Firmenübernahmen und Verschmelzungen waren in letzter Zeit bei den Edelmetallunternehmen häufig zu sehen, eher weniger bei den Basismetallen. Daher bringt sich der Nickelmarkt den Bergbaugesellschaften, aber auch den Investoren, durch nachfolgend beschriebenes Übernahmeangebot eindrucksvoll in Erinnerung.

Das Großunternehmen Independence Group, eine mächtige Gesellschaft mit einem Marktwert von über 6 Mrd. AUD legte ein Angebot zum Erwerb aller Aktien des australischen Nickelproduzenten Panoramic Resources vor. Ein Angebot, das vorweg einmal von den Aktionären abgelehnt wurde und nach einer Minenbegehung von der Independence Group nachgebessert wurde. Zwar sollte seitens Panoramic bereits am Montag dieser Woche das Einverständnis dazu einlangen, aber noch ziert sich die Braut ein wenig und möchte alternative Optionen überprüfen. Das Angebot ist deshalb am Markt interessant, da Panoramic Resources selbst, trotz technischer Probleme nebst Produktionsstillstand, mit rd. 202 Mio. AUD Marktwert auch nicht gerade ein  kleiner Fisch ist, den man so nebenbei fängt. Darüber hinaus ist es beachtlich, wenn ein Riese wie die Independence Group sich das Unternehmen nicht zum Schnäppchenpreis einverleiben will, sondern mit einem Aufpreis von 19% an die Aktionäre herantritt. Da die Aktie der Independence Group aktuell mit AUD 5,94 notiert und die von Panoramic Resources bei AUD 0,39, das Angebot jedoch lautet 13 Panoramic Aktien für 1 Independence Aktie, so entspricht dies für den Aktionär einen Preis auf Basis der Independence Aktie von AUD 5,07, also ein gutes Stück unter dem aktuellen Wert der Independence Aktie.

Sieht die Independence Group also noch viel weiteres Potenzial im Unternehmen, oder eine weiter steigende Entwicklung des Nickelmarktes? Nun, Nickel ist seit dem Jahresanfang bereits um ca. 70% im Kurs gestiegen, daher werden wohl beide Argumente schlagend für ein Übernahmeangebot gewesen sein, denn technische Probleme löst ein so erfahrenes Unternehmen wie die Independence Group leichter als kleine oder mittlere Produzenten.

Müssen nun auch andere Nickelfirmen mit Übernahmeangeboten rechnen? Das kann man in Zeiten guter Rohstoffpreise kaum ausschließen. Außer es sind Unternehmen wie Cassini Resources (Sydney: CZI; Frankfurt: ICR; WKN: A1JNU6; ISIN: AU000000CZI9), die bereits seit geraumer Zeit mit OZ Minerals, ebenfalls einem Großen der Branche, kooperieren und so vor „feindlichen“ Übernahmen gefeit sind. Cassini besitzt ein Weltklasseprojekt für Nickel in Westaustralien, das von OZ Minerals als JV-Partner aktiv bearbeitet wird. Da auch das Management von OZ Minerals von der Projektqualität begeistert ist, so werden sie sich sicher nicht von einem weiteren Marktteilnehmer die Butter vom Brot nehmen lassen und selbst alles unternehmen, um in Produktion gehen zu können.

Auch die Preisvorschau für Nickel sieht in den kommenden Jahren eine weiterhin steigende Tendenz, da die Nachfrage vom Markt stärker als das Angebot ist, und das auch einige Jahre so bleiben soll. Daher zeigt die Nachricht über eine Übernahme auf eine positive Tendenz am Nickelmarkt und Potential für Bergbaugesellschaften, die qualitativ hochwertige Nickelprojekte entwickeln.