Der Blick auf die aktuelle Lage beim Goldpreis lohnt. Nach dem tiefen Absturz hat die Feinunze derzeit die Möglichkeit auf eine durchgreifende Trendwende. Das basiert nicht nur darauf, dass die physische Nachfrage nach Münzen und Barren weltweit so gar nicht zum Kursverhalten passt – der Absturz des Goldpreises wurde im Wesentlichen über die Terminbörsen initiiert. Vielmehr kommt eine mögliche Ausbruchssituation in der Charttechnik hinzu. Hier hat sich beim Goldpreis um 1.300 Dollar eine Hürde aufgebaut. Wird diese übersprungen, könnte eine deutlichere Erholungsbewegung anstehen, die über die nächsten Hindernisse bei 1.322 Dollar und 1.335/1.338 Dollar klar hinaus in Richtung der 1.400er-Marke bzw. 1.424 Dollar geht.

Das wäre auch für die Goldaktien eine wichtige Kursstütze. In einer solchen Kurserholung dürften die Blue Chips der Goldförderer für viele Trader erste Wahl sein. Wir werfen daher einen Blick auf die Lage bei einigen indexnotierten Trendwerten.

Barrick Gold hat bei Tradern stark an Popularität gewinnen können, was den kanadischen Wert nicht vor deutlichen Verlusten seit September 2011 hat bewahren können. Die Aktie könnte nun allerdings vor einer durchgreifenden Erholung stehen. Während Nachrichten zum Goldprojekt Pascua-Lama zwar weiter negativ ausfallen, aber vom Markt wahrscheinlich schon berücksichtigt sind, wäre ein Sprung über einen Hindernisbereich um 16 Dollar ein erstes wichtiges Kaufsignal. Gewinnt eine Erholung an Schwung, könnte es aus charttechnischer Sicht sogar bis auf 21,70 Dollar nach oben gehen, wo ein starkes Hindernis zu sehen ist.

Keine guten Nachrichten kamen gerade von der südafrikanischen Anglogold Ashanti. Der Goldproduzent senkt seine Produktionsprognose und muss in der Bilanz des zweiten Quartals bis zu 2,6 Milliarden Dollar Abschreibungen vornehmen – das ist zwar deutlich weniger als Barrick bei Pascua-Lama, dennoch ist es eine Belastung. Die Aktie des Konzerns ist charttechnisch noch etwas wackeliger aufgestellt als das Barrick-Papier, doch auch hier könnte es im Bereich oberhalb von 12,33 Dollar (NYSE-Kurs der Aktie) bei Anglogold Ashanti zu einer Wende kommen. Sprünge über die verschiedenen Hindernisse zwischen 13,34 Dollar und 15,23 Dollar müssen als charttechnische Kaufsignale gewertet werden.

Im Aktienkurs von Agnico-Eagle Mines ist die Turnaroundchance bereits gut zu erkennen. Der Aktienkurs des kanadischen Goldkonzerns benötigt hierzu allerdings noch ein charttechnisches Kaufsignal. Mit aktuellen XETRA-Kursen um 22 Euro bewegt sich das in Deutschland recht bekannte Unternehmen unmittelbar an der entscheidenden Schlüsselmarke in Form eines Hindernisbereichs unterhalb von 22,25 Euro. Gelingt ein Anstieg hierüber, könnte es schnell in Richtung 25,30/25,70 Euro oder sogar 28,00/28,70 Euro gehen, wo die nächsten charttechnischen Hindernisse zu finden sind. Die Chartlage der Aktie auf Basis der NYSE-Kurse ist übrigens ähnlich.

Zuletzt noch ein Blick auf ein peruanisches Unternehmen aus dem Philadelphia Gold and Silver Index, Buenaventura Mining. Die Aktie dürfte insgesamt weniger bekannt sein, ist aber volatil und damit für Trader potenziell interessant. An der NYSE zeichnet sich eine mögliche Bodenbildung des Papiers oberhalb von 13,38/13,50 Dollar ab, noch fehlt hier aber das Kaufsignal, das die Trendwende bestätigen würde. Charttechnisch orientierte Trader orientieren sich für ein solches Kaufsignal am Widerstand unterhalb von 15,31 Dollar. Gelingt ein Anstieg über diesen Bereich, wären die nächsten Hindernismarken zwischen 17,12 Dollar und 19,10 Dollar angesiedelt. Bei 17 Dollar sieht übrigens die Scotiabank in einer jüngst publizierten Analyse das Kursziel der Buenaventura-Aktie.