In den vergangenen Jahren kamen immer häufiger Mitteilungen auf den Markt, die über minenfeindliche Tendenzen der Länder, Korruption, Enteignungen und steuerliche Verschlechterungen informiert haben. Derart verunsichert fragt man sich zu Recht, wo man auf unserer Welt denn überhaupt noch investieren kann ohne fürchten zu müssen, dass die Unternehmen und damit auch die eigenen Investitionen durch behördliche Willkür extrem beeinträchtigt werden.

Dieser Frage geht seit 1997 das renommierte Fraser Institut jedes Jahr nach und listet die 122 untersuchten Länder und Regionen der Erde nach Rechtssicherheit für Investitionen auf. Doch auch die bestmöglichen Erzpotentiale wurden gewichtet mit eingebaut, ebenso die Qualität der Infrastruktur, der Bergbau- und Steuergesetze. Die ermittelten Ergebnisse spiegeln somit eine gesamtheitliche Übersicht wider, die Anlegern mühsame Eigenrecherchen erspart und somit eine wertvolle Basis für eventuelle Investitionsentscheidungen darstellt. Dadurch, dass das Fraser Institut diese Untersuchungen jährlich durchführt, so können aus den Ergebnissen auch Trends, regionale Verschlechterungen und Verbesserungen entnommen werden. Doch nun zu den Besten der Besten, die durch ein 100-Punkte-Schema ermittelt wurden.

Die Top 10 Bergbau-Regionen der Welt im Jahr 2014:

  1. Finnland Gesamtpunkte: 83,8
  2. Saskatchewan (Kanada)Gesamtpunkte: 83,6
  3. Nevada (USA) Gesamtpunkte: 83,3
  4. Manitoba (Kanada)Gesamtpunkte: 82,9
  5. Westaustralien Gesamtpunkte: 82,0
  6. Quebec (Kanada) Gesamtpunkte: 81,5
  7. Wyoming (USA) Gesamtpunkte: 81,4
  8. Neufundland/Labrador (Kanada) Gesamtpunkte: 80,7
  9. Yukon (Kanada)Gesamtpunkte: 80,1
  10. Alaska (USA) Gesamtpunkte: 79,7

Bergbau sichere Läner

Komplette Grafik aller 122 untersuchten Länder bzw. Regionen als Übersicht – Quelle: Fraser Institut

Interessant ist, dass nicht die oft vermuteten afrikanischen Länder zu den Schlusslichtern zählen, sondern mit Ungarn, Ägypten, Griechenland, Bulgarien und Rumänien Länder in oder nahe Europas auftreten, denen man eigentlich bessere Ergebnisse zugetraut hätte.

All diese Ergebnisse sind jedoch nur eine Momentaufnahme für das gewählte Jahr. Gegenüber 2013 gab es starke Veränderungen. War z.B. die Catamarca Region in Argentinien 2013 noch auf Platz 103 zu finden, so verbesserte sie sich heuer auf Platz 39. Gegenteiliges erfuhr Malaysia. 2013 noch auf Platz noch auf Rang 70, heuer hingegen erhielt es die rote Laterne des Schlusslichts.

Innerhalb dieser Länderwertung konnte durch die Untersuchungen auch herausgefiltert werden welche Länder bzw. Regionen ein ausgezeichnetes politisches Klima besitzen. Denn nicht nur die regionalen geologischen Voraussetzungen sind Grundlage für ein Investment, sondern auch wie Minenentwicklung und politisches Umfeld harmonieren. Diese Reihung innerhalb der Gesamtwertung wurde ebenfalls mit einem 100 Punkte Schema vorgenommen.

Hier nun die Spezialwertung nach behördlicher Attraktivität:

  1. Irland 96,0 Punkte
  2. Finnland 94,7 Punkte
  3. Alberta 94,7 Punkte
  4. Schweden 92,5 Punkte
  5. New Brunswick 89,8 Punkte

Die Schlusslichter bilden Honduras (4,3 Punkte), Malaysia (5,2 Punkte), Philippinen (5,2 Punkte), Süd Sudan (9,3 Punkte), Zimbabwe (9,5 Punkte) und Sudan und Nigeria mit jeweils 10,6 Punkten.

Die gesamte Recherche des Fraser Institutes, die auf der Auswertung von Fragebögen basiert, die in etwa 4.200 Minengesellschaften weltweit zugesandt wurden, bietet über diese Reihungen hinaus noch weitere tiefe Einblicke in die Minenbranche. So wurden auch die Meinungen über die besten geologischen Potentiale ermittelt und in einer eigenen Reihung dargestellt. Auch die Einteilung und Auswertung nach Ländern im Speziellen gibt gute Erkenntnisse über die Entwicklung Kanadas, der USA und anderer Länder. Diese hier im Einzelnen aufzuführen würde den Rahmen bei Weitem sprengen. Wer sich für Detailergebnisse zu bestimmten Regionen interessiert, der möge sich die 97 Seiten umfassende Jahreserhebung genauer ansehen.

Welchen Wert hat dieses Werk für Investoren?

Da wir in einer schnelllebigen Zeit, die durch ständige Veränderungen geprägt wird, Entscheidungen treffen sollen, die wir unmöglich selbst in allen notwendigen Details erheben können, so trägt die Arbeit des Fraser Institutes viel zur Aufklärung bei. Wer sich die Mühe macht und die einzelnen Aussagen, auch im Jahresvergleich, für sich herausfiltert, der hat damit eine gute Basis für eine bessere Entscheidung gefunden als es durch das Studium der Unternehmensunterlagen und Verfolgung der Medien alleine möglich wäre. Da es jedoch eine Jahresübersicht ist, in der man erkennen kann, dass zu den Vorjahren starke Veränderungen auftraten, so sollte man dennoch Nachrichten über die gewünschten Regionen bzw. Länder zusätzlich verfolgen.