Kolumne von Björn Junker

Trotz leichten Rückgangs: Chinesische Goldnachfrage weiter auf Rekordniveau

Wenn man die vielen Berichte der einschlägigen Medien in den letzten Tagen liest, könnte man glauben, dass die chinesische Goldnachfrage nach ihrer Rekordfahrt in den letzten Monaten nun zum Erliegen gekommen ist. Wenn man allerdings genau hinschaut, ergibt sich ein differenzierteres Bild.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg kommentierte beispielsweise die vor kurzem veröffentlichten Goldimportzahlen über Hong Kong mit einem Bericht, dessen Titel lautete: "Chinesische Goldimporte über Hong Kong fallen auf Grund hoher Aufschläge, geringer Nachfrage". Da könnte man wirklich glauben, dass sich das Blatt gewendet hat. In Wirklichkeit aber lagen die Nettogoldimporte von Hong Kong auf das chinesische Festland im September bei 109,4 Tonnen. Das ist der fünftstärkste Monat überhaupt bislang und die Zahl liegt gerade einmal um 0,8 Tonnen unter dem Wert des Vormonats. Wohl kaum ein Zeichen für einen Nachfrageeinbruch…

Tatsächlich liegen die Goldeinfuhren in die Volksrepublik in den ersten neun Monaten 2013 doppelt so hoch wie im Vorjahr. Und wenn man die Nettogoldimporte nach China auf das Gesamtjahr hochrechnet, käme man ungefähr auf einen Wert von 1.109 Tonnen – rund 100 Tonnen über der entsprechenden Schätzung des World Gold Council.

Würde sich aber der Schwung der vergangenen fünf Monate bis zum Jahresende fortsetzen, könnten die Einfuhren sogar bei rund 1.150 Tonnen des gelben Metalls liegen. Zusammen mit der chinesischen Goldproduktion, die komplett im Reich der Mitte verbleibt, läge die chinesische Goldnachfrage dann bei rund 1.570 Tonnen, schätzen Experten.

Andere Schätzungen allerdings sehen die chinesische Goldnachfrage auf noch wesentlich höherem Niveau. Denn, das ist allgemein bekannt, die Regierung in Peking meldet nicht ihre gesamten Goldeinfuhren und führt fast kein Gold aus außer eben nach Hong Kong. Aber das ist in den oben genannten Nettozahlen ja berücksichtigt. Uns erscheint es unwahrscheinlich, dass der Weg über Hong Kong der einzige ist, auf dem das Edelmetall das chinesische Festland erreicht, aber jede Zahl, die man hier nennen würde, wäre angesichts der fehlenden offiziellen Daten reine Spekulation. Spekuliert wird auch, dass China "heimlich" seine Goldreserven ausbaut, um in Zukunft, seine Währung zur Weltleitwährung zu machen – anstelle des Dollars….

Nun da die indischen Goldimporte im Vorfeld des Diwali-Festes wieder anziehen (auch wenn es dazu widersprüchliche Berichte gibt), könnte es gut sein, dass China und Indien dieses Jahr allein fast so viel Gold nachfragen, wie neu abgebaut wurde. Und es gibt ja auch noch andere Länder, die große Mengen Gold einführen – zum Beispiel Länder im Osten und Nahen Osten sowie einige Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

Selbst wenn die Goldkäufe der Zentralbanken mittlerweile zurückgehen sollten und diese 2013 doch nicht so viel Gold erwerben wie zu Jahresbeginn erwartet, scheint doch der Druck auf das Angebot an physischem Gold zu steigen. Wie lange diese Situation bestehen kann, ohne dass der Goldpreis deutlich steigt, da die Nachfrage nach dem physischen Metall so betrachtet das neue Angebot, das dem Markt zur Verfügung steht, übersteigt, ist eine sehr interessante Frage…

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