Kaliumkarbonat, Kalidünger oder die amerikanische Bezeichnung „potash“ grassieren am Markt. Was ist davon richtig? Die im Bergbau geläufigste ist die Bezeichnung „potash“ (Pottasche). Es ist jedoch nur ein seit über 200 Jahren historisch gewachsener Begriff, der aus der ursprünglichen Produktion entstammt, wo durch Auswaschen von Pflanzenasche nebst anschließendem Eindampfen in sog. Pötten (Töpfen) angereichertes Kaliumkarbonat hergestellt wurde.

Das heute hergestellte Kaliumkarbonat, das weniger Einschlüsse als das ursprüngliche „potash“ enthält, das eigentlich Kalisalze heißen müsste, kennt man überwiegend aus der Düngemittelindustrie. Doch wenige wissen, wo Kaliumkarbonat noch überall Verwendung findet: Hier ein paar recht interessante Beispiele: Herstellung von Glas, Farben, Zusatz zu Schmierseifen, Zusatz zu Kakao als Säureregulator, genehmigter Tabakzusatzstoff für Schnupftabak laut Tabakverordnung, umweltfreundliches Auftaumittel, und noch viele andere Bereiche der Industrie. Hauptanteil bildet jedoch die Düngemittelindustrie, bei der die Kaliumbildende Komponente der Ausgangsstoff für die Produktion darstellt. Kaliumkarbonat ist folglich der Grundstoff für die Produktion von Düngemittel und wäre daher eigentlich der richtige Name.

Der Kalidünger als Überbegriff hat sich weltweit als hervorragendes natürliches Produkt einen Namen gemacht und ist aus der modernen Landwirtschaft nicht mehr weg zu denken. Doch wie jedes andere gefragte Produkt unterliegt auch Kalidünger dem auf und ab des Marktes. Wurde bis ins Jahr 2013 der Preis durch ein Kartell zwischen Russland und Weißrussland als Hauptlieferanten des Marktes reguliert und durch Verknappung künstlich hochgehalten, so unterliegt heute des Preisniveau einzig alleine nur mehr Angebot und Nachfrage.

Potash 2015

Quelle: infomine.com

Es scheint sich seit vergangenen Herbst ein Boden und eine gewisse Preisstabilität auszubilden, der jedoch für viele „potash“-Produzenten nahe der Rentabilitätsschwelle liegt. Doch zeigen Untersuchungen des US Geological Survey (USGS) auf, dass der Bedarf von heutigen rd. 55 Mio. Tonnen bis 2018 auf rd. 61 Mio. Tonnen steigen soll. Grund genug für viele Entwicklungsgesellschaften ihre äußerst kapitalintensiven Projekte weiter zu entwickeln. Denn aus den heute geförderten 55 Mio. Potash wurden im abgelaufenen Jahr 36 Mio. Tonnen Dünger produziert und es wird erwartet, dass bis 2018 der Produktionsausstoß auf rd. 38 Mio. Tonnen klettern wird. Doch wer sind nun die Marktriesen, gemessen an der Jahresproduktion 2014?

10 Länder mit den größten Minenproduktionen 2014

Kanada (Minenproduktion: 9,8 Mio. Tonnen )

steht uneingeschränkt an der Spitze. Beherbergt es doch mit Potash Corp (TSX:POT) den größten Düngemittelhersteller, der zugleich an 6 Standorten den Abbau betreibt. Zusätzlich sind in Kanada viele Unternehmen ansässig, die künftig, so sie in Produktion gehen werden, die kanadischen Produktionsergebnisse weiter nach oben pushen und die Vormachtstellung Kanadas ausbauen werden.

2.) Russland (Minenproduktion: 6,2 Mio. Tonnen)

Hat seine Produktion 2014 um 100.000 gesteigert und ist Heimat der größten bekannten Reserve an Potash weltweit. Aktuell wird berichtet, dass sich die chinesische Commerzbank und die chinesische Konstruktionsbank mit über USD 500 Mio. an der russischen Gesellschaft und Markt leader Uralkali ( OTCMKTS:URAYY). Dieser Deal gibt China wieder eine größere Kontrolle auf dem Düngermarkt, denn Uralkali ist für 20% der weltweiten Produktion verantwortlich.

3.) China (Minenproduktion: 4,4 Mio. Tonnen)

China hat immensen Bedarf, produziert aber einen wesentlichen Teil davon im eigenen Land. Dennoch übersteigt der Bedarf die Versorgung, wodurch China als Nettoimporteuer stets eine dominante Rolle einnimmt. Das gibt natürlich dem Land eine ungeheure Kontrolle über den Marktpreis. Für gewöhnlich machen chinesische Händler mit den globalen Anbietern ihre Verträge im Februar, wodurch sie die Maßstäbe für das laufende Jahr setzen.

4.) Weißrussland (Minenproduktion: 4,3 Mio. Tonnen)

Die Produktionsgröße des Landes steht nur knapp hinter der von China. Wenn man bedenkt, dass bis 2013 noch ein Kartell mit Russland bestand, so wird begreiflich, dass die gemeinsamen 10,5 Mio. Tonnen sehr marktbeherrschend waren. Die Aufhebung dieses Kartells führte auch im vergangenen Jahr zu nachlassenden Preisen am Markt und zu dem Niveau, auf dem wir aktuell stehen.

5.) Deutschland (Minenproduktion: 3 Mio. Tonnen)

Mit einer über Jahre konstanten Produktion hat es Deutschland seit 2010 geschafft den 5. Platz in der Rangliste erfolgreich zu verteidigen, auch wenn die Jahresproduktion 2014 um 200.000 geringer als im Jahr davor ausfiel. In Deutschland residiert auch der größte europäische Produzent K+S (ETR:SDF) und organisiert von hier aus viele weitere europäische Projekte.

6.) Israel (Minenproduktion: 2,5 Mio. Tonnen)

Israel ist Heimat von Israel Chemicals (TLV:ICL), dem weltweit sechstgrößten Produzenten von „potash“. Vor Kurzem ist der Konzern in einen Vertrag mit China eingetreten, der vorsieht, jährlich 1,1 Mio. Tonnen des begehrten Produkts zu liefern. Auch dieser Deal repräsentiert Chinas Bemühungen den eigenen Landesbedarf zu decken und über weitere Lieferanten Kontrolle am Gesamtmarkt auszuüben.

7.) Chile (Minenproduktion: 1,1 Mio. Tonnen)

Südamerika ist einer der Hauptabnehmer von Düngemittel, speziell Chile und Brasilien. So ist es kein Wunder dass Chile nicht nur seine eigenen Landesbedürfnisse abdeckt, sondern auch genügend Kapazitäten ausweist, um seinen nördliche Nachbar Brasilien ebenfalls versorgen zu können. Eine der größten Produzenten des Landes, Sociedad Quimica y Mineral de Chile (NYSE:SQM) steht derzeit unter Beschuss wegen verdächtiger Parteienfinanzierung. PotashCorp, die 32% an dieser Gesellschaft halten, hat seine Vorstandsmitglieder mittlerweile abgezogen. Je nachdem wie sich dieser Fall entwickelt, kann es durchaus Auswirkungen auf den globalen Markt bei Nachfrage und Angebot, aber auch auf die Preise, haben.

8.) Jordanien (Minenproduktion: 1,1 Mio Tonnen)

Die „arab Potash Company“ ist der größte Produzent des Landes und extrahiert das Produkt aus dem toten Meer. Auch hier PotashCorp mit 28% an der Gesellschaft beteiligt, und somit auch größter Aktionär. Die jordanischen Produkte werden hauptsächlich nach Indien verkauft.

9.) USA (Minenproduktion: 850.000 Tonnen)

Die amerikanische Produktion sank 2014 auf den niedrigsten Stand der letzten 5 Jahre. Hauptverantwortlich war nicht nur der schwächere Gesamtmarkt, sondern in Michigan eine wesentliche Mine schloss und Neu Mexico generell weniger produzierte. Aber man erwartet auch, dass im heurigen Jahr neue Projekte in Neu Mexiko zur vollen Produktion kommen werden, wodurch sich die Gesamtproduktion des Landes in den kommenden Jahren wieder erhöhen soll.

10.) Grossbritannien (Minenproduktion: 470.000)

Unverändert zum Vorjahr produziert die einzige Mine des Landes gleichbleibende Mengen. Diese, Cleveland Potash, steht im Eigentum von israelischen Chemieunternehmen.

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