Die meisten Analysten gehen eher von stagnierenden Kupferpreisen aus. Doch auf der Angebotsseite gibt es Risiken und die Nachfrageseite könnte positiv überraschen.

Die Analysten des kanadischen Brokers BMO Capital Markets bevorzugen unter den Basis-Metallen den Rohstoff Kupfer besonders. In einer aktuellen Research-Studie erklären sie warum. Es ist nämlich keineswegs einfach die Gründe für die Preisentwicklung eines Rohstoffes aus den Daten der Vergangenheit richtig zu analysieren und eine vernünftige Vorhersage für die Zukunft zu treffen.

Ein Beispiel: Der Kupferpreis stieg in normalen Zeiten in den letzten zehn Jahren rund 15 Prozent jährlich, gleichzeitig stieg die Nachfrage jedoch nur um etwa drei Prozent pro Jahr an. Angebotsorientierte Sachverhalte können dies erklären. Industrielle Herausforderungen sind eng verknüpft mit politischen Risiken und monetären Möglichkeiten. So bevorzugen die BMO-Analysten Kupfer-Gesellschaften, die auch bei einem schwächelndem Kupferpreis an ihren Wachstumsplänen festhalten können. Als Beispiele geben die BMO-Analysten die polnische KGHM sowie Imperial Metals, Capstone Mining und Lundin Mining an.

Eine weitere wichtige Rolle beim roten Metall spielt das Verhältnis zwischen Qualität und Quantität. So sank in den letzten 30 Jahren der Kupfergehalt im explorierten Gestein um rund 30 Prozent, von 1,6 Prozent auf 1,1 Prozent Kupfer. Auch wenn neue oder alte stillgelegte und wieder zum Leben erweckte Kupferminen in nächster Zeit für mehr Produktion sorgen werden, so ist fraglich, ob die größere Quantität mit dem weltweit wachsenden Kupferbedarf mithalten kann. Indonesien beispielsweise fördert im Vergleich zu 2010 nur noch 40 Prozent des damals geförderten Kupfers. Auch in Chile geht die Produktion zurück.

Die Aussichten beim Wirtschaftswachstum in den Hauptverbrauchsländern sind dagegen nicht schlecht. Chinas Wirtschaft (China ist der größte Rohstoffverbraucher) wird weiterhin mit gut 7 Prozent wachsen. Stabilisiert sich das Wirtschaftswachstum dort auf dem hohen Niveau, so wird mehr Kupfer gebraucht. Auch in den USA wird 2014 ein höheres Wirtschaftswachstum erwartet. Und die Vorhersagen für Europa deuten ebenfalls auf eine Belebung hin. Für die Angebots-Nachfrage-Relation sieht es daher gut für die Kupfer-Anleger aus. Auch wenn viele Analysten – auch die BMO-Experten – von einem eher leicht abnehmenden oder stabilen Kupfer-Preis für 2014 ausgehen, könnte es daher zu Überraschungen kommen. Davon profitieren würden wiederum Produzenten, die ihre Fördermenge halten oder ausweiten können.