Der Spotpreis für Eisenerz ist auf sein Sechswochenhoch gestiegen und könnte den größten Wochengewinn seit sechs Monaten verzeichnen. Auslöser für diese Entwicklung ist, dass chinesische Hüttenwerke ihre erschöpften Lagerbestände wieder aufstocken. Nach dem deutlichen Anstieg macht sich allerdings auch Vorsicht breit.

Am heutigen Freitag erreicht der Sportpreis für Eisenerz den höchsten Stand sechs Wochen und könnte so die beste Wochenperformance seit Dezember hinlegen. Ein in Hong Kong ansässiger Eisenerzhändler erklärte laut dem Branchendienst mineweb.com, dass die Stahlwerke in den vergangenen zwei Monaten mit sehr geringen Lagerbeständen gearbeitet hätten und einige Marktteilnehmer nun glauben würden, dass der Stahlpreis seinen Boden gefunden habe. Allerdings könnte nach Ansicht des Händlers der Eisenerzpreis nun kurzfristig seinen Höhepunkt erreicht haben. Der Preis sei zu schnell gestiegen, sodass der Markt nun erst einmal den Anstieg verdauen müsse.

Eisenerz mit einem Metallgehalt von 62% legte am Donnerstag um 1,2% auf 122 USD pro Tonne zu und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 23. Mai zeigten Daten von Steel Index. Der Informationsdienst fügte an, dass in China viele Händler derzeit auf ihren Beständen sitzen würden, da sie höhere Preise erwarteten.

Eisenerz, der nach Importvolumen wichtigste Rohstoff Chinas, ist diese Woche bislang um 4,7% gestiegen ­ das ist der größte solche Anstieg seit Anfang Januar. Allerdings waren sowohl der Eisenerzpreis als auch der chinesische Stahlpreis in der ersten Jahreshälfte stark gefallen, sodass sie ein für Käufer wieder interessantes Niveau erreichten.

In den vergangenen Monaten waren zudem die Stahlbestände stetig gefallen, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage intakt ist, wenn auch vielleicht auf einem niedrigeren Niveau als in den vergangenen Jahren. Nach Daten der Bank of America Merrill Lynch lagen die Lagerbestände an Stahlprodukten Ende Juni bei 15,8 Mio. Tonnen nach einem Hoch von 20,6 Mio. Tonnen Mitte März. Allerdings sind Juli und August traditionell eher schwächere Monate, was den Stahlkonsum angeht, da im Sommer die Arbeiten an vielen Bauprojekten erlahmen, sodass die Geschwindigkeit mit der die Lagerbestände abgebaut werden, nicht steigen dürfte.

Zudem besteht für den Eisenerzpreis Abwärtsrisiko angesichts der Möglichkeit, dass das Angebot weltweit in der zweiten Jahreshälfte steigt. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Analysten und Händlern erbrachte, dass der Eisenerzpreis 2013 im Schnitt bei 126,10 USD pro Tonne liegen könnte. Das ist das niedrigste Niveau seit 2009.

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