Einer der weltgrößten Diamantenförderer, die russische ALROSA (ISIN: RU0007252813), erwartet in den kommenden Jahren einen steigenden Preis für die Edelsteine. Diesen Ausblick haben Verantwortliche des Konzerns in einem Meeting mit langjährigen Kunden im belgischen Antwerpen abgegeben. Die Basis für den erwarteten Preisanstieg ist eine deutliche Erholung der zuletzt schwachen Nachfrage nach Diamanten. Diese werde aller Volatilität zum Trotz in den kommenden Jahren die Preise verteuern.

Produktion steigt bis 2018 und soll ab 2019 wieder fallen

ALROSA stellt sich damit auf eine Seite mit anderen Marktbeobachtern, die bereits vor einigen Wochen einen signifikanten Branchenaufschwung für Diamanten prognostiziert haben. So rechnen zum Beispiel die Autoren des „Global Diamond Industry Report 2013“ bis 2018 mit einem jährlichen Anstieg der Diamantenproduktion um 4,8 Prozent. 169 Millionen Karat sollen weltweit im Jahr 2018 gefördert werden, 130 Millionen Karat sollen es in diesem Jahr sein. Die Jahresproduktion kommt zu einem sehr hohen Anteil aus den afrikanischen Staaten Zimbabwe, Botswana und der DR Kongo, außerdem gehört Russland zu den großen Förderern. Diese Länder dürften auch am Stärksten vom anstehenden Aufschwung profitieren.

Doch das Plus wird nicht von Dauer sein. Ab dem Jahr 2019 sollen sich die Produktionszahlen unausweichbar wieder verringern, glauben die Marktexperten von Bain & Co. Man rechnet mit einem Minus von 1,9 Prozent im Durchschnitt pro Jahr. Ab 2023 werde sich die weltweite Produktion dann bei rund 153 Millionen Karat einpendeln, so der Ausblick der Bain-Analysten. Eines der langfristig wichtigsten Probleme bei der Diamantenförderung bleibt, dass neue Bergwerke und Förderstätten weltweit kaum in Sicht sind.

Nachfrageimpulse aus den USA und Asien

Die spürbare Produktionserhöhung in den nächsten Jahren ist laut Experten kein Grund, nicht mit höheren Preisen zu rechnen. Ein erwarteter, deutlich höherer Anstieg der Diamantennachfrage sollte dies mehr als kompensieren. Wesentliche Region für die Nachfrage nach Diamanten bleiben die USA. Steigender Bedarf nach den Edelsteinen ist aus Asien zu vermelden, hier insbesondere aus den beiden Boomstaaten China und Indien. China ist mittlerweile der zweitgrößte Diamantenmarkt der Welt. Unter anderem gehört Bergwerksriese Rio Tinto (ISIN: AU000000RIO1) zu den wichtigen Lieferanten des asiatischen Landes.

Es ist also damit zu rechnen, dass die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter auseinander gehen wird. Dies dürfte einen fundamental starken Treiber für die Diamantenpreise darstellen. Wie hoch diese dann tatsächlich klettern werden, bleibt abzuwarten und hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Die Entwicklung der Wirtschaft in Asien dürfte dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen.