Albemarle, der größte Lithium-Produzent der Welt, denkt über Zukäufe nach. Zudem soll das australische Lithium-Projekt des Unternehmens ausgebaut werden. Die Maßnahmen gelten als Reaktion auf die ambitionierten Wachstumserwartungen des Unternehmens an den Lithium-Markt. Insbesondere die zunehmende Zahl an Lithium-Ionen-Batterien im Fahrzeugbau gilt als Wachstumstreiber für den Lithium-Bergbau. Konkret erwartet Albemarle in den kommenden fünf Jahren jährlich ein Wachstum der Nachfrage nach entsprechenden Stromspeichern um acht Prozent.

Die Greenbushes-Mine des Unternehmens, die bereits heute als weltgrößtes Lithium-Projekt gilt und die Albemarle in einer Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Tianqi betreibt, soll künftig deutlich ausgebaut werden. Statt der bisherigen Jahresproduktion von 80.000 Tonnen soll das Projekt schon bald jährlich bis zu 160.000 Tonnen lithiumhaltiges Gestein fördern.

Übernahme kleinerer Lithium-Produzenten möglich

Noch vor einiger Zeit galt die Greenbushes-Mine als Giganten-Projekt, in dessen Schatten es kleinere Unternehmen schwer haben würden, wirtschaftlich Lithium zu fördern. Doch wie Albemarle zusätzlich zum geplanten Ausbau seiner Vorzeige-Mine verkündet, könnten diese Junior-Unternehmen schon bald zu einem Übernahmeziel werden. Albemarles Finanzvorstand Scott Tozier hält sein Unternehmen bereits heute im Stande, eine weitere Übernahme zu stemmen. „Es ist wichtig, dass wir in künftiges Wachstum investieren“, wird der Manager in der australischen Presse zitiert und führt mögliche Investitionen in Lithium-Projekte oder Verarbeitungsbetriebe an. Mögliche Übernahmeziele sollen aber zur bestehenden Strategie von Albemarle passen und diese wenn möglich sogar beschleunigen.

Neben Investitionen in die Verarbeitungskette schließt das Unternehmen auch die Übernahme weiterer Produzenten nicht aus. Als potenzielle Ziele nennt die australische Presse Orocobre, Pilbara Minerals, Galaxy Resources, Neometals, Altura, Kidman oder das serbische Jadar-Projekt von Rio Tinto.

Analyst erwartet steigende Lithium-Nachfrage

Das Interesse von Albemarle kommt in einer Zeit auf, in der viele Junior-Gesellschaften harte Handelswochen hinter sich haben. Der Lithium-Preis in China gab zuletzt nach und zog Leerverkäufer an, die insbesondere die Kurse kleinerer Unternehmen in den Keller drückten. Trotzdem äußern sich Analysten weiterhin positiv: So rechnet Deutsche-Bank-Rohstoff-Experte Mathew Hocking für 2017 mit einem Wachstum der Lithium-Nachfrage um 24 Prozent. Da das Angebot mit der wachsenden Nachfrage jedoch Schritt halten werde, könne es bis Ende 2017 gar zu einem leichten Überangebot kommen, so der Analyst. Langfristig bleibt Hocking allerdings zuversichtlich: Schon 2019 solle die Nachfrage 80 Prozent höher ausfallen, als noch 2016.