Chile ist das südliche Nachbarland von Peru und erstreckt sich über eine Länge von 4.300km bei einer durchschnittlichen Breite von nur 180km in Ost-West-Richtung. Im Westen wird das Land vom Pazifischen Ozean begrenzt, im Osten bilden die Gebirgskämme der Anden die Grenze zu Argentinien. Im Süden erstreckt sich Chile bis nach Feuerland, wo sich auch die Gletscherregionen Chiles befinden. In der Mitte des Landes herrscht ein Klima, dass mit der Mittelmeer-Region vergleichbar ist, hier wächst auch der chilenische Wein. Im Norden des Landes befindet sich die Atacama Wüste, eine der trockensten Orte der Welt. An manchen Stellen hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht geregnet. Dies liegt an der kalten Meeresströmung vor Peru, die dazu führt, dass ein quasi stetiger, ablandiger Wind herrscht und somit keine Wolken in Richtung Küste getragen werden. Von Osten her ist dieser Küstenstreifen durch die hohen Gipfel der Anden abgeschirmt, so dass hier quasi keine Niederschläge fallen. In diesem Gebiet findet sich die Chuquicamata-Kupfermine, der größte Kupfertagebau der Welt. Über eine Fläche, die sich in Nord-Süd-Richtung etwa über 4,5km und in Ost-West-Richtung etwa über 3,5km erstreckt, wird hier mit 100 Miningtrucks, die jeweils bis zu 400t Gestein aus einem zur Zeit an der tiefsten Stelle ca. 1000m tiefen Krater Kupfererz geholt. Pro Jahr werden hier ca. 100 Mio Tonnen an Gestein bewegt, wobei ca. 1,2 Mio Tonnen Kupfer gewonnen werden. Die Chuquicamata-Mine ist in Besitz des staatlichen chilenischen Bergbaukonzern Codelco und soll noch etwa bis 2017 im Tagebau weiter ausgebeutet werden. Doch obwohl man bereits eine Tiefe von 1000m unter dem Oberflächenniveau erreicht hat, ergaben Bohrungen, dass unter diesem Tagebau noch weitere gigantische Kupfermengen liegen. Die Exploration und die Vorbereitungen laufen bereits, so dass im Anschluss an den Tagebau der weitere Abbau von Kupfererz im Untertagebau fortgesetzt werden kann. Mit ca. 1,2 Mio Tonnen (bei einer Weltproduktion von ca. 20 Mio Tonnen) ist die Chuquicamata-Mine für ca. 6% der weltweiten Kupferförderung zuständig. Jedoch existiert in Chile noch eine weitere Kupfermine von vergleichbare Größe. Es ist die Escondida-Mine, welche sich mehrheitlich (57,5%) im Besitz des Bergbau-Giganten BHP Billiton befindet, wobei weitere 30% im Besitz von Rio Tinto befinden. Die Produktionsmenge von Escondida wird mit ca. 1,5 Mio t für das Jahr 2007 angegeben, wobei diese Produktionsmenge sogar noch größer wäre als die von Chuquicamata, und weiteren 7% an der globalen Kupferproduktion entsprechen würde. Insgesamt ist Chile für ca. 35% der weltweiten Kupferproduktion verantwortlich. Wenn man Experten glauben schenken darf, dass das Zeitalter der fossilen Brennstoffe durch das Zeitalter der Elektromobilität und Energiegewinnung aus alternativen Energien abgelöst wird, dann ist Chile so etwas wie das Saudi-Arabien des Kupfers. So verwundert es nicht, dass Kupfer- und Kupfererze das mit Abstand wichtigste Exportgut Chiles darstellen. Auf Kupfer entfallen ca. 35% der Exporte, auf Kupfererz weitere 19%, Zusammen mehr als 50%.

Leider kommt auch in Chile der Reichtum aus dem Bergbau nur bedingt bei der Bevölkerung an, was durch fehlende Reformen am Arbeitsmarkt verstärkt wurde und die Schere zwischen reich und arm immer weiter auseinander wandern lassen hat. Bei Gigantismus und modernen denkt man zwar oft an die Ölstaaten, jedoch haben die Chilenen den größten Swimming-Pool der Welt direkt neben den pazifischen Ozean gebaut. Der Pool ist mit Salzwasser gefüllt, erstreckt sich über mehr als 1000m, hat an der tiefsten Stelle eine Tiefe von ca. 25m und kann mit Booten befahren werden. Neben diesem Pool steht ein riesiges Luxushotel, was sich wohl hinter den Spitzenhotels in Dubai nicht verstecken muss. Der Reichtum ist in Chile angekommen, jedoch nicht bei der breiten Schicht der Bevölkerung. So liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei ca. 8000USD/Jahr, also ca. einem Fünftel des Einkommens in Deutschland.

Gelingt es, in Chile die notwendigen Reformen einzuleiten und umzusetzen, dürfte Chile aufgrund seines Rohstoff-Reichtums auch zukünftig zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Südamerika gehören. Kurzfristig drohen jedoch immer wieder Streiks, die auch längerfrisitig anhalten können und sich somit signifikant auf die Kupferproduktion des Landes auswirken.

Ihr Manuel Giesen