Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie in der vergangenen Woche den deutlichen Kursrückschlag beim DAX gesehen? Nachdem Deutschlands wichtigster Aktienindex im März noch etliche Male kurz über die Marke von 10.000 Punkten geschaut hatte, versucht er derzeit, die Marke von 9.700 zu halten. Grund für den jüngsten Kursrücksetzer ist der japanische Yen. Er hat sich zuletzt bis auf 108 Yen je Dollar erholt, nachdem man Mitte Dezember 2015 noch 125 Yen für einen Dollar auf den Tisch legen musste. Die kräftige Erholung des Yen belastet nicht nur den DAX, sondern auch den japanischen Nikkei und den Aktienmarkt rund um den Globus. Wieso?

Nachdem die japanische Notenbank durch immer gigantischeres Gelddrucken den Yen in den vergangenen Jahren kräftig gegenüber dem Dollar abgewertet hatte, hatten Investoren immer mehr Kredite auf Yen-Basis aufgenommen, und das Geld beispielsweise in europäische und US-Aktien gesteckt. Das nennt man Carry Trade. Die Investoren haben dabei von zwei Seiten profitiert: Einerseits haben die Investoren Währungsgewinne gemacht und andererseits Kursgewinne bei Aktien. Das Spiel geht aber nur solange gut, solange der Yen fällt. Wenn er aber wie derzeit steigt, dreht sich die Spirale in die entgegengesetzte Richtung. Die Investoren verkaufen ihre Aktien und zahlen ihre Yen-Kredite zurück. Folge: der DAX und viele andere Indizes kommen zusehends unter Druck.

Yellen bringt neue Gelddruckrunde ins Spiel

Die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen und ihre Kollegen versuchen, einen kräftigen Kursrückgang beim S&P500 unbedingt zu verhindern. Dessen Börsenwert liegt bei rund 19 Billionen Dollar. Ein Kursrückgang um lediglich zehn Prozent würde bedeuten, dass sich ein Vermögen von knapp zwei Billionen Dollar einfach in Luft auflöst. So etwas will die Fed unbedingt verhindern, denn wenn die reichsten zehn Prozent der Amerikaner, denen je nach Schätzung rund 80 Prozent des gesamten Aktienvermögens der Amerikaner gehören, plötzlich einen kräftigen Vermögensverlust erleiden, wächst das Risiko, dass die Reichen plötzlich auf die Ausgabebremse treten, woraufhin die Wirtschaft noch mehr schwächeln würde als ohnehin schon. Um genau das zu vermeiden, hat Yellen Ende März für viele „Experten“ „völlig überraschend“ eine neue Gelddruckrunde QE und Strafzinsen ins Spiel gebracht.

Geschrieben von Gold-Experte Egmond Haidt werden die Leser alle 2 Wochen kostenlos über die Entwicklungen bei Gold informiert! Kein Abo, keine Weitergabe der Daten!