Eins kann man Brent Cook sicherlich nicht vorwerfen: Dass er mit seinen 30 Jahren Branchenerfahrung im Bergbau zum unkritischen Fan der Rohstoff-Branche geworden ist. Ganz im Gegenteil, der Experte und Börsenbriefautor geht mit vielen Unternehmen gerne hart ins Gericht und ist bekannt für seinen kritischen Ausleseprozess, wenn es um die Empfehlung von Aktien geht. Das zeigt sich wieder einmal in einem aktuellen Interview, das Cook gegenüber „The Mining Report“ gegeben hat.

Sowohl die kleinen wie auch die großen Rohstoffunternehmen haben Cooks Meinung nach weiter reichlich Baustellen zu bearbeiten. Das gilt vor allem für die großen Branchenvertreter, die kein oder zu wenig Geld verdienen. Hinzu kommt, so kritisiert Cook, eine große Anzahl kleinerer Firmen, die Investoren viel zu viel versprechen und diese Versprechungen später nicht einhalten können. Unter der Situation leiden alle Unternehmen im Sektor. In der Krise der vergangenen Jahre haben sich Investoren in Scharen verabschiedet. Sich zu finanzieren ist in diesem Umfeld enorm schwer und dürfte es noch eine Zeitlang bleiben, glaubt Cook – erst in den kommenden beiden Jahren werden die Investoren in größerer Zahl zurück kehren.

Investorenproblem: Nur wenige interessante Rohstoff-Projekte

Geldanleger wie große Konzerne, die angesichts geringer eigener Explorationserfolge auf Akquisitionen angewiesen sind, werden in der nächsten Zeit angesichts der Lage im Sektor vor einem ähnlichen Problem stehen: Worin investieren? Es seien nur wenige Top-Projekte am Markt, sagt Cook. Unter 100 Projekten habe er im ersten Halbjahr 2014 nur wenige Vertreter gefunden, die gutes Geld verdienen könnten. Genau auf diese Projekte aber müsse man sich konzentrieren. Das Problem ist, diese unter der Vielzahl von Projekten zu finden, denn es gibt in Massen Rohstoffvorkommen, die bei aktuellen Preisen und Kosten schlicht unattraktiv seien, so Cook. Hier hilft nur ein umfangreiches Research der vorliegenden Fakten und laufende Information über das Unternehmen und dessen Projekte.

Der Druck auf die großen Konzerne, zukünftige Produktionszahlen und Wachstum durch Akquisitionen zu sichern, könnte sich positiv auf die Aktivitäten im Bereich der Übernahmen und Unternehmenszusammenschlüsse auswirken. Hier hat es zuletzt einige Deals gegeben, die Cook als interessant für die Käufer ansieht. Eines der Beispiele sei der Zukauf von Sulliden Gold (ISIN: CA8651261064) durch Rio Alto Mining (ISIN: CA76689T1049), der für Rio Alto in mehrerer Hinsicht positiv sei, so Cook – unter anderem weil das zugekaufte Projekt zu laufen beginne, wenn Rios Vorkommen La Arena seinen Höhepunkt überschritten habe. Ein zweites Beispiel sei der Zukauf von Papillon Resources (ISIN: AU000000PIR8) durch B2Gold (ISIN: CA11777Q2099). Papillons Projekt in Mali ist in den Augen von Cook das weltweit beste Projekt, das keinem der Majors in der Goldbranche gehöre. Der Deal bringe B2Gold zudem gute Synergien.

Welche Aktien kauft Brent Cook?

Doch trotz aller Skepsis, die Cook aufgrund der schwierigen Marktlage für die Rohstoffbranche versprüht, sieht der Geologieexperte einige interessante Aktien am Markt. Gründe dafür sind unter anderem niedrige Projektkosten, was für einen Wert zutrifft, der mit Nordirland in einer Region tätig ist, in der man nicht gerade Goldbergbau vermuten würde: Dalradian Resources (ISIN: CA2354991002). Die Reserven für das Projekt weisen hochgradige Goldvorkommen aus, die wahrscheinlich für weniger als 600 Dollar je Unze abgebaut werden können. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Projekt lässt einen Wert erwarten, der die aktuelle Marktkapitalisierung von Dalradion Resources um 300 bis 400 Prozent übersteigt. Cook kann sich gut vorstellen, dass hier ein mittelgroßer Goldkonzern einsteigen wird.

Pilot Gold (ISIN: CA72154R1038), ein weiterer Wert den Cook hervorhebt, ist dagegen in einer klassischen Goldregion aktiv, dem US-Bundesstaat Nevada. Das Explorationsteam des Unternehmens hat einen interessanten „Track Record“, zu dem ein Nevada-Milliardendeal mit dem Goldriesen Newmont Mining (ISIN: US6516391066) gehört. Zudem hat Pilot Gold rund 30 Millionen Dollar Cash als Reserve auf der Bank. Dies sei ein Explorationstitel, den man sich anschauen sollte, so Cook.

Auch außerhalb der Goldbranche hat der Experte Tipps auf Lager. Eine der Aktien, die Cook herausstellt, ist Fission Uranium (ISIN: CA33812R1091). Man müsse Dinge kaufen, wenn sie keiner haben will – und das sei derzeit beim Uransektor der Fall, so der Experte. Nach der jüngsten Korrektur des Aktienkurses von Fission Uranium biete es sich an, den Wert zu akkumulieren, so Cook, der sich von den Uranvorkommen des Unternehmens im kanadischen Athabasca-Becken beeindruckt zeigt.

Ein anderer Wert außerhalb der Goldbranche, der laut Cook interessant sein dürfte, ist Focus Ventures (ISIN: CA34416M1086). Die Gesellschaft arbeitet in Peru an einem Phosphatprojekt mit hohem Wertsteigerungspotenzial, glaubt Cook. Interessant ist zudem die Nachbarschaft des Projektes: Hier fördern unter anderem die beiden Rohstoffriesen Vale (ISIN: BRVALEACNPA3) und Hochschild Mining (ISIN: GB00B1FW5029).