Dieser Artikel enthält Werbung

Kanadas Regierung kontert US-Metallzölle mit Milliardenprogramm

Kanadas Regierung kontert US-Metallzölle mit Milliardenprogramm Bonté Ineza; Unsplash

Kanadas Regierung spannt einen milliardenschweren Schutzschirm für Unternehmen auf, die von den verschärften US-Zollregeln auf stahl-, aluminium- und kupferhaltige Waren getroffen werden. Wie die US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, stellt Ottawa dafür insgesamt 1,5 Mrd. CAD (umgerechnet rund 1,1 Mrd. USD) bereit. Auslöser ist eine US-Regeländerung von Anfang April, die für betroffene Importe einen Aufschlag von 25 % auf den Gesamtwert der Ware vorsieht.

Bis dahin galt nach Angaben von Bloomberg ein anderes System. Demnach erhoben die USA einen Zoll von 50 % nur auf den tatsächlichen Metallanteil eines Produkts. Die Importeure hatten dieses Verfahren jedoch als zu kompliziert kritisiert. Mit der Umstellung ist die Belastung für viele Hersteller nun unmittelbar spürbar und fällt in manchen Fällen deutlich höher aus.

Ottawa setzt vor allem auf schnelle Liquidität für Firmen

Den größten Posten bildet ein neues Programm über 1 Mrd. CAD, das von der Business Development Bank of Canada verwaltet werden soll. Betroffene Unternehmen sollen darüber Finanzierungen zu günstigen Konditionen erhalten. Die Regierung will damit nach eigener Darstellung vor allem finanziell gesunden Firmen helfen, die wegen der US-Zölle unter akuten Druck geraten.

Industrieministerin Melanie Joly begründete das Programm laut einer Mitteilung ihres Hauses mit dem Bedarf an rascher Hilfe. Das Vorhaben entspreche der Priorität der Regierung, solventen Unternehmen schnell Liquidität bereitzustellen, die infolge der US-Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen stünden. Zugleich erwarte Ottawa, dass Kanadas Finanzinstitute diese Unternehmen weiter unterstützen.

Besonders Hersteller mit komplexen Produkten geraten unter Druck

Wie hart die neue Zollpraxis einzelne Unternehmen trifft, zeigt das Beispiel von BRP, einem kanadischer Hersteller von Freizeitfahrzeugen, bekannt für Marken wie Sea-Doo-Wassermotorräder und Ski-Doo-Schneemobile. Das Unternehmen nahm im vergangenen Monat seinen Finanzausblick für das Geschäftsjahr 2027 zurück. Als Grund nannte BRP laut Bloomberg die geänderte US-Regel, die Zusatzkosten von 500 Mio. CAD verursachen dürfte.

Gerade für Firmen mit hoher Fertigungstiefe und grenzüberschreitenden Lieferketten ist die neue Berechnungsweise problematisch. Wenn der Zoll nicht mehr nur auf den Metallanteil, sondern auf den gesamten Produktwert erhoben wird, steigt der Kostendruck sprunghaft. Das trifft nicht nur Grundstofflieferanten, sondern vor allem weiterverarbeitende Hersteller mit höherwertigen Endprodukten.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.

Kleinere Betriebe sollen beim Umbau ihrer Produktion Hilfe bekommen

Zusätzlich stockt die Regierung eine bestehende Maßnahme namens Regional Tariff Response Initiative, ein regionales Förderprogramm für Zollfragen, um weitere 500 Mio. CAD auf. Das Programm richtet sich an kleinere Hersteller und soll Investitionen in neue Technik sowie eine Diversifizierung des Portfolios fördern. Ottawa reagiert damit nicht nur auf den unmittelbaren Finanzdruck, sondern auch auf die Anfälligkeit vieler Betriebe gegenüber plötzlichen Handelsbarrieren.

Politisch ist die Ankündigung mehr als ein bloßes Hilfspaket. Formelle Gespräche über eine Überprüfung des nordamerikanischen Handelsabkommens USMCA zwischen den USA, Kanada und Mexiko haben zwar noch nicht begonnen. Ministerpräsident Mark Carney zeigte sich im April aber zuversichtlich, bei branchenspezifischen Zöllen wie jenen auf Metalle im Rahmen breiterer Handelsgespräche mit der Regierung von Donald Trump voranzukommen. Kanada strebe eine Lösung an, die für beide Seiten akzeptabel sei, sagte Carney laut Bloomberg. Für die Industrie bleibt damit vorerst beides entscheidend: kurzfristige Entlastung und die Aussicht auf eine politische Einigung.