Ernest&Young (EY) veröffentlicht einen Report über Trends und Ausblicke für Bergbau und Metall. Versehen mit harten Zahlen und in Diagrammen aufgeschlüsselt gewähren die Spezialisten Einblick in ihre Recherchen und Einschätzungen über das globale Kauf- und Verkaufsverhalten der Branche. Dazu gibt es Trends und Ausblicke über Methoden der Kapitalgewinnung – Darlehen, Anleihen, Börsenaktivitäten oder auch den Einsatz von Eigenkapital.

2016 ist überstanden. Ein schwieriges Jahr für die Metall- und Bergbauindustrie, auch wenn zum Ende des Jahres eine allgemein positive Entwicklung zu verzeichnen war. Insgesamt jedoch war das Jahr von Unabwägbarkeiten und einer allgemeinen Verunsicherung geprägt, die durch globale makroökonomischen Aktivitäten ausgelöst wurden. Diese Verunsicherung wird nach Ansicht der Experten auch im laufenden Jahr die Strategien der Player am Markt beeinflussen.

Ein kritischer Punkt bleibt dem Report zufolge weiterhin die Notwendigkeit für die Unternehmen, ein Gleichgewicht zwischen ihrem Kapital und einer gesicherten Finanzierung der Projekte zu finden, um auch weiterhin ihr Wachstum zu fördern. Die Geschäfte wurden im vergangenen Jahr durch anhaltende Volatilität erheblich erschwert.

Brancheninterne Maßnahmen zur Restrukturierung der Finanzen haben im Verlauf des Jahres 2016 dennoch zu einer Erholung der Warenpreise geführt, was sich auch auf den Aktienmarkt auswirkte. Folge sind die vorsichtige Wiederaufnahme von Kapitalerhöhungen und Handelsaktivitäten an den Aktien -und Rohstoffbörsen.

Der EY-Report liefert in der Rückschau eine Fülle interessanter Eckdaten zur Gesamtsituation im Markt: Während das Volumen der Transaktionen im Vergleich zu 2015 um 33% stieg, sank der Umsatz um 9% im Vergleich zum Vorjahreswert auf 44,3 Milliarden US-Dollar und erreichte damit einen Niedrigwert, wie er zuletzt 2004 registriert wurde.

Zugleich mehren sich Aktivitäten in Asien: Chinesische Käufer haben 2016 die Nase vorn gehabt und schlossen vier der Top-10-Deals ab. Das mit 3,4 Milliarden US-Dollar teuerste Geschäft des Jahres tätigte jedoch eine US-Firma: Der Aluminiumhersteller Alcoa Inc.. Aluminium erfuhr von allen Rohstoffen auch insgesamt die höchste Wertsteigerung – einen Sprung um 1278% im Vergleich zum Vorjahr.

Für das Jahr 2017 rechnet der Report nun mit einem weiter anhaltenden generellen Aufwärtstrend in den Geschäftsvolumina, weiterhin jedoch nicht mit Multimillionen-Dollar-Transformationsdeals, abgesehen von der potenziellen Ausnahme groß angelegter Konsolidierungen über inländische Produzenten in China.

Als treibende Impulse im Markt prognostizieren die Spezialisten von EY allgemeine Portfolio-Neuausrichtungen und Strukturveränderungen in Branchen wie Stahl, Kohle und – natürlich – Aluminium. Der Trend entfernt sich jedoch von konventioneller Finanzierung, während die Industrie monetäre Risiken eher scheut. Das Angebot wird insgesamt jedoch vermutlich sinken, da durch die vielerorts bestehenden Kapitalbegrenzungen geringere Investitionen in Neuentdeckungen und strategische Akquisitionen getätigt werden. Hierin läge jedoch wiederum eine Chance für den Mittelstand, der unter diesen Marktbedingungen durch Eigenkapital gedeckte Transaktionen eine strategische Neupositionierung im oberen Branchensegment anstreben kann. Die allgemeine Verbesserung der Preisumgebung bedeutet dabei einen Lichtblick.

Auch über die Gesamt-Finanzlandschaft der Branche gibt der Report einen Überblick und zeigt Schlaglichter auf die elementaren Daten: Der Kreditwert sei um weitere 16% auf einen Niedrigstand gesunken, wie er zuletzt 2009 bestand. Dagegen wurden Anleiheerlöse im Wert von 116 Milliarden. Dollar ausgegeben, was eine 51%-Steigerung ausmacht.

EY erwartet im Ausblick, dass die Konsolidierung der Rohstoffpreise, die sich auch 2017 fortsetzen das Vertrauens der Investoren stärken sollte. Das bedeutet, dass für die Bergbau- und Metallindustrie besserer Zugang zum Kapital bestehen müsste, das beispielsweise für die Untersuchung neuer Schürfgründe benötigt wird. Der Anstieg der Emission von Wandelschuldverschreibungen dürfte sich in Grenzen halten, berücksichtigt man die Gesamtfinanzierungslandschaft. Die Experten erwarten nach alldem eine vorsichtig optimistische Stimmung für das Jahr 2017.

Den kompletten Report mit Zahlen, Fakten und Diagrammen gibt es hier.