Der Preis für eine Unze Gold ist auf einem Jahrestief angelangt. Weniger als 1.200 Dollar je Unze müssen derzeit am Markt bezahlt werden. Zuletzt gab es kurz vor Weihnachten 2013 solch niedrige Preise für das Edelmetall. Der starke Dollar ist ein Verantwortlicher für die derzeitige Entwicklung. Eine Reihe von Goldaktien macht bei diesem Spiel der Gefühle aber nicht mit. Sie haben sich nicht so entwickelt wie der Goldpreis. Im Gegenteil: Bei vielen Goldaktien – egal ob großer Bergbaukonzern oder kleiner Junior Explorer – kann man seit Dezember 2013 ein klares Plus erkennen.

Gerüchte und frisches Geld als Kurstreiber

Zwei Gründe kann man zumindest bei den Kleinen der Branche für das klare Kursplus anführen: Entweder gibt es Gerüchte über eine mögliche Übernahme oder aber die Gesellschaften haben sich inzwischen erfolgreich mit frischem Geld versorgen können. Man kann es jedoch auch allgemeiner formulieren. Der Markt geht davon aus, dass der Bärenmarkt vorbei ist, die Entwicklung geht in Richtung Bullenmarkt. Dabei darf man jedoch keinen großen Sprung von heute auf morgen erwarten. Vielmehr verläuft die Entwicklung langsam und in ruhigen Phasen. Das kann bei manchem Investor für Enttäuschung sorgen, der rasch mit höheren Kursen rechnet. Doch Geduld kann sich auszahlen, wie Marktexperte Steve Todoruk von Sprott Global Resource erläutert.

Zu den Gesellschaften, die sich inzwischen erfolgreich am Markt refinanziert haben, gehören Mag Silver (ISIN: CA55903Q1046), Rubicon Minerals (ISIN: CA7809111031) und Roxgold (ISIN: CA7798992029). Der Kurs von Mag Silver hat seit Mitte Dezember fast 50 Prozent auf 7,40 Dollar zugelegt. Das Unternehmen hat im Juli 79 Millionen CAD hereingeholt, damit kann man mit dem Partner Fresnillo (ISIN: GB00B2QPKJ12) in Mexiko weiter an einem Silberprojekt arbeiten. Rubicon hat bzw. wird in zwei Stufen 190 Millionen CAD erhalten. Das Geld soll die neue Goldmine im Osten von Kanada finanzieren. Mehr als 70 Prozent hat die Aktie seit Weihnachten 2013 an Wert gewonnen. Roxgold kann 29 Millionen Dollar an frisches Kapital gewinnen, das Geld fließt in ein Goldprojekt in Westafrika. Hier legt der Kurs im Jahresverlauf um mehr als 60 Prozent zu.

Big Player mit Kursgewinnen

Doch nicht nur die Juniors verzeichnen Kursgewinne. Auch die Großen können trotz des gegenläufigen Goldpreises, ein Plus verzeichnen. So steigt der Kurs von Randgold (ISIN: US7523443098) von 60 Dollar auf 70 Dollar an, bei Agnico Eagle Mines (ISIN: CA0084741085) geht es um 5 Dollar auf 30 Dollar nach oben. Royal Gold (ISIN: US7802871084) verbessert sich von 44 Dollar auf 65 Dollar.

Todoruk macht noch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. Die M&A-Euphorie legt wieder zu. Vor allem Agnico Eagle Gold hat diese beschleunigt. Man hat im September 205 Millionen Dollar für Cayden Resources (ISIN: CA1497381063) geboten. Überraschend dabei ist, dass Cayden noch über keine Ressourcenschätzung verfügt. Das verstößt fast gegen ein Gesetz der Branche, erst dann zu kaufen, wenn eine solche Schätzung vorliegt. Doch Agnico scheint von dem Potenzial so überzeugt zu sein, dass man für die Ausnahme von der Regel sorgt. Jahrelang hat es einen solchen Fall nicht gegeben. Offenbar hat Agnico seine Hausaufgaben gemacht und die Kosten unter Kontrolle. Sonst würde man ein solches kleines Abenteuer sicherlich nicht eingehen.

Es zeigt sich also, dass die Entwicklung von Goldpreis und Goldaktienpreis durchaus getrennte Wege gehen kann. Investoren sollten sich daher nicht unbedingt fragen, ob die Situation noch schlimmer werden kann, sie sollten vielmehr die positiven Signale sehen, die aus der Branche kommen.