Nach Ansicht von Experten zeigen Diamantproduzenten endlich ihr Potenzial: 80% der unabhängigen Produzenten hätten in den vergangenen 12 Monaten die erste Dividende überhaupt angekündigt, hieß es. Das bedeutet vier von fünf börsennotierten Firmen, die ausschließlich die edlen Steine fördern und eine Marktkapitalisierung von mindestens 250 Mio. Dollar haben, erwirtschaften Gewinn.

Und trotz der zuletzt schwächeren Diamantpreise auf Grund der gesunken Verfügbarkeit von Krediten in der Branche, des starken Dollars und des langsameren Wachstums im chinesischen Luxussektor, seien diese Diamantproduzenten weiter rentabel geblieben, hieß es. Die Ausnahme war die russische Alrosa, die einen Währungsverlust von 1,3 Mrd. USD hinnehmen muss, als der Rubel im zweiten Halbjahr 2014 gegenüber der US-Währung auf Rekordtiefs fiel.

Dass die Gesellschaften nun quasi branchenweit Dividendenprogramme auflegen, kann nach Ansicht der Experten als fundamentale Veränderung in der Attraktivität der Industrie für Anleger gesehen werden, die angesichts ihrer risikoreichen und kapitalintensiven Natur schon lange als schwierig gilt.

In den vergangenen Jahren aber hat die Diamantbranche von steigender Effizienz, die zu einer beständigeren Cashflow-Generierung führte, profitiert, hieß es weiter. Zumal viele der Unternehmen vergleichsweise neu seien und erst im letzten Jahrzehnt, in den Jahren nach der Restrukturierung von De Beers, die Produktion aufgenommen hätten. Und seitdem konnten die Gewinnungsmethoden und damit der Ausstoß insgesamt verbessert werden. Hinzu kommt, dass ein stärkerer US-Dollar ein Bonus für jene Gesellschaften der Branche ist, die z.B. in Afrika, Kanada oder Russland tätig sind und deren operative Kosten in der lokalen Währung anfallen, während sie die Diamanten gegen US-Dollar verkaufen.

Die Experten führten weiter aus, dass diese Entwicklung sicher mit dafür verantwortlich sei, dass die Unternehmen verstärkt begonnen hätten eine Dividende zu zahlen, dies aber auch auf eine fundamentale Veränderung im Bergbausektor insgesamt zurückzuführen sei. Im Gegensatz zu früher würden Anleger und Investoren die Minenfirmen heute nicht mehr so sehr nach dem Umfang ihrer Reserven und Ressourcen bewerten, sondern mehr danach ob und wie viel Geld sie ihren Aktionären zurückzahlen würden. Zumal die globale Finanzkrise viele teuer erworbene Reserven unwirtschaftlich gemacht habe, was zu den gewaltigen Abschreibungen der letzten Jahre im Minensektor geführt habe.

Die in Kanada notierte Lucara Diamond (WKN A0MYR8) war der erste reine Diamantproduzent, der ein Dividendenprogramm auflegte, das damals eine Rendite von 1,7% – oder 3,5%, wenn man die „Spezialdividende“ mit einbezieht – erbrachte. Seither haben aber sowohl Dominion Diamond (WKN A1T7NY) als auch Gem Diamonds (WKN A0MK5R) und Petra Diamonds (WKN 908093) Dividendenprogramme aufgelegt. Und selbst Alrosa zahlt weiter eine Dividende – trotz des Währungsverlustes im vergangenen Jahr.