Ist der Ölkrieg entbrannt? Oder setzt sich nur der Markt schlussendlich durch? Fest steht, die Weltkonjunktur wird noch lange mit Öl befeuert. In diesem Umfeld sollten sich Produzenten gut entwickeln.

Das Barrel Brent Öl war seit vielen Monaten nicht mehr so günstig wie heute. Für viele Produzenten bedeutet dies tiefe Einschnitte in ihren Gewinnausweisen. Und auch viele Politiker der Produzenten-Länder sehen mit gerunzelter Stirn auf den fast täglichen Abstieg des schwarzen flüssigen Goldes. Dabei haben einige dieser Produzenten selbst den Schlüssel für höhere Ölpreise in der Hand. Allen voran steht Saudi-Arabien. Würden die Saudis ihre Produktion kürzen, käme es wohl unweigerlich zu einem neuen Aufwärtstrend.

Doch dagegen scheinen internationale geopolitische Abwägungen zu stehen. Es gibt Gerüchte, dass sich Saudi-Arabien unter dem politischen Druck der USA zu der hohen Fördermenge entschlossen hat. Damit soll nach dem Willen der USA der Ölpreis nach unten gedrückt werden. Der Grund ist die Schwächung Russlands. Solch ein Plan ging bereits in den 1990er Jahren auf. Damals kam die einstige Sowjetunion in finanzielle Probleme als der Ölpreis zu lange tief lag. Heute wetten die Amerikaner wohl auf die Ölkarte gegen Russlands neuen Zaren Wladimir Putin. Ein netter Nebeneffekt wäre zudem, dass auch der Iran geschwächt würde, der ebenfalls auf die Öleinnahmen angewiesen ist.

Doch es gibt auch Gerüchte, dass Saudi-Arabien einen Alleingang geht und die Machthaber internem politischen Druck Tribut zollen. Sie wollen den Ölpreis niedrig halten, damit die neue Öl-Großmacht USA die Schieferöl-Produktion nicht weiter ausbaut. Dort dürfte unter einem Ölpreis von 80 Dollar je Barrel das Erschließen neuer Quellen im Durchschnitt unrentabel sein.

Auf jeden Fall ist beides ein gewagtes Spiel, insbesondere im Hinblick auf die Problematik des erstarkten IS-Terrorismus. Denn viele Ölländer sind auf hohe Ölpreise angewiesen, um ihre Staatsbudgets auf heutigem Niveau zu halten. Das ist insofern wichtig, da mit großen Teilen der Ausgaben versucht werden muss die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ist dies nicht der Fall, dürften die Unterstützer des IS in diesen Ländern weiter heranwachsen. Derzeit dürften die Staatsbudgets in Bahrain mit 136 Dollar, Nigeria (126 Dollar), Iran (122 Dollar),Oman (101 Dollar) und Saudi-Arabien (99 Dollar) die höchsten Ölpreise für eine Ausgeglichenheit zu brauchen. Auch Russland mit 100 Dollar und insbesondere Venezuela mit 162 Dollar hängen beim heutigen Ölpreis in der Luft.

Insgesamt deutet dies darauf hin, dass der politische Druck in der OPEC für einen höheren Ölpreis immer größer werden dürfte. Und von einem höheren Ölpreis werden dann die Produzenten des Energieträgers profitieren.