Anfang Juli ereignete sich in Ghana eine Tragödie: 17 Minenarbeiter wurden verschüttet und wenige Tage später für tot erklärt, nachdem man den Leichnam eines der Vermissten in achtzig Metern Tiefe gefunden hatte. In Ghana ist der illegale Abbau von Gold weit verbreitet. Allein in den Monaten Juni und Juli 2013 schickte das Land 4.500 illegale Minenarbeiter aus China nach Hause, doch das Problem besteht bis heute. China ist für Ghana ein wichtiger Handelspartner und es fällt dem afrikanischen Land daher schwer, seine Interessen rigoros durchzusetzen und den illegalen Goldabbau zu stoppen. Wie das zuständige Ministerium verlautet, sorgen illegale Aktivitäten in Ghana für einen Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar. Alle Exporte aus legalem Abbau umfassen 3,2 Milliarden Dollar.

Offizielle Stellen setzen auf Aufklärung

Um der Schattenwirtschaft zu begegnen und illegale Aktivitäten einzudämmen, die nicht selten mit Kriminalität und Verschmutzung einhergehen, hat Ghana nun eine Reihe Maßnahmen ergriffen. Einerseits soll der Import von Quecksilber, das für illegale Minenaktivitäten genutzt wird, ab Jahresende verboten werden. Auf diese Weise soll vor allem die Verschmutzung sinken. Zuvor hatten offizielle Stellen, die für die Reinheit des Wassers zuständig sind, hohe Kosten zur Reinigung von Wasserreserven moniert.

Ein weiterer Schritt, um Verschmutzungen zu reduzieren und die Folgen illegaler Aktivitäten zu mindern, ist Aufklärung. Wie die Regierung bekannt gab, sollen vor allem kleinere Minenbetreiber hinsichtlich nachhaltiger Verfahren zum Rohstoffabbau trainiert werden. In einem ersten Schritt sollen noch in diesem Sommer 50 Minenarbeiter, Betreiber und Journalisten an einem Workshop an der Universität von Tarkwa im Westen Ghanas teilnehmen, um entsprechende Verfahren zu erlernen. Insgesamt sollen nach und nach 1.000 Verantwortliche und Arbeiter aus der Minenindustrie mit entsprechenden Verfahren vertraut gemacht werden. Zentrales Anliegen ist es, Gold zu fördern, ohne Quecksilber zu nutzen.

Illegaler Bergbau auch in Südamerika und Asien

Wie Professor Kwabena Frimpong-Boateng, Umweltminister Ghanas, verlautete, seien in Folge der illegalen Aktivitäten rund sieben Prozent der gesamten Landmasse Ghanas verschmutzt. Der Politiker ruft kleinere Minengesellschaften dazu auf, verlassene Minen wieder zu reaktivieren oder zumindest die illegale Nutzung durch Wanderarbeiter zu verhindern.

Auch in Südamerika gibt es immer wieder Unglücke in illegalen Minen. Ende Juni ereignete sich in einem Kohlebergwerk in Cucunuba unweit der Hauptstadt Bogota eine Gasexplosion, bei der 13 Menschen ums Leben kamen. Wie die kolumbianische Bergbaubehörde ANM meldete, kam es allein in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres zu 28 Grubenunglücken. Doch auch andere Bergbauregionen sind betroffen. Neben Indonesien, wo illegale Arbeiter Gold fördern, kommt es auch im relativ wohlhabenden Südafrika immer wieder zu illegalen Aktivitäten.

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