Bob Moriarty von 321gold.com gilt als Edelmetallexperte, der auch mal schwierige Zeiten übersteht, ohne gleich in Manier einiger anderer Verrat und Verschwörung an den Edelmetallmärkten zu wittern. Umso deutlicher kritisiert Moriarty derzeit Personen, die hinter der jüngsten Abwärtsbewegung des Goldpreises Marktmanipulationen vermuten. Nach der starken Rallye, die das Edelmetall zum Jahresbeginn verzeichnet habe, sei das eine normale Korrekturbewegung.

Die Leute sollten lernen, mit solchen Bewegungen zu leben, fordert der Experte. Jeder Markt pendele nach oben und unten. Es sei daher blanker Unsinn, hinter jeder Abwärtsbewegung des Goldpreises Manipulationen durch bestimmte Marktteilnehmer zu vermuten, so Moriarty in einem aktuellen Marktkommentar. Stattdessen sollten sich Investoren die geltenden Gesetze des Marktes von Angebot und Nachfrage in Erinnerung rufen.

Goldpreis: Bodenbildung im Sommer?

Für den Goldpreis ist Moriarty positiv – und zugleich für den Aktienmarkt negativ gestimmt. Die alte Börsenregel, im Mai Aktien zu verkaufen und dem Markt den Rücken zu kehren, könnte für Investments in den US-Aktienmarkt eine gute Empfehlung sein, glaubt der Rohstoffanalyst. Zugleich rechnet Moriarty dann mit einem Favoritenwechsel zu den Metallen. Es wäre die Umkehrung der seit 2011 zu sehenden Trends: Da hatte der Aktienmarkt das Gold als Favorit bei den Investoren abgelöst, es kam zu gegensätzlichen Kursentwicklungen: Gold fiel in eine Baisse, die sich nun dem Ende zuneigen könnte, die Aktienmärkte durchlaufen zugleich eine Hausse.

Bei den Goldminenaktien sieht Moriarty Chancen vor allem bei Gold Standard Ventures (TSX-V: GSV; WKN: A0YE58; ISIN: CA3807381049). Die Aktie hatte der Experte bereits zu einem früheren Zeitpunkt empfohlen, im Gegensatz zu seinen anderen Tipps hat Gold Standard Ventures die Erwartungen für den Aktienkurs bisher aber nicht erfüllen können. Moriarty glaubt, dass der Markt hier eine große Chance übersieht, denn das Unternehmen habe im März einen Top-Deal gelandet, den die Börsianer bisher ignorieren.

Pinion-Vorkommen von Gold Standard hat hohes Potenzial, das der Markt übersieht

Dabei geht es um ein Goldprojekt in Nevada: Das Railroad-Pinion-Projekt von Gold Standard Ventures. Bei dem hat das Unternehmen Anfang März einen 50-prozentigen Anteil am Pinion-Goldvorkommen vom bisherigen Partner Scorpio Gold (ISIN: CA80918M1041) übernommen. Gold Standard Ventures ist nun alleiniger Eigentümer des Projektes, das sich nach Moriartys Ansicht erheblich vom Vorkommen „North Bullion“, das ebenfalls zur Gesellschaft gehört, unterscheidet. Pinion unterscheide sich von vielen Vorkommen im Carlin-Trend, es sei ein Vorkommen nahe der Oberfläche, damit könnte Gold Standard Ventures einfach und schnell eine Ressourcenschätzung nach dem Standard NI 43-101 vorlegen. Viele Carlin-Goldvorkommen seien im Gegensatz dazu teuer zu entwickeln, weil tief gebohrt werden müsse – „North Bullion“ gehört zu dieser Gruppe.

Moriarty geht davon aus, dass die Kanadier in diesem Jahr viele gute Nachrichten von Explorationsarbeiten veröffentlichen können. Er hofft allerdings auch, dass das Unternehmen eine Änderung in seiner Kommunikationsstrategie vornimmt: Bisher stelle Gold Standard Ventures das Railroad-Pinion-Projekt wie ein Vorkommen dar, tatsächlich sind es mehrere, zudem unterschiedliche Goldvorkommen. Dies müsse das Unternehmen dem Markt stärker klarmachen, fordert Moriarty, der die bisherige Kommunikationsstrategie der Kanadier für einen Fehler hält. Spätestens wenn Gold Standard Ventures für Pinion eine eigene NI 43-101 Studie vorlege, werde die Masse der Investoren auf die Aktie aufmerksam, stellt der Experte in Aussicht.