Der Preis für einen Barrel Rohöl ist in den letzten drei Monaten um fast 18% gestiegen und befindet sich aktuell auf einem Niveau von circa 71 USD pro Barrel Brent Öl. Hauptgrund für den Anstieg war ein deutlicher Rückgang der Ölförderung. In den letzten drei Jahren ist der Rohölpreis sogar um fast 65% angestiegen.

Seit kurzem mehren sich allerdings die Stimmen, welche in den nächsten Monaten mit einem Rückgang des Rohölpreises rechnen. Hauptgrund hierfür ist die aufkeimende Gefahr, dass die Produktion ansteigen könnte und dies zu einem weltweiten Überangebot führen würde.

Ein russischer Minister hat angekündigt, dass Russland und die OPEC die Ölförderung deutlich erhöhen könnten. Ziel sei es, der USA Marktanteile zu nehmen.

Der russische Finanzminister Anton Siluanov sagte, dass falls die Rohölförderung ansteigen würde, der Rohölpreis auf ein Niveau von 40 USD pro Barrel fallen könnte.

Edward Moya, ein Senior Analyst bei OANDA bemerkte dazu, dass es zunehmende Befürchtungen gäbe, dass Russland sich nicht mehr an die Produktionseinschränkungen halten würde und dass Russland dies auch offiziell mitteilen könnte.

OPEC Treffen im Juni

OPEC und seine Verbündete (unter anderem auch Russland) werden sich im Juni 2019 treffen, um die Fortdauer der Produktionseinschränkungen zu besprechen.

Erst Anfang Januar dieses Jahres hatten die Partner entschieden, die Rohölproduktion auf 1,2 Millionen Barrel pro Tag zu beschränken. Diese Vereinbarung gilt für sechs Monate.

Eine stark ansteigende Schieferölproduktion in den Vereinigten Staaten hatte ebenfalls dazu geführt, dass die Rohölpreise nicht noch weiter gestiegen sind.

Die U.S. Energy Information Administration hat in den letzten Tagen einen Report veröffentlicht und erwähnt, dass die Produktion der sieben großen Schieferformationen im Mai 2019 eine Rekordhöhe von 8,46 Millionen Barrel pro Tag erreichen sollte. Jedoch führten geringere Förderungen im Iran und in Venezuela dazu, dass der Rohölpreis nicht sank.

Es gibt weiterhin Anzeichen dafür, dass die USA die Sanktionen gegen diese beiden OPEC-Hersteller weiter verschärfen wird. Und auch neue Kämpfe in Libyen könnten dort die Rohölproduktion senken.

Dies alles könnte dem Plan einer erhöhten russischen Förderung entgegenwirken und den Preis für Rohöl stabil halten.