Vor wenigen Tagen hat Aurubis (ISIN: DE0006766504) Eckdaten für das erste Quartal vorgestellt. Der Markt war überrascht bis entsetzt. Vor Steuern macht der Kupferproduzent Aurubis einen leichten Verlust, das war nicht prognostiziert worden, allgemein war man von einem erfolgreichen Auftaktquartal ausgegangen. Die Aktie rutschte in der Folge ab. Allerdings müssen bei Aurubis verschiedene Sondereffekte berücksichtigt werden. So hat eine Großanlage in Hamburg längere Zeit stillgestanden, danach mussten vor Ort noch Feinarbeiten durchgeführt werden. Am 13. Februar wird Aurubis weitere Quartalszahlen publizieren. Dann werden Analysten auch genau lauschen, was Vorstandschef Peter Willbrandt zur Prognose sagen wird.

Bisher zeigt er sich für das im September endende Geschäftsjahr optimistisch. Der CEO erwartet, dass das Ergebnis steigen wird. Demnach muss sich bei Aurubis im Jahresverlauf das Geschäft deutlich verbessern. Willbrandt ist in dieser Hinsicht zuversichtlich. Er verweist auf steigende Preise bei den Schmelzlöhnen für Kupferkonzentrate. Auch sieht der Manager beim Markt für Altkupfer eine leichte Erholungstendenz. Unterstützung erhält Willbrandt von verschiedenen Analysten. So bestätigen beispielsweise die Experten der Nord LB die Kaufempfehlung für den Kupferproduzenten. Auch andere Expertenhäuser geben positive Stellungnahmen ab.

Nicht nur für sein eigenes Unternehmen ist Willbrandt positiv gestimmt. Gegenüber Medien macht er deutlich, dass er dem gesamten Kupfermarkt 2014 einiges zutraut. So soll sich der chinesische Markt 2014 klar erholen, auch in Nordamerika und Europa erkennt er entsprechende Tendenzen.

Nicht nur für einzelne Gesellschaften scheint sich die Situation somit zu verbessern, die ganze Kupferbranche sollte einen leichten Aufschwung erleben. Eine Branchenstudie der UBS geht ebenfalls in diese Richtung. Dort beobachtet man auch die steigenden Preise für Schmelzlöhne. Seit 2011 haben Förderer nicht mehr so viel dafür bezahlt. Man beobachtet zugleich ein Plus beim Kupferabbau. Für die Weiterverarbeiter wie Aurubis ist dies von Vorteil, ein steigender Abbau plus steigende Schmelzlöhne wirken sich positiv auf die Zahlen aus.

Hier machen die Kollegen von Macquarie zudem deutlich, dass die Kapazitäten bei der Verhüttung nicht so stark gestiegen sind wie die beim Abbau. Dies sorgt zwar nicht für einen Engpass, allerdings kann so die Auslastung steigen. Auch dies wirkt sich positiv auf die kommenden Daten aus.

Diese positiven Entwicklungen haben die UBS-Analysten hochgerechnet. Demnach soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen der zehn größten Kupferschmelzer der Welt 2014 und 2015 deutlich steigen. 2013 sackte dieser Wert mit 6,9 Milliarden Dollar auf einen Tiefpunkt ab, für 2014 erwarten die Schweizer Experten einen Anstieg auf 10,9 Milliarden Dollar. 2015 soll das Plus sogar bei 12,3 Milliarden Dollar liegen, damit würde das Hoch von 2011, damals kamen die Top 10 auf 12,1 Milliarden Dollar, sogar noch überschritten.

Bei der Commerzbank sieht man den Kupfermarkt ebenfalls leicht positiv. Derzeit kostet ein Pfund Kupfer rund 3,25 Dollar. Bis zum Jahresende soll der Kurs um mehr als 10 Prozent ansteigen. Dann rechnen die Analysten mit Preisen von rund 3,63 Dollar je Pfund. Von einer solchen Tendenz können sowohl Verarbeiter und Produzenten wie Aurubis profitieren als auch Förderer wie Xstrata (ISIN: GB0031411001), Freeport McMoRan (ISIN: US35671D8570) oder chinesische Mitbewerber am Markt.