Manipulation vermuten, was die Stärke noch deutlicher hervorhebt. Die bullische Spekulation ist mit 307 Tsd. Kontrakten auf der Longseite weiterhin auf einem historisch einmalig hohen Niveau. Dies spricht grundsätzlich gegen einen mittelfristigen Preisanstieg, es sei denn, weitere exogene Faktoren sorgen für zunehmende Investmentnachfrage oder der Aktienmarkt bricht ein, wie es beispielsweise eine Pandemie des Coronavirus verursachen könnte.

Zuletzt war der Markt Mitte 2016 so bullisch für den Goldpreis.
Die einfache Darstellung zeigt an der roten Färbung, dass die Spekulanten eine historisch hohe Netto-Longposition halten.

In Euro hat der Goldpreis aufgrund der Abwertung des Euros und der gestiegenen Investmentnachfrage vor dem Hintergrund der Coronavirus-Angst nicht nur das hohe Preisniveau verteidigt, sondern auch ein neues Allzeithoch erreicht. Vor dem Ausbruch des Coronavirus war mit einer Korrektur des Goldpreises zu rechnen, doch der Virus hat zu einem Stillstand der chinesischen Wirtschaft geführt, was die Weltwirtschaft beeinflusst, was wiederum geldpolitische Lockerungen nach sich zieht und ziehen wird, weshalb diese neue Ausweitung der Geldmenge jetzt bereits eingepreist wird. Es kommt nun ganz darauf an, ob und wie schnell der Ausbruch eingedämmt werden kann. Je weiter sich das Virus ausbreiten kann, desto wahrscheinlicher wird eine Fortsetzung der Hausse am Goldmarkt unter dynamischer Nachfrage in ETFs, was zu einem vorübergehenden physischen Defizit führen könnte.

Oberseite des Aufwärtstrendkanals spricht für eine Korrektur bzw. Abnahme des Momentums.

Für den Gold-Chart in US-Dollar lässt sich sagen, dass das Coronavirus dafür verantwortlich ist, dass sich der Goldpreis unter relativer Stärke bisher über der Signallinie und Unterstützung bei 1.550 $ halten kann. Fällt der Preis darunter, so wäre dies bärisch und es gäbe ein mittelfristiges Verkaufssignal bzw. das Signal zum Absichern von physischen Positionen, das intakt bleibt, solange der Preis unterhalb dieser Marke verweilt. Den Stop-Loss muss man dann entsprechend über dieser Signallinie platzieren und letztlich darunter nachziehen. Noch vor anderthalb Jahren hätten wir bei einem so übertrieben bullischen Sentiment blind Gold verkauft, doch die aktuellen Umstände lassen uns vorsichtig sein.

Sollte der Kampf gegen das Virus erfolgreich sein, so dürfte der Goldpreis abverkaufen und drei bis sechs Monate korrigieren. Kann sich die Krankheit jedoch weiterhin verbreiten, so könnte dies den Goldpreis nach oben schieben, wobei es auch möglich ist, dass China und die USA in einer koordinierten Anstrengung den Preis drücken werden, um die Fiat-Währungen stabil zu halten.

Wimpelformation oder Doppeltop?

Im Kurzfristchart sehen wir noch einmal die aktuelle Wimpelformation im Chart. Der Goldpreis kann sich durch den nCOVD-19 über der Unterstützung bei 1.550 $ halten. Solange dies so bleibt, gibt es für uns keinen Handlungsbedarf und wir bleiben neutral im Trading und Long mit unserer physischen Position. Wenn der Goldpreis unter diese Unterstützung fällt, beginnen wir Absicherungsgeschäfte zu tätigen und in drei Schritten zu hedgen sowie ggf. spekulative Shortpositionen zu platzieren.

Wer spekulativ agieren möchte, dem bietet sich jetzt eine Chance. Kann der Goldpreis aus der kurzfristigen Wimpelformation jetzt nach oben ausbrechen, so erzeugt dies ein kurzfristiges Kaufsignal. Normalerweise empfehle ich bei solchen CoT-Daten derartige Trades keinesfalls anzunehmen, doch aufgrund der relativen Stärke in den CoT-Daten und dem Corona-Umfeld scheint das CRV dennoch neutral zu sein. Dies ist nur ein Trade für gute Trader, die sofort nach dem Ausbruch auch einen Stop Loss setzen. Ein Ausbruch würde nur ein sehr kurzfristiges Kaufsignal liefern und mittelfristig dürfte es erneute Rücksetzer auf 1.550 $ geben. Deshalb sollte man Gewinne mitnehmen aus diesem Trade.

Auf der anderen Seite bietet diese aktuelle Marke den Bären eine Chance, wenn der Preis jetzt an dem Abwärtstrend im Wimpel scheitert. In diesem Fall könnte ein bärischer Ausbruch aus der Formation folgen mit einem Einbruch unter 1.550 $.

Bei Ausbruch aus der Formation entstünde ein kurzfristiges charttechnisches Kaufsignal mit einem schlechten CRV.