Unter den Edelmetallen hat Palladium den Anlegern selten die meiste Freude gemacht. Doch in den letzten Wochen hat das Metall, das größtenteils in Katalysatoren zum Einsatz kommt, mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als Gold, Silber und Platin, seine glamouröseren Pendants.

Analysten gehen davon aus, das ein solides Wachstum der Automobilverkäufe in China und den USA zusammen mit höheren Umweltstandards dafür sorgen könnte, dass die Nachfrage nach Palladium schneller wächst als das Angebot. Schon im vergangenen Jahr war der Markt im Defizit und die Experten von ANZ sagen voraus, dass dies möglicherweise auch in den kommenden zwei Jahren der Fall sein könnte.

Erst vergangene Woche stieg der Palladiumpreis auf 785 USD pro Unze, nachdem im März noch bis auf 726 USD, das bisherige Jahrestief, abgestürzt war.

Fundamental gesehen ist Palladium auch das favorisierte Metall der Experten von Capital Economics aus London, die ebenfalls die Wahrscheinlichkeit sehen, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Laut Capital Economics sind der Automobilabsatz und dessen geographische Zusammensetzung die entscheidenden Faktoren für den Palladiumpreis, da die Branche in der Regel für mehr als 70% des jährlichen Palladiumverbrauchs verantwortlich ist.

Weltweit stiegen die Automobilverkäufe 2014 um 2%, aber China und die USA haben sich dieses Jahr gut gehalten. Die Autoverkäufe im Reich der Mitte wachsen zwar nicht mehr so schnell wie früher, stiegen im ersten Quartal im Jahresvergleich aber immerhin noch um 3,9%. In den USA war im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 6,4% zu beobachten.

Palladium wird hauptsächlich in Katalysatoren von Automobilen mit Benzinmotor verwendet, die in den USA und China dominieren, sodass die Entwicklung in diesen Märkten entscheidend ist. Zusammen machen die chinesischen und US-amerikanischen Automobilverkäufe rund ein Drittel der weltweiten Palladiumnachfrage aus.

Platin wird im Gegensatz dazu stärker in Automobilen mit Dieselmotoren eingesetzt, die auf dem europäischen Kontinent wesentlich häufiger verkauft werden.

Insgesamt stieg die Nachfrage nach Palladium für Katalysatoren im vergangenen Jahr um 5% und damit schneller als die Automobilverkäufe weltweit, zeigen Daten der GFMS Platinum and Palladium Survey. Das ist zum Teil auch auf verschärfte Emissionskontrollen in vielen Ländern und insbesondere China zurückzuführen, die dazu führten, dass mehr Palladium pro Wagen verwendet wurde, erklären die Analysten von ETF Securities.

Während also die Nachfragesituation stabil aussieht, gibt es doch einige Fragezeichen in Bezug auf das Angebot aus Russland und Südafrika, den Ländern, die den Großteil des Metalls produzieren. So hat beispielsweise die russische Norilsk Nickel (WKN 676683) angedeutet, dass ihre Produktion dieses Jahr um 5 bis 6% fallen könnte. Norilsk stellt 45% der weltweiten Produktion bereit.

Zudem gibt es laut Goldman Sachs Anzeichen dafür, dass die Palladiumlagerbestände Russlands fast leer sein könnten, da die Verkäufe aus diesen Beständen im vergangenen Jahrzehnt immer weiter zurückgegangen seien. Goldman erklärte zudem, dass die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine zu einem „Angebotsschock“ führen könnten, was das Potenzial hätte, den Palladiumpreis nach oben zu katapultieren.

In Südafrika soll die Palladiumproduktion Prognosen zufolge weiter steigen, doch der Minensektor des Landes wurde in den vergangenen Jahren regelmäßig durch Streiks beeinträchtigt.

Als positives Zeichen bewerten die Analysten von ANZ, dass der Mittelzufluss in börsennotierte Palladium-Fonds – so genannte ETFs – sich als robust erwiesen habe. Und Daten von ETF Securities deuten darauf hin, dass Palladium bei Investoren mittlerweile beliebter ist als Platin. Die Bestände der Palladium-ETFs sind demzufolge 2014 um 7% auf 3 Mio. Unzen gestiegen, während die Bestände der Platin-ETFS 2014 um 2% auf 2,7 Mio. Unzen fielen.

Insgesamt liegt der Wert mit Palladium hinterlegter ETFs bei rund 2,3 Mrd. USD, erklären die Experten von Capital Economics. Bei Gold und Silber sind es hingegen 63 bzw. 10,8 Mrd. USD.

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