Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg heute morgen im Vergleich zum Vortag um 20 Cent auf 55,37 US-Dollar. Für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate musste man 16 Cent mehr bezahlen.

Erklärt wurde dies von Händlern und Analysten mit der Aussicht auf ein geringeres Angebot auf dem Markt. Spiegelte sich der zuletzt verkündete Schwund bei den Ölreserven in den Vereinigten Staaten bisher noch nicht im Ölpreis wieder, zeigen nun Verlautbarungen von Opec Verantwortlichen ihre Wirkung.

Die in letzter Zeit besonders von Saudi-Arabien, Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder bei jeder Gelegenheit kommunizierte Absicht, Kürzungen bei den Fördermengen durchzusetzen, ist sicherlich ein entscheidender Grund für den Anstieg. Doch bleibt die Frage offen, ob sich alle Mitglieder an die seit Jahresanfang geltende Vereinbarung halten werden.

Beteiligt an dem Abkommen, 1,2 Millionen Barrel weniger pro Tag zu fördern, sind nämlich noch sechs weitere Länder. Russland will allerdings sogar über die Vereinbarung hinaus gehen und ist bereit zusätzliche 600000 Barrel weniger zu fördern.

Überraschend ist, wie schnell einige der beteiligten Länder schon erste Ergebnisse vermelden: So verkündete der Ölminister Saudi-Arabiens, Khalid Al-Falih, daß sein Land derzeit weniger als zehn Millionen Barrel fördere.

Im Vergleich zum Oktober letzten Jahres wäre das ein Minus von 600000 Fass. Eine schnelle und wie sich nun zeigt wirkungsvolle Umsetzung der noch sehr frischen Opec-Vereinbarung. Und auch Kuwait, Venezuela auch der Irak beeilten sich nun, die Durchsetzung der vereinbarten Förderreduzierung bekannt zu geben. Zudem kann die Opec über den neuen Ölmarktbericht der internationalen Energieagentur zufrieden sein.

Die Öl Lagerbestände in der OECD sind demnach zum vierten mal in Folgen gefallen. Opec Generalsekretär Mohammed Bargkindo: „Unser Hauptziel ist es, den Lagerabbau zu beschleunigen“. Das ist gelungen.