Zum wahrscheinlich dritten Mal ist ein Merger von Newmont Mining (ISIN: US6516391066) und Barrick Gold (ISIN: CA0679011084) an diesem Wochenende gescheitert. Wobei der Begriff „Scheitern“ mit Vorsicht zu genießen ist. In den vergangenen Stunden gibt es in US-Medien immer wieder Berichte, dass aufgeschoben nicht gleich aufgehoben ist. Ein künftiges Zusammengehen der beiden großen Goldproduzenten ist alles andere als ausgeschlossen.

Jede dritte Unze Gold wird in Nevada gefördert

Durch die Spekulationen rund um die beiden Majors rückt vor allem eine Region in den USA wieder verstärkt in den Blick von Investoren, in der sowohl Newmont als auch Barrick stark vertreten sind: Nevada. Barrick Gold besitzt dort sechs Minen, Newmont kommt auf 18 Minen in dem als besonders bergbaufreundlich bekannten Bundesstaat, der vor allem durch die Wüste und das Spielerparadies Las Vegas im Fokus steht. Gemeinsam betreiben die beiden Konzerne dort sogar die Mine von Turqoise Ridge. An anderen Stellen liegen ihre Areale in direkter Nachbarschaft. Rund ein Drittel ihrer globalen Goldproduktion stammt aus diesem einzigen US-Bundesstaat.

Merger zwischen Barrick und Newmont würde gewaltige Kosteneinsparungen bringen

Sollte ein Zusammengehen doch noch realisiert werden, würde dies für die Aktivitäten in Nevada große Synergieeffekte bedeuten. Beobachter sprechen allein für diese Region von Summen im oberen dreistelligen Millionenbereich. Durch solche Einsparungen könnten die Schulden reduziert werden, gleichzeitig verbessert sich der freie Cashflow.

Chancen für Junior-Rohstoffaktien

Es besteht die Möglichkeit, dass man sich in der Folge nach weiteren Goldprojekten in dem Staat umsieht, hier steigt die Übernahmephantasie für kleinere Gesellschaften, die dort aktiv sind. Die Infrastruktur ist vorhanden, das Wissen ist vor Ort, das Gebiet gilt als eine der goldreichsten Regionen der Welt. Besonders der Carlin-Trend im Norden weckt das Interesse von Investoren, Barrick und Newmont sind dort bereits aktiv. Viele Areale sind bereits untersucht, einige Gebiete müssen noch genauer unter die Lupe genommen werden. Carlin ist in vier „windows“ unterteilt, im vierten Fenster, dem sogenannten „railroad window“, das im Süden des Areals liegt, haben die Giganten noch kaum Fuß gefasst. Dort sind es eher die kleineren Explorationsgesellschaften, die nach Goldfunden Ausschau halten und teils auch schon gute Bohrergebnisse präsentiert haben. Zu diesen bisher noch seltener auf dem Radar von Investoren befindlichen Gesellschaften zählt Gold Standard Ventures (TSX-V: GSV; Frankfurt: 6AZ; ISIN: CA3807381049), das zwei Projekte in der Nähe zu Newmont-Minen vorantreibt.

Nevada bleibt im Fokus der Goldproduzenten

Doch auch wenn ein Zusammengehen von Newmont und Barrick letztlich scheitert, bleibt Nevada ein Hotspot der Goldförderung. Das Gebiet ist der viertgrößte Goldproduzent der Welt, das Interesse an der weiteren Förderung ist ungebrochen. Die Politik legt den Explorern sehr viel weniger Steine in den Weg als anderenorts, die Attraktivität von Nevada bleibt somit äußerst hoch. Das macht sich auch daran bemerkbar, dass am Markt für Gesellschaft, die dort fördern, oft ein Aufschlag von bis zu 20 Prozent gezahlt wird, da man hier nicht mit Unsicherheiten rechnen muss, die in anderen Regionen der Welt auftreten können.