Das für die Lithium-Ionen-Batterien nötige Graphit kommt zu etwa 65 Prozent aus China. Überraschenderweise liegt an dritter Stelle weltweit Mexiko, aber nur wenn man das im Boden befindliche Graphit betrachtet.

Etwa 600.000 Tonnen Graphit kamen 2011 aus China. An zweiter Stelle bei den Produzentenländern steht Indien mit 140.000 Tonnen in 2011. Addiert man dazu noch geringe Produktionsmengen aus Brasilien, Nordkorea, Rumänien und Kanada, so sind diese sechs Länder verantwortlich für mehr als 96 Prozent der globalen Produktion.

Geht man jedoch von den Reserven, die noch im Boden schlummern, aus, so steht überraschenderweise Mexiko an dritter Stelle. Ganz im Gegensatz dazu stehen Mexikos Produktionszahlen: 7.000 Tonnen Graphit in 2011, das sind weniger als 0,8 Prozent der weltweiten Produktion. Früher war dies anders, aber seit dem Jahr 2000 fällt in Mexiko die Produktion. Was war der Grund? Die Qualität des geförderten Graphits. Nur etwa 2 Prozent der Produktion lieferten hochreines Graphit. Ein anderer Grund waren die teuren Produktionskosten, da das Graphit aus großer Tiefe im Untertagebau gewonnen werden muss.

Es zählt also nicht nur das Vorhandensein von großen Graphit-Vorkommen allein, die Qualität ist von entscheidender Bedeutung, ebenso wie die Höhe der entstehenden Produktionskosten.

Um sich von der Vormachtstellung der Chinesen zu befreien, wird mit Hochdruck beispielsweise in Kanada an der Entwicklung von Graphit-Lagerstätten gearbeitet. Denn Graphit wird aufgrund seiner vielfältigen Anwendungen im High-tech-Bereich und bei den Akkus immer wichtiger. Allein der Lithium-Ionen-Batterien-Sektor dürfte bis 2020 einen Wert von 22 Milliarden US-Dollar erreichen. Und daran wird auch das schlechte Licht, das derzeit durch die Akku-Pannen in den Boeing Dreamliner-Flugzeugen auf diese Art der Batterien fällt, nichts ändern.

Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das in Kanada Graphit-Vorkommen erschließen will, ist Standard Graphite (ISIN: CA8534501041). Die Gesellschaft besitzt 13 Graphit- Liegenschaften in Quebec und Ontario, Kanada, und will in absehbarer Zeit in Produktion gehen. Das Besondere ist vor allem die hervorragende Qualität des Graphits, die den Konzern interessant macht. Das kanadische Unternehmen macht immer wieder mit positiven Aussagen auf sich aufmerksam. Wie jüngst am letzten Dienstag: Auf einem der Projekte, dem Mousseau East-Projekt wurde durch die Bohrungen in 2012 besonders viel versprechende Ergebnisse erzielt. Das Projekt kann nun, so Firmenchef Chris Bogart, weiter entwickelt werden. Denn mit der Bestätigung einer neuen Graphit-Entdeckung, der Oat-Zone, bekommt Mousseau East, wozu Oat gehört, noch größeres Gewicht für den Konzern. Weitere Bohrungen sind dort nun geplant. Die bereits niedergebrachten Bohrungen ergaben Kohlenstoffgehalte von bis zu 11,8 Prozent. Das ist Weltklasse. Der Durchschnitt liegt natürlich deutlich darunter. Doch waren in den Bohrungen auch Gehalten von 4 bis 6 Prozent über teilweise mehr als 20 Metern dabei. Eine Ressourceneinschätzung sei nun in greifbare Nähe gerückt, so CEO Bogart, und das Projekt werde bald die nächste Stufe der Entwicklung erklimmen.