Wie eine gemeinsame Studie von Wood Mackenzie und GTM Research zeigt, werden sinkende Kosten für regenerative Energie und Stromspeicher die Rolle von Gas zur Stromerzeugung im Süden Australiens drastisch einschränken. Wie die Studie annimmt, werden bis 2025 die Kosten für Windenergie um 15 Prozent, für Solarenergie um 25 Prozent und für Batterien um fünfzig Prozent sinken. Ab 2035 könnte eine Kombination aus regenerativer Energie und Stromspeichern den gesamten Energiebedarf in Südaustralien decken. Gas würde dann lediglich noch als eine Art Energieträger für den Notfall gebraucht.

Stromspeicher verdrängen Gasturbinen bis 2025

Südaustralien gilt als Vorzeige-Region, wenn es darum geht, moderne Energielösungen umzusetzen. 2016 ging dort das letzte Kohlekraftwerk vom Netz. Dies befeuert auch einen besonderen Gründergeist. Beispielsweise haben sich das australische Bergbauunternehmen Australian Vanadium (WKN: A2ABRH; ISIN: AU000000AVL6) und der Batteriehersteller VSun im Bereich der Vanadium-Fluss-Batterien einen Namen gemacht. Beide Unternehmen stehen unter dem Einfluss des Akku-Pioniers Vincent Algar. Vanadium-Fluss-Batterien zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit und Flexibilität aus und sind perfekt geeignet, um in großen Stromspeichern eingesetzt zu werden. VSun arbeitet unter anderem mit Gildemeister zusammen, die diese Technologie ebenfalls erfolgreich verfolgen.

Neben moderner Batterie-Technologie gibt es weitere Faktoren, die den Durchbruch moderner Energielösungen befeuern. Die Autoren der Studie nennen dabei in erster Linie die Kosten einer Batterieladung als entscheidenden Faktor. Diese werden bis 2025 deutlich sinken. Als Konsequenz sollen bis zu diesem Zeitpunkt Stromspeicher deutlich preiswerter sein, als die bisher genutzten Gasturbinen bei aktuellen Gaspreisen. Die Autoren gehen davon aus, dass Stromspeicher mit einer Kapazität von 400 MW oder 1.600 MWH ausreichen dürften, um Bedarfsspitzen privater Haushalte auszugleichen.

Südaustralien als Vorbild für die Welt?

Zwar würden fossile Energieträger eine Rolle als Ersatztechnologie behalten, doch komme es ab 2025 lediglich darauf an, flexibel auf bestimmte Notsituationen zu reagieren. Die Autoren betonen, dass die Situation in Südaustralien bis 2025 eine Blaupause für die Lage im Rest der Welt darstellen könnte. „Wenn die aktuellen Preistrends anhalten, wird Südaustralien exemplarisch dafür stehen, wie erneuerbare Energie und Batterien herkömmliche Technologien verdrängen“, so die Studie.