Platin: Autobauer schauen mit Sorge nach Südafrika

Platin: Autobauer schauen mit Sorge nach Südafrika

Wenn es um Streiks im südafrikanischen Bergbau geht, kommen unschöne Erinnerungen hoch. Es ist noch nicht lange her, dass es im Jahr 2012 während Arbeitskämpfen in der Platinbranche zu tödlichen Auseinandersetzungen im Land kam. Nun wird erneut im Platinbergbau gestreikt. Zehntausende Minenarbeiter befinden sich wieder im Ausstand und legen die Förderung lahm. Die ohnehin zu schwach wachsende Wirtschaft des Landes kommt unter Druck. Die südafrikanische Währung, der Rand, sowieso.

Die Forderungen der Arbeiter sind angesichts der sozialen Lage vieler Kumpel in Südafrika verständlich, sie wollen bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Verschärft werden Arbeitskämpfe in Südafrika immer von den Rivalitäten der Gewerkschaften untereinander. Mindestens 12.500 Rand will die Gewerkschaft AMCU für die Kumpel als Eingangslohn erstreiten, damit rund das doppelte der bisherigen Mindestzahlung.

Bei den Konzernen der Branche trifft man damit auf Ablehnung, die Lohnforderungen der Arbeitnehmer seien nicht realistisch, heißt es in einer diplomatischen Formulierung. Nachdem die Fronten zunächst verhärtet waren, haben die Platinkonzerne zuletzt – im Vergleich zu den Forderungen – leichte Lohnsteigerungen angeboten. Es bleibt fraglich, ob sich der Streik damit bereits beenden lässt.

Platinproduzenten unter Kostendruck

Allerdings ist es ebenso fraglich, ob die Platinförderer in Südafrika überhaupt großartig höhere Löhne zahlen können. Die Branche ist unter anderem deshalb in der Krise, weil in Europa die Automobilnachfrage schwach ist. Platin wird vor allem für Katalysatoren in der Autobranche genutzt. Die schwachen Platinpreise sorgen laut Branchenexperten dafür, dass fast die Hälfte der südafrikanischen Förderung den Bergwerkskonzernen Verluste beschert. Neben dem Preisrückgang für die Feinunze des Metalls belasten steigende Kosten vor allem für Löhne und Energie sowie veraltete Minen die Margen und Bilanzen der Unternehmen. Starke Lohnsteigerungen könnten einige Unternehmen kaum auffangen, dann müssten Platinminen geschlossen werden, vor allem solche, die bereits jetzt keinen Profit abwerfen. Bleiben Preissteigerungen beim Platin aus, könnte sich die Lage weiter verschärfen.

Längst bedroht die Situation in der südafrikanischen Platinminenbranche die Versorgung der Weltwirtschaft mit dem Rohstoff. Weit mehr als die Hälfte der Platin-Weltproduktion kommt aus den Bergwerken der Kap-Nation
. Entsprechend stark könnte sich ein längerer Förderstopp auf das Angebot des Rohstoffes am Weltmarkt auswirken.

An der Börse sieht man die Lage derzeit allerdings entspannt, das Metall notiert trotz der massiven Streiks mittlerweile wieder nahe vorher erreichter Tiefs. Nach einer Aufwärtsbewegung beim Platin-Future von 1.312 Dollar auf 1.473 Dollar hat der Platinkurs zuletzt wieder deutlich abgegeben. Große Teile der Aufwärtsbewegung wurden wieder abgegeben. Am Montag notiert der Platinpreis um 1.390 Dollar. Um 1.296/1.312 Dollar und um 1.335/1.361 Dollar befindet sich im Chart des Platin-Futures eine massive Unterstützungszone. Auch Aktien von Platinkonzernen wie zum Beispiel Lonmin (ISIN: GB0031192486) liegen weit unter früheren Hochs.

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