Kolumne von Ingrid Heinritzi

Nasse Kohle in Australien

Überschwemmungen hemmen die Kohle-Produktion down under. Dies könnte sich für Produzenten in anderen Ländern wie Thailand oder Indonesien günstig auf den Absatz auswirken.

Im Osten Australiens sind bereits einige Kohlegruben überschwemmt. In dieser Region sind BHP Billiton und Anglo American tätig. Inwieweit sich Auswirkungen auf die dortige Kohle-Industrie ergeben, ist noch nicht abzusehen.

Verantwortlich für die Überschwemmungen in New South Wales und Queensland ist der Tropensturm Oswald. Wie das Queensland Resources Council (QRC) gestern vermeldete, könnte es Wochen dauern, bis die Kohle-Produktion wieder auf dem alten Niveau fortgeführt werden kann. So musste Xstrata zeitweilig die Arbeiten einstellen, während Anglo American erklärte, dass dies nur von kurzer Dauer sei. Jedoch kann der für die Verschiffung notwendige Hafen nicht in gewohntem Umfang genutzt werden. Auch der Kohle-Transport mittels Zügen ist durch die Wassermassen beeinträchtigt.

Auch Yancoal meldete, dass die Middlemount-Kohle-Mine für mindestens drei Wochen beeinträchtigt sein wird, da zuerst das Wasser aus der Übertagebaumine herausgepumpt werden muss. Ebenso getroffen ist Peabody Energy. Zwar scheinen die Produktionsverkürzungen nicht so schlimm zu werden, wie es 2010/2011 der Fall war, dennoch könnte sich die Situation in Australien für Konzerne, die in anderen Ländern produzieren, als positiv erweisen.

Auch in Indonesien fürchten die Kohle-Unternehmen die Überschwemmungen. So wurden gewaltige Mengen Salz mit Hilfe von Herkules-Militärflugzeugen über den Wolken abgeworfen, damit sie schwerer werden und bereits über dem Ozean abregnen. Die indonesische Regierung erhofft sich dadurch ein um 70 Prozent geringeres Regenaufkommen über den Inseln. Einen Erfolg konnten die Indonesier bereits feiern, denn der für das vergangene Wochenende vorhergesagte Regen blieb aus – oder regnete aufgrund der Salzimpfung bereits über dem Ozean ab.

Auf der anderen Seite scheint die Nachfrage Chinas nach Kohle ungebrochen hoch. Daher hat zum Beispiel Serene Lim, eine analystin bei der Standard Chartered Bank jüngst prognostiziert, dass der Kohlepreis am australischen Hafen Newcastle in der zweiten Jahreshälfte zulegen würde. Der Durchschnittspreis für 2013 dürfte jedoch leicht unter 100 Dollar je Tonne liegen und erst 2014 rund 100 oder mehr Dollar je Tonne erreichen. Im bisherigen Jahresverlauf kostete Kohle in Newcastle, eine Benchmark für Asien, im Durchschnitt 91,25 Dollar je Tonne.

Wer derzeit auf Kohle setzen will, sollte die derzeit benachteiligten Konzerne in Australien eher meiden. In Indonesien und Thailand gibt es ebenfalls sehr interessante Konzerne. In der ersten Reihe steht dabei Banpu (ISIN: TH0148010R15) aus Thailand. Ebenfalls aus Thailand stammt Energy Earth (ISIN: TH0551010R10). Der kleine Konkurrent von Banpu will langfristig dem Branchenprimus den Rang ablaufen. Daher ist das Ziel des Unternehmen über die kommenden Jahre sukzessive Kohleminen zuzukaufen und somit Produktion und Reserven dynamisch auszuweiten. Energy Earth hat bereits zusätzlich zu Stuttgart den Antrag auf ein Listing in Frankfurt gestellt. Anleger sollten die Entwicklung verfolgen.

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