50 Tonnen Gold haben die Inder im März eingeführt – das ist der höchste Wert seitdem die indische Zentralbank im Mai vergangenen Jahres ihre Maßnahmen zur Einschränkung der Importe einführte. Die neuen Zahlen beruhen auf einer Schätzung der All India Gems and Jewellery Trade Federation, einer Organisation, in der mehr als 300.000 indische Juweliere vertreten sind. Im Februar hatten die indischen Goldimporte bei 25 Tonnen gelegen.

Experten führen die jüngste Entwicklung darauf zurück, dass die indische Zentralbank mehr Privatbanken erlaubte, das gelbe Metall einzuführen. Händler glauben zudem, dass die Goldimporte nach Indien noch länger auf hohem Niveau verbleiben könnten, da die Preise im indischen Markt – in Erwartung der Rücknahme der Einfuhreinschränkungen – zurückgingen.

Indiens Finanzminister P Chidambaram hatte kürzlich angedeutet, dass die Regierung die Restriktionen auf die Goldimporte schon in absehbarer Zeit weiter abschwächen könnte. Die Erlaubnis für weitere Banken, Gold einzuführen, sei der erste einer Reihe dahingehender Schritte gewesen. Raghuram Rajan, Chef der indischen Zentralbank, sprach sich auch dafür aus, die Einschränkungen zurückzunehmen, betonte aber die Notwendigkeit, dies vorsichtig und nach und nach zu tun.

Chidambaram erklärte, es sei der Regierung gelungen, die Wirtschaft aus einer schwierigen Situation zu befreien und sie zurück auf den Wachstumspfad zu führen. Die indische Wirtschaft sei im ersten Fiskalquartal um 4,4% und im zweiten um 4,8% gewachsen, was in den vergangenen 18 Monaten nur sehr wenigen Ländern gelungen sei.

Die indischen Goldimporte kamen an zweiter Stelle nach Rohöl und trugen so stark zum hohen Leistungsbilanzdefizit Indiens bei, das im Fiskaljahr 2013 4,8% des Bruttoinlandprodukts erreichte. Mit Hilfe der Einschränkungen ist es aber gelungen, das Leistungsbilanzdefizit deutlich zu senken. Die jüngsten Äußerungen von offizieller Seite halfen, die Aufschläge auf den internationalen Goldpreis, die in der vergangenen Woche in Indien noch 50 USD pro Unze betrugen, auf 35 USD je Unze zu reduzieren.

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