Zumindest, wenn es nach dem Researchhaus Adamas Intelligence aus Toronto geht, das die Batterieentwicklung und der dazu benötigten Materialien weltweit beobachtet. Adamas Intelligence verarbeitet die Daten der weltweiten Bedarfsströme in der Mobilitätsindustrie sowie Produktionskapazitäten, aber auch die Weiterentwicklung der Batteriekonzepte.

War bisher Kobalt ein wichtiger Bestandteil als Metall im Pluspol (Kathode) der Lithium-Ionen-Akkus, so hat sich das Bild in der Batterieentwicklung weitgehend verändert. Auch wenn das Hauptproduktionsland Kongo seinen Abbau aufstockte, so ist und bleibt aufgrund der oftmals damit verbundenen Kinderarbeit Kobalt ein Problemmetall, das von vielen Ländern und Autobauern gemieden wird.

War aufgrund der vorherrschenden Lithium-Ionen-Technologie Kobalt ein extrem gefragtes Metall, das in seiner Spitze 2018 95.000 USD je Tonne wert war, so korrigierten die Notierungen wieder auf aktuell 28.000 USD je Tonne.

Ausschlaggebend dafür war, dass sich der Batteriemarkt aufgrund der bekannten Probleme in eine andere Richtung entwickelte. Batterien auf Basis Nickel-Metall-Hybrid (überwiegend Nickel Hydroxide und AB5 Nickel-REE Verbindungen) werden derzeit verstärkt weiterentwickelt und angeboten. Die Betrachtung der Statistik aus 80 Ländern sieht eine 69%ige Steigerung der Nickelmetallverbindungen bei den Batterien, speziell in China.

Die zweistufige industrielle Weiterentwicklung der Kathoden in der Batterietechnik sieht bei Nickel-Kobalt-Mangan-Batterie (NCM-Batterie) mehr Zukunft. Mehr Nickel und weniger Kobalt ist aktuell der Weisheit letzter Schluss. China ist so weit, die nächste Generation der NCM-Batterien (NCM111 und NCM811) zu verwenden, die mit mehr Nickel einen neuen Standard setzt, noch weniger Kobalt benötigt, und in ihren Fahrzeugen bereits zum Einsatz kommt.

Natürlich wird Kobalt nicht gänzlich ersetzt werden, jedoch sein bislang bedeutender Anteil in der Batterietechnik wird zunehmend schwinden. Das kommt besonders klar zum Ausdruck, wenn man die Mengenstatistik betrachtet. Alleine dass der weltweite Batterieausstoß gegenüber dem Vorjahr um 48% stieg, China alleine für fast die Hälfte aller Elektrofahrzeuge die Statistik anführt, und der VW-Konzern zig Milliarden investiert, um ab 2021 seine Elektroflotte auf den Markt zu bringen (übrigens bereits mit der modernen NCM811 Batterie) zeigt, dass die Entwicklung moderner Energiespeicher für Mobilität eindeutig in Richtung mehr Nickel und verringerte Kobaltanteile strebt. Für Kobalt eine eindeutig negative Entwicklungstendenz, die noch vor 2 Jahren so nicht erkennbar war.

Kobalt produzierende Minen werden auch in Zukunft ihren Markt besitzen. Der hoch gehandelte Markt der Elektromobilität, der Kobalt eine glänzende Zukunft voraussagte, wird es offensichtlich nicht mehr werden.