Als ob die Kupferproduzenten nicht ohnehin schon genug unter den stark gefallenen Kupferpreisen zu leiden hätten, so setzen diese beiden afrikanischen Länder Maßnahmen um weiteres Kapital aus der Bergbaubranche abzusaugen. Dass Kupfer unter einem 5 ½-Jahrestief der Preise zu leiden hat kümmert die Regierungsstellen offensichtlich überhaupt nicht. Die Begierlichkeit an den vermuteten hohen Gewinnen der Bergbaubranche scheint nach wie vor ungebrochen.

Zambia

Per 1.1.2015 hob die Regierung die Royalties von 6% auf 20% an. Das bedeutet eine mehr als Verdreifachung für Tagebauminen. Bei Untergrundminen gibt man sich mit einer bescheidenen Erhöhung von 6% auf 8% zufrieden.

Zambia ist eines der beiden größten Länder im Kupferbergbau Afrikas und Wirkungsstätte vieler großer Unternehmen wie Glencore, Barrick Gold, First Quantum, Vendana und vieler anderer. Zambia verlor im vergangenen Jahr den Platz als Spitzenreiter bei Kupfer an die Demokratische Republik Kongo, den es seit 1998 inne hatte. Glencore beschloss auf Grund dieser neuen Regelung seine Investition von über USD 800 Mio in die Errichtung einer neuen Kupferproduktion auf Eis zu legen. Darüber hinaus sei man gezwungen die Arbeiten auch auf der Sable Zinc Kabwe Mine zu reduzieren. First Quantum, das im Land mit der Kansanshi Kupfermine die größte Mine Zambias leitet vermeldete dass sie Investitionen von rd. USD 1,5 Mrd. nicht tätigen werden. Man schätzt dass durch diese Maßnahmen rd. 12.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Alleine der Gigant Barrick Gold verlautbart, dass durch das Einfrieren der Weiterentwicklung seiner Lumwana Kupfermine an die 4.000 Arbeitskräfte keinen Job bekämen.

In den Jahren 1997 bis 2013 wurden an die USD 12,4 Mrd. durch ausländische Investoren für Bergbauaktivitäten aufgebracht. An die 90.000 Arbeitskräfte sind im Bergbau tätig und verschaffen mit ihren Leistungen der Regierung zu einem r. 25 bis 30%igen Anteil am gesamten Inlandsbudget. Dies alles scheint den gewählten neuen Präsidenten Edgar Lungu jedoch nicht zu überzeugen.

Demokratische Republik Kongo

Zwar ist es noch nicht per Gesetz verabschiedet, aber ganz nach dem Vorbild von Zambia, plant auch die Demokratische Republik Kongo drastische Veränderungen in der Besteuerung des Bergbausektors. Das Land ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Gold, Diamanten, Kobalt. Kupfer jedoch macht die bedeutendsten Umsätze aller Vorkommen und somit auch die höchsten steuerlichen Abgaben zugunsten der Regierung.

Diese plant nun nicht nur die Verdoppelung der Unternehmensbesteuerung, sondern gleichzeitig auch eine Verdoppelung der Royaltyabgaben.

In die laufenden Verhandlungen warfen zwar die Unternehmen ein, dass sowohl die Energieversorgung mangelhaft wäre wie das gesamte Transportwesen, dies dürfte jedoch die geplante Umsetzung der Regierungsvorhaben wenig beeinflussen.

Wie bereits festgehalten sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen, aber aus bisheriger Erfahrung halten die meisten Regierungen an ihrem eingeschlagenen Kurs fest, und egal ob in der kräftigen oder vielleicht abgeminderten Form, das Inkrafttreten der Erhöhungen bleibt zu erwarten. Dies würde auch in diesem Land eine wesentliche Verschlechterung für die produzierenden Betriebe zur Folge haben und weitere Investitionen verhindern.

Resumee

So hochgradig die Kupfervorkommen im Katangagürtel auch sind, die bereits an der Untergrenze der Wirtschaftlichkeit agierenden Produktionsbetriebe müssten erneut Einbußen hinnehmen, die für viele zu angespannten Budgetsituationen führen würden. Es zeigt sich gerade am Beispiel dieser beiden Länder wieder, dass die Bedeutung der politischen Maßnahmen unbedingt in die Überlegungen über eine Beteiligung an einem der Unternehmen in diesen Ländern mehr denn je beachtet werden muss. Natürlich gilt dies nicht nur für Kupfer produzierende Betriebe, sondern für jedes im Bergbau tätige Unternehmen. Daher sollte dieses neue geopolitische Risiko bei jedem Unternehmen in Zambia und der demokratischen Republik einkalkuliert werden.