Kolumne von Björn Junker

Wesentlich höher als offiziell angegeben: Chinesische Goldbestände könnten bei 2.700 Tonnen liegen

2012 haben die Zentralbanken weltweit noch fast 535 Tonnen Gold gekauft. Das war der höchste Wert seit 1964. Im Zuge des drastischen Preisrückgangs des gelben Metalls ging die Nachfrage aus dem so genannten offiziellen Sektor auf 218 Tonnen Ende des dritten Quartals zurück. Die Notenbanken waren erst 2009 von Nettoverkäufern zu Käufern geworden, nachdem sie zwei Jahrzehnte lang ihre Bestände abgebaut hatten.

Und die Aktivitäten der Zentralbanken werden von den Märkten sehr genau beobachtet. Vor allem die Schritte der People's Bank of China stehen dabei im Fokus. Diese hat nämlich ihre Goldreserven 2009 mit 1.054 Tonnen angegeben – und diese Zahl seitdem nicht mehr aktualisiert.

Gerüchte über enorme Käufe – bis zu 6.000 Tonnen einigen Schätzungen zufolge – machen fortlaufend die Runde, da bekannt ist, dass die Volksrepublik ihre gewaltigen Währungsreserven, die vor allem aus US-Dollar bestehen, diversifizieren will. Denn Gold macht wenig mehr als 1% der 3,8 Billionen USD hohen Reserven des asiatischen Landes aus, während es beispielsweise in den USA, die 8.166 Tonnen des gelben Metalls halten, 70% sind.

Ein neuer Bericht von Bloomberg Industries schätzt, dass die tatsächliche Menge des Goldes, über die die chinesische Zentralbank verfügt, wahrscheinlich zweieinhalb Mal so hoch ist wie die offiziellen Angaben vermuten lassen.

Die Nettoimporte aus Hong Kong und die Inlandsproduktion mit einbezogen, dürfte die tatsächliche Zahl eher an 5.086 Tonnen liegen (Zentralbankbestände und privater Goldbesitz). Rechne man das Gold heraus, das zu Schmuckherstellung, in der Industrie und anderen Bereichen verbraucht werde, und zähle die angenommene Barrennachfrage hinzu, liege der Goldbestand der chinesischen Notenbank wahrscheinlich eher bei 2.710 Mio. Tonnen.

Es würde zehn Jahre dauern, damit Chinas Goldbestände ein den USA vergleichbares Niveau erreichen, führte Bloomberg weiter aus, wenn man den bereinigten Verbrauch für Schmuck, Industrie und andere Anwendungen sowie die implizierte Barrennachfrage als primären Treiber der Aktivitäten der Zentralbank ansetze. Basierend auf diesen Berechnungen könnte China 2013 622 Tonnen Gold erworben haben nach 380 Tonnen im Jahr 2012.

China ist der führende Goldproduzent der Welt mit geschätzten 440 Tonnen im vergangenen Jahr, was einem Anstieg von ungefähr 100 Tonnen seit 2010 entsprechen würde. Gleichzeitig wird geschätzt, dass die Goldkäufe chinesischer Verbraucher dieses Jahr um 29% ansteigen und 1.000 Tonnen erreichen, womit die Volksrepublik auch der größte Goldkonsument vor Indien wäre, so der World Gold Council.


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