Der US Bundesstaat Nevada ist der größte Goldproduzent Amerikas. Aus dem Vorzeigestaat stammen rund 80% aller Goldproduktionen der USA. Daher stehen positive wie negative Schlagzeilen im besonderen Fokus bei Investoren.

Nun berichtet die „Nevada Mining Association“ dass die 30 aktiven Minen des Landes im vergangenen Jahr insgesamt nur 4,94 Mio. Unzen Gold gefördert hätten. Und somit zum zweiten Mal nach 1988 unter die 5 Mio. Unzen Grenze schlitterten. Ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Jahr 2013, wo noch 5,5 Mio. Unzen gefördert wurden. Aber ein extremer Rückgang gegenüber dem Jahr 1998, wo mit 9 Mio. Unzen die Jahreshöchstquote erreicht wurde. Und das zu einer Zeit wo der Goldpreis bei USD 425 bis USD 450 je Unze stand!

Es wäre jetzt einfach den Rückgang in der Produktion einzig und alleine dem gefallenen Goldpreis in die Schuhe zu schieben. Sicher hat er auch einen Teil dazu beigetragen, aber andere Argumente sind ebenfalls ausschlaggebend. Ein Grund dafür ist auch darin zu sehen, dass im Gegensatz zu früher heute wesentlich schwieriger aufzubereitendes Gestein aus den Minen kommt, das einen zusätzlichen und somit teureren Arbeitsvorgang mit sich bringt. Dies führt dazu, dass etliche Ressourcen nicht gehoben werden können, da sie aus heutiger Sicht unwirtschaftlich sind. Allied Nevadas „Hycroft“ Mine wurde zum Beispiel im heurigen Sommer geschlossen, da sie nicht mehr profitabel arbeitete. Andere Betreiber kämpfen derzeit ebenfalls ums Überleben.

Viele kleinere Entwicklungsgesellschaften kämpfen ebenfalls mit niedrigen Graden und der Erwartung hoher Produktionskosten. Es erscheint fraglich, ob diese Bergbaubetriebe jemals in Betrieb genommen werden können ohne dass sich der Goldpreis dramatisch noch oben katapultiert und ihnen doch noch Wirtschaftlichkeit bescheinigt.

Aber es gibt auch Glückspilze in Nevada, die sich in der Nachbarschaft von auslaufenden Minen des Großproduzenten Newmont Mining befinden und deren, wenn auch niedriggradiges goldhaltiges Gestein, perfekt zur Anlage (Emmigrant Mine) des Majors passt, die ansonsten geschlossen werden müsste. Gemeint ist hier Gold Standard Ventures (WKN A0YE58 / TSX-V GSV), die ihre Railroad-Pinion Liegenschaft entwickeln, bereits auf Pinion eine ansprechende Ressource von rd. 1,5 Mio. Unzen besitzen und so ein idealer Kandidat für eine Übernahme dieses Projektes durch Newmont darstellt.

Auch wenn der berühmte Carlin-Trend oder der benachbarte Cortez-Trend teilweise hochgradige Mineralisierungen beherbergt, viele der kleineren Explorer agieren nicht auf den „hot spots“ und versuchen ihr Glück dennoch. Werden aber, wie viele Experten vermuten, bei gleichbleibenden Goldpreisen auch wieder von der Landkarte verschwinden, da sich ein wirtschaftlicher Abbau nicht einstellen wird.

Man sieht, dass auch im berühmten Nevada nicht alles Gold ist, was glänzt und dieser echte Goldstaat der USA mit stärkeren Problemen zu kämpfen hat als es der Ruf des Bundesstaates vermuten lässt.

Interessant ist anderseits, dass sich beim Abbau von Silber steigende Produktionsraten feststellen lassen. Waren es im Jahr 2013 noch 8 Mio. Unzen Silber, die in Nevada abgebaut wurden, so stieg die Produktionsgröße auf 10,9 Mio. Unzen im Jahr 2014. Doch auf diese Entwicklungen kommen wir bei einer späteren Gelegenheit zurück.