Der Norden Kanadas gilt als wild, romantisch und unerschlossen. In den bevölkerungsarmen Regionen bietet vor allem der Bergbau eine Lebensgrundlage. Aufgrund der Weite des Gebiets und der Entfernung zu den urbanen Zentren sind viele Regionen bisher noch wenig exploriert worden. Doch im Erdreich Nordkanadas liegen noch riesige Bodenschätze. Teils laufen schon die Vorbereitungen für neue Minen, teils ist man in Explorationsphasen, teils hat die Suche aber auch noch gar nicht angefangen.

Kanadische Experten haben eine Studie über das Potenzial des Nordens erstellt. Dabei wird deutlich, dass sich die Förderung von Rohstoffen in diesem Gebiet bis 2020 fast verdoppeln kann. Sie soll ausgehend von den Werten von 2011 um 91 Prozent zulegen. Das wirkt sich auf das Bruttoinlandsprodukt aus. Die Bergbauaktivitäten im Norden haben zum Bruttoinlandsprodukt 2011 rund 4,4 Milliarden Kanadische Dollar beigetragen. Bis 2020 soll dieser Wert auf 8,5 Milliarden Dollar steigen, so die Studie.

Nicht jede Region im Norden wird gleich stark vom neuen Bergbauboom profitieren können. Besonders positiv sieht es dabei für das nördliche British Columbia aus. Hier soll sich der Minenausstoß bis 2020 um 300 Prozent erhöhen, das ergibt eine jährliche Wachstumsrate von 17 Prozent. Eine Reihe neuer Minen wird dort in den kommenden Jahren den Betrieb aufnehmen. Fast 4.900 Menschen sollen 2020 in der Branche arbeiten.

Im Norden von Manitoba soll sich die Bergbauaktivität um 157 Prozent erhöhen. Mit einem Plus von 100 Prozent ist auch der Norden von Saskatchewan noch im dreistelligen Bereich. Der Wert der dort geförderten Rohstoffe soll sich von 190 Millionen Kanad. Dollar (2011) auf 388 Millionen Kanad. Dollar (2020) verbessern. Neue Gold- und Uranminen sollen für das klare Plus sorgen. Auch die anderen nördlichen Regionen Kanadas werden klare Zuwächse erleben, die Bergbauaktivitäten werden überall zulegen.

Die rote Laterne beim Wachstum hat dabei das nördliche Neufundland und Labrador. Hier wird mit einem Plus von 41 Prozent gerechnet. Die Zahl der Arbeitsplätze soll um rund 500 auf 3.050 zulegen.

Diese Studienergebnisse haben noch Luft nach oben. Das Bergbaupotenzial im Norden Kanadas ist noch größer, als die aktuellen Studienzahlen zeigen. So ist in der Studie ein Gebiet im Norden Quebecs, in dem Seltene Erden und Graphite liegen, nicht berücksichtigt worden. Ein Areal in Ontario, in dem man Uran, Diamanten und Gold vermutet, ist ebenfalls nicht aufgeführt. Das zeigt, dass die Steigerungsraten im kanadischen Bergbausektor noch höher ausfallen können.