Keine goldenen Zeiten für die großen Bergbaubetriebe – der Kurs für das Edelmetall sank am vergangenen Dienstag nach einem Fünfmonatshoch. Der aktivste Vertrag der New York Commodities Exchange (Comex), nämlich lieferbares Gold, sank am Dienstag auf einen Stand von 1,262.80 USD/ Unze, ein Prozentpunkt weniger als noch am Montag – das ist ein Zweiwochen-Tief. Aktionäre wandten sich derweil vermehrt dem risikoreicheren Geschäft mit Technologie-Aktien an der Nasdaq in New York zu. Die Top-Player im Goldgeschäft mussten teils erhebliche Verluste hinnehmen.

Am schwersten traf es den Branchenführer Barrick Gold Corp. (WKN: 870450; ISIN: CA0679011084). Der Aktienverkauf brach um ganze 11,2 Prozent ein, nachdem die Quartalsberichterstattung weit unter den Erwartungen blieb. Barrick ist nun 19,5 Milliarden USD wert, der Absatz sank zurück auf das Niveau von Januar. Barrick, der produktionsstärkste Bergbaubetrieb, hat seinen Führungsvorsprung einkürzen müssen; die Jahresproduktion wird 2017 voraussichtlich bei 5,3 bis 5,6 Millionen Unzen liegen – im Vergleich zu vorher 5,6-5,9 Millionen. Barrick erwartet, in der argentinischen Mine Veladero nach Aufhebung der juristischen Auflagen im Juni wieder den normalen Betrieb aufnehmen zu können – auf dem Werksgelände hatte es schwerwiegende Umweltprobleme durch verschüttetes Zyanid gegeben. Barrick verkaufte zudem 50% Beteiligung nach China an Shandong Gold – für eine Summe von 960 Millionen USD. Das entspricht etwa 2/3 des geschrumpften Führungsvorsprungs.

Die Verluste bei Newmont Mining Corp. (WKN: 853823; ISIN: US6516391066)aus Denver waren erheblich geringer und betrugen 2,7 % auf eine Marktkapitalisierung von nun 17,2 Milliarden USD. Der Produktionsoutput im ersten Quartal 2017 stieg um 9% auf 1,23 Millionen Unzen. Das erste Quartal war für Newmont ohnehin sehr ereignisreich. Gemeinsam mit Goldstrike Ressources werden Schürfrechte an einem neuen Goldbezirk im Yukon entwickelt; vielversprechend sind auch die Aussichten für eine kommerzielle Produktion des australischen Tanami Extension Project zur Jahresmitte hin. Das Unternehmen bestätigte zudem die Erweiterung der Subika- und Ahafo-Projekte in Ghana. Im kommenden Jahr werden diese Maßnahmen den Outputweiter verbessern – das Unternehmen hat seine langfristige Produktionsprognose auf 4,7-5,2 Millionen Unzen erhöht.

Anglo Gold Ashanti (WKN: 164180; ISIN: ZAE000043485)mit Sitz in Johannisburg musste Verluste von 1,4 Prozent hinnehmen. Zertifikate sind an der New Yorker Börse derzeit 4,6 Milliarden USD wert, die Gewinne waren bisher nur im zweistelligen Bereich. Im vergangenen Jahr sank die Produktion um 8% auf 3,6 Millionen Unzen. Erst kürzlich kündigte das Unternehmen an, dass die Obuasi-Mine in Ghana nach dreijährigen Wartungsarbeiten wieder die Produktion aufnehmen könne, nachdem noch im Februar einheimische Sicherheitskräfte illegale Arbeiter aus der Mine vertrieben hatten. Obuasi ist ein enorm wichtiges Projekt: Es handelt sich um die weltweit siebzehntgrößte Goldablagerungsstätte mit Ressourcen von 27 Millionen Unzen und atemberaubenden Reserven von 7 Gramm pro Tonne Erz.

An der New Yorker Börse sanken die Aktien von Goldcorp (WKN: 890493; ISIN: CA3809564097)mit Sitz in Vancouver um 3% auf 12 Milliarden USD. Der Produktionsrückgang im vergangenen Jahr betrug 17% (600.000 Unzen) – die ersten Quartalsergebnisse werden in Kürze veröffentlicht.

Kinross Gold (WKN: A0DM94; ISIN:CA4969024047)aus Toronto verlor 6,8% und ist nun 4,2 Milliarden USD wert – ein Rückgang um 25% im Jahr 2016.