Vergangene Woche fiel der Nickelpreis auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr, was man so verstehen könnte, dass Nickel nur ein weiteres Metall ist, dass unter dem schwächeren Wirtschaftswachstum Chinas und dem starken US-Dollar leidet. Doch viele Händler und Analysten glauben, dass der lange Rückgang des Nickelpreises bald ein Ende haben dürfte.

Denn die Bemühungen Chinas, die Produktion eines Ersatzprodukts – Nickel Pig Iron (NPI) oder Nickelroheisen – zu steigern, zeigen erste Anzeichen nachzulassen. NPI wird in China vielfach als billigere Alternative zu reinem Nickel bei der Stahlherstellung eingesetzt.

Chinas steigender Ausstoß und Verwendung von NPI haben dazu geführt, dass der Markt mit reinem Nickel mehr als gesättigt ist. Was den Preis des Rohstoffs unter Druck gesetzt hat. Der wichtigste Futures-Kontrakt auf Nickel zur Auslieferung in drei Monaten an der London Metal Exchange hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 30% an Wert verloren.

Seit mehr als einem Jahr sind die chinesischen NPI-Hersteller einem Exportverbot auf das Nickelerz, das sie brauchen, des größten Produzenten Indonesien begegnet, indem sie ihre Lager geleert haben. Diese waren kurz bevor das Ausfuhrverbot Anfang 2014 in Kraft trat noch gefüllt worden. Mittlerweile aber gehen China die Vorräte an Nickelerz aus. Die Bestände in fünf der wichtigsten Häfen des Landes haben sich laut der Commerzbank innerhalb eines Jahres halbiert.

Und nun, da die Vorräte schwinden, werden die chinesischen Hersteller rostfreien Stahls wahrscheinlich mehr reines Nickel importieren müssen, was den Preis nach oben treiben sollte.

Zudem zwingen strengere Umweltschutzgesetze in China NPI-Produzenten mit niedrigen Gehalten zu schließen. Und einige Hersteller mussten bereits die Tore schließen, da die niedrigen Preise ihre Produktion unwirtschaftlich machten. Insgesamt, glaubt die Commerzbank, könnte die chinesische NPI-Produktion dieses Jahr so um 12% sinken.

Bezieht man einen erwarteten Anstieg der globalen Produktion rostfreien Stahls mit ein – hier geht die Commerzbank von 5% Wachstum aus – scheint es, als sei der Weg für einen Anstieg des Nickelpreises frei. Damit wäre das Metall allerdings eine Ausnahme im aktuell für Rohstoffe schwierigen globalen Markt. Der Eisenerzpreis fällt immer weiter und auch Kupfer und Aluminium kommen nicht vom Fleck.

Auch die Analysten von Capital Economics gehen davon aus, dass die sinkenden Bestände in den chinesischen Häfen und die geringen Erzexporte von den Philippinen die chinesische Produktion raffinierten Nickels dieses Jahr begrenzen werden. Sie sagen voraus, dass der Nickelpreis Ende dieses Jahres 19.000 USD pro Tonne erreichen wird. Die Schließung einiger NPI-Produzenten in der Volksrepublik auf Grund der Umweltschutzgesetze werde zudem für eine Knappheit am Markt sorgen und den Nickelpreis wieder steigen lassen, glauben die Experten.

Doch selbst wenn der chinesische Kupferverbrauch steigt, da die NPI-Produktion leidet, könnte es zu früh sein, um den Beginn einer nachhaltigen Rallye auszurufen. Denn die Nickelbestände in den Warenhäusern der London Metal Exchange (LME) sind nach wie vor hoch.

Die Analysten der Commerzbank jedenfalls glauben, dass der Nickelmarkt von einem Angebotsüberschuss dieses Jahr dann in ein Defizit übergehen dürfte. Sie warnten allerdings, dass es länger dauern könnte, als von vielen Beobachtern erwartet, die vorhandenen Lagerbestände aufzubrauchen. Was bedeuten würde, dass ein anhaltender Nickelpreisanstieg noch einige Monate auf sich warten lassen dürfte. Die Commerzbank setzt dafür die zweite Jahreshälfte 2015 an.

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