Ohne den Einsatz von Kobalt fährt heute quasi kein Elektroauto.  Das seltene Metall wird hauptsächlich in Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. Kobalt ermöglicht ein schnelles Aufladen von Batterien und schafft gleichzeitig eine hohe Energiedichte. Der Bedarf von Kobalt ist enorm. Tesla benötigt für seine neuesten Modelle in etwa 12 Kilogramm pro Auto.

Tesla ist aber nicht das einzige Unternehmen, dass fast schon verzweifelt auf der Suche nach Kobalt ist. Das Angebot gilt als gering und alle Automobilunternehmen versuchen momentan langfristige Belieferungsverträge zu sichern und scheitern oft daran. Auch Mobiltelefon-Unternehmen wie Apple benötigen Kobalt für ihre Batterien.

Die Kobaltnachfrage kann schon länger nicht mehr bedient werden und das Beratungsinstitut Macquarie Research schätzt, dass sich das Kobalt Defizit aktuell bei 885 Tonnen befindet. Glaubt man den Experten, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren um mehr als 500% steigen sollte, so dürfte bereits 2020 das Kobalt Defizit bei 5 340 Tonnen liegen.

Nachfrage/Angebotsschere von Kobalt

Quelle: Palisade Research

Kein Wunder also, dass der Kobaltpreis in den letzten zwei Jahren geradezu explodierte. Aktuell zahlt man für eine Tonne Kobalt circa 75 000 USD. Anfang 2016 bewegte sich dieser noch bei unter 25 000 USD pro Tonne. Der Preis hat sich also innerhalb 2 Jahren verdreifacht.

Preisentwicklung von Kobalt

Quelle: Palisade Research

Der Grund für das Angebotsdefizit ist ziemlich naheliegend. Fast 60% des Kobalt Angebots kommt aus der Demokratischen Republik Kongo. Der afrikanische Staat ist leider alles andere als das, was sein Name verspricht. Kongo ist seit Jahren und auch heute noch durch Korruption, Ausbeutung und Kriegen gekennzeichnet. Die UN schätzt, dass bis zu 40 000 Kinder in Kobalt Minen arbeiten und jährlich viele davon sterben.

Daher verweigern viele Unternehmen aus ethischen Gründen den Kauf des Metalls aus Kongo und versuchen in andere Regionen auszuweichen. China, Kanada und Australien sind die Länder, die das Metall ebenso abbauen. Doch auch ein Bezug aus diesen Ländern ist schwierig. Generell existieren weltweit zwar genügend Kobalt Vorräte – Schätzungen gehen von gesicherten 25 Mio. Tonnen aus – aber der Abbau ist sehr aufwendig und gleichzeitig extrem umweltbelastend, da die Kobalt Konzentration gering ist.

Schnelle Lösungen für ein deutlich höheres Kobalt-Angebot oder zügige Alternativen für Lithium-Ionen-Batterien sind aktuell nicht in Sicht. Zwar hat zum Beispiel kürzlich das riesige Rohstoffunternehmen Glencore angekündigt, sein Kobalt Angebot in den nächsten Perioden zu verdoppeln, aber auch das dürfte den Appetit nach dem Metall bei weitem nicht befriedigen können.

Kurz- bis mittelfristig dürfte der Preis von Kobalt also weiter ansteigen und Höchststände erreichen. Es scheint äußerst unwahrscheinlich, dass der Kobaltpreis unter Druck gerät.