Der Preis für Eisenerz, welches hauptsächlich für die Stahlproduktion benötigt wird, hat in den letzten Monaten kräftig zugelegt. Aktuell muss für Nordchinas 62% Fe Eisenerz 79,95 USD bezahlt werden – ein Zehnmonatshoch. Hauptgrund hierfür ist die Befürchtung, dass einige chinesische Provinzen ihre Einschränkungen der Stahlproduktion auch nach dem Winter aufrechterhalten werden. Chinas Hüttenwerke sind für mehr als die Hälfte der Stahlproduktion verantwortlich.

Einschränkungen auch nach dem Winter

Die Futures für Shanghai Stahlbeton sind auf ein 3 Monatshoch gestiegen. Die Region Hebei hat die Kapazitätseinschränkungen auf unbestimmte Zeit verlängert. Und auch Pekings Regierung greift in Bezug auf die Schwerindustrie hart durch. Sie schließt alte und umweltschädliche Fabriken. Dadurch sollte sich die Profitabilität und die Nachfrage nach Stahl der heimischen Stahlindustrie deutlich erhöhen.

So beschloss die chinesische Regierung fünfzig-prozentige Einschränkungen während den Wintermonaten. Konsequenterweise hat diese Maßnahme den Betonstahlpreis deutlich erhöht und daher den Eisenerz-Preis und den Preis für Kokskohle deutlich nach oben getrieben.

Volatiler Eisenerz-Preis möglich

Vivek Dhar, Analyst bei der Commonwealth Bank of Australia sagt dazu: „Es könnte sein, dass es im Norden Chinas zu weiteren Einschränkungen auch nach der Wintersaison kommen könnte. Während eine geringere Stahlproduktion positiv für die Entwicklung von Stahlpreisen ist, so ist sie gleichzeitig negativ für die Nachfrage nach physischem Eisenerz.“

Er glaubt, dass sich der Eisenerzmarkt 2018 volatil verhalten wird. Die geringere Auslastungsquote sollte dazu führen, dass chinesische Hüttenwerke weiterhin versuchen werden, ihre Produktivität zu erhöhen. Sie dürften sich zudem auf hochgradigen Erz konzentrieren. 2017 wurden 1 Mrd. Tonnen importiert; weit mehr als 2016.

Chinesische Importe von hochqualitativem Eisenerz und Stückerz aus Australien, Brasilien und Südafrika sind im letzten Monat gegenüber Dezember 2017 um 19% angestiegen. Die neue umweltschützende Politik in China spielt also den Ländern in die Hände, welche Eisenerz exportieren.

Solide Stahlproduktion

Laut der World Steel Organization ist Chinas Stahlproduktion im Januar nur um 0,1% gegenüber Dezember 2017 gefallen. Im Jahresvergleich waren es 0,9%. Experten hatten einen weit höheren Rückgang befürchtet.

Es kann somit davon ausgegangen werden, dass andere Regionen des Landes die Flaute wieder aufgefangen haben. 2017 stieg die Produktion von chinesischem Rohstahl um 5,7% auf 832 Mio. Tonnen.