Seltene Erden: Branchenexperte Lifton plädiert für mehr Kooperation

Seltene Erden: Branchenexperte Lifton plädiert für mehr Kooperation

Im Interview mit "The Metals Report" hat Rohstoffexperte Jack Lifton deutliche Kritik an vielen Juniors, die Seltene Erden fördern, geübt (wir berichteten). Er wirft mit wenigen Ausnahmen den jungen Gesellschaften der Sparte mangelhafte Businessmodelle sowie eine zu geringe Kenntnis des Marktes und der Wertschöpfungskette vor. Das bringt hausgemachte Probleme mit sich, so müssen zum Beispiel Lynas und Molycorp vergleichsweise extrem hohe Investitionen stemmen.

Doch der Kenner der Seltene-Erden-Branche kritisiert nicht nur, er hat zugleich Ideen. Vor allem glaubt er, dass die Welt vor einem Problem stehen könnte. Lifton geht davon aus, dass sich das Interesse der Chinesen bei Seltenen Erden vor allem auf den heimischen Markt konzentriert. Das Land ist Quasi-Monopolist, was die Förderung von Rohstoffen der Gruppe angeht und wenig am Export interessiert. Das geringe Interesse am Export dürfte sich verstärken, lässt sich aus Liftons Äußerungen schlussfolgern. Die Chinesen restrukturieren ihre Produktionskapazitäten, schrumpfen die Branche gesund und wollen wohl vor allem für den Inlandsmarkt fördern.

Das bringt die Industrieländer im Westen in Bedrängnis. Die Erschließung von Vorkommen und der Aufbau einer Verarbeitungs-Infrastruktur für Seltene Erden, einer Gruppe wichtiger Hightech-Bodenschätze, geht außerhalb Chinas nur langsam voran. Lynas zum Beispiel hatte jahrelang Probleme, eine Verarbeitungsanlage in Malaysia zu errichten. Die Suche nach und die Erschließung von Vorkommen ist ohnehin ein langjähriger Prozess, bevor eine nennenswerte Förderung der Bodenschätze starten kann.

Hinzu kommt die Finanzpolitik Chinas, die Exporte Seltener Erden mit Abgaben belegt. Die Rohstoffe sind als Folge davon in China wesentlich billiger als auf dem Weltmarkt – auch dies ist ein Grund, der den Schmuggel illegal geförderter Bodenschätze aus China begünstigt hat, was der Regierung in Peking ein Dorn im Auge ist.

Mit internationalen Lohnschmelzen will Lifton dem Problem zu Leibe rücken. Solche Anlagen, die von vielen Konzernen genutzt werden könnten, würden nach Meinung des Experten einige Probleme lösen. Der Industrie stände weltweit eine wesentlich höhere Menge vor allem mittelschwerer und schwerer Seltener Erden zur Verfügung – und das zu einem Preis, der nicht von chinesischen Exportabgaben künstlich erhöht wird.

Interessante Nebeneffekte gibt es ebenso, unter anderem die Auswirkungen auf Investitionsbudgets der Minenbetreiber. Viele planen typischerweise mit eigenen Anlagen, was vergleichsweise wenig effektiv sein dürfte. Zudem ist derzeit die Finanzmarktlage angespannt, viele Unternehmen haben Probleme, die geplanten Investitionen durch Kredite oder Kapitalerhöhungen finanziert zu bekommen. Da wäre eine gemeinsam genutzte Anlage eine interessante Alternative für die Branche. Hinzu kommt, dass sich so eine komplette Wertschöpfungskette rund um die Seltenen Erden außerhalb Chinas entwickeln könnte. Die ist bisher in nennenswerter Form nur in den Landesgrenzen der neuen asiatischen Wirtschaftsmacht zu finden.

Mehr Kooperation wäre dann also gefragt. Lifton glaubt, dass er mit seinem Ansinnen in China auf offene Ohren stoßen wird. Er glaube, dass die Chinesen möchten, dass so eine Anlage gebaut wird, sagt der Experte im Interview mit "The Metals Report". Kommt es dazu, würde sich das Marktbild bei Seltenen Erden wahrscheinlich deutlich verändern.

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